Liebe Leser*innen,

der monatliche Literatur-Newsletter hat diesmal zwei Besonderheiten – nein, Moment bitte, es sind drei: Er kommt nicht (wie sonst) am letzten Sonntag im Monat zu euch, sondern bereits am vorletzten Freitag im April. Er wird sehr viel kürzer als gewöhnlich, weil es eigentlich nur um ein Thema geht. Dieses Thema ist mir aber so wichtig, dass ich innig hoffe, dass ihr nicht nur den Newsletter lest, sondern auch in Aktion tretet, die Links klickt, die Termine notiert und an den entsprechenden beiden Tagen mit Herz und Tat bei uns seid. (Wer dieses UNS ist, erfahrt ihr gleich.)

Ich wünsche mir so sehr, dass ihr euch mit uns verbündet in dem Wunsch, laut zu bleiben und nicht dabei nachzulassen auf das Unrecht hinzuweisen, das gerade in der Ukraine geschieht. Ich wünsche mir, dass ihr gemeinsam mit uns weiter versucht, das Leid der bedrohten Menschen zu lindern. Und gleichzeitig bin ich, ähnlich wie wohl viele von euch, auf der Suche nach Antworten, wie das derzeit alles auszuhalten ist, was vielleicht gute Strategien sind, mit all dem umzugehen, um den Luxus wissend, dass wir nicht diejenigen sind, deren Leben sich in akuter Gefahr befindet.

Aber worum und um wen geht es eigentlich? 

Wer meine Literaturbegeisterung der letzten Monate verfolgt hat weiß, wie viel mir die vier jüngsten Bücher bedeuten, deren kluge, engagierte, wache und empathische Autor*innen sich eine wunderbare Aktion ausgedacht haben:

Gabriele von Arnim, Marica Bodrožić, Asal Dardan und Daniel Schreiber veranstalten an diesem Sonntag, am 24. April um 19 Uhr im Literaturhaus Berlin eine 

Benefizlesung für die Ukraine 

Ich fühle mich so geehrt, dass ich diesen Abend moderieren darf und bereits seit Wochen mit diesen vier besonders tollen Menschen im angeregten Austausch stehe, um die Aktion zu planen und vor allem euch alle einzuladen, im Literaturhaus oder im Livestream bei uns zu sein und vor allem zu spenden.

Der Eintritt ins Literaturhaus findet gegen Spende statt. Der Livestream auf YouTube ist öffentlich, auch hier freuen wir uns über Spenden, nein erbitten wir mit allem Nachdruck Spenden. Bereits jetzt sammeln wir und haben schon Jubeltänze hingelegt aus Freude über erste Geldeingänge. 

Unter diesem Link könnt ihr unsere Aktion unterstützen und ein Teil davon werden:

https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/41691-benefizveranstaltung-fuer-die-ukraine

Das Geld geht an die Ukraine Nothilfe von Apotheker ohne Grenzen e.V. und an n-ost – border crossing journalism in Kyiv, um die pharmazeutische Notversorgung und Journalist*innen in der Ukraine zu unterstützen. 

Hier könnt ihr am Sonntag um 19 Uhr im Livestream dabei sein:

https://www.youtube.com/embed/bvqmiJuY1Us

Außerdem werden Daniel Schreiber und ich am Samstag, den 30. April um 20 Uhr einen Livestream auf meinem Instagram-Kanal starten und dabei live die dreißig limitierten Buchpakete verkaufen, die wir dankenswerterweise von den Verlagen Rowohlt, Luchterhand, Hoffmann und Campe und Hanser Berlin für diese Aktion zur Verfügung gestellt bekommen haben. Darin findet ihr signierte Exemplare von „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ von Gabriele von Arnim, „Die Arbeit der Vögel“ von Marica Bodrožić, „Betrachtungen einer Barbarin“ von Asal Dardan und „Allein“ von Daniel Schreiber. Außerdem gibt es eine handgeschriebene Dankeskarte von mir, einen Druck von giant_inc und noch ein, zwei kleine Überraschungen. Das Geld, das wir für diese Pakete über Paypal einsammeln, geht direkt weiter an das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine. Im Stream werden sich auch Gabriele von Arnim, Marica Bodrožić und Asal Dardan kurz zu uns schalten. Ich freu mich auch so sehr auf diesen Abend!

Also, ihr Lieben, dann haben wir eine Verabredung am Sonntag, dem 24. um 19 Uhr im Literaturhaus oder im Stream auf YouTube. Und am Samstag, den 30. April um 20 Uhr im Instagram-Livestream.

Ich füge euch jetzt abschließend noch den offiziellen Einladungstext an, weil ich bereits diese Gemeinschaftsarbeit so wunderschön finde. Und weil ich um all die guten Impulse weiß, die die Gedanken dieser vier Schriftsteller*innen in einer Welt verankern können, die sich in so einem nicht mehr fassbaren, beängstigenden, erschöpfenden Zustand befindet und wir uns doch auch immer wieder unserer Privilegien bewusst werden müssen und für Menschen da sein müssen, die unsere Unterstützung brauchen und denen unsere ganze Solidarität gehört. Wir sehen uns im Stream. Am liebsten in beiden!

Danke von Herzen für euer Interesse! Ich freu mich sehr über alle, die diese Aktion mit uns tragen, die sie unterstützen, weiterleiten, teilen, ich freu mich über alle, die zuschauen und alle, die spenden können.

Auf ein gutes Lesen! 

Eure Maria

PS: Im Mai gibt es wieder einen klassischen Literatur-Newsletter mit vielen verschiedenen Themen, versprochen, und auch wieder regelmäßige Steady-Texte für meine Abonnent*innen. Das lag aus privaten Gründen jetzt im April ungewollt sehr brach und braucht auch noch Zeit und Kraft und Konzentration, die mir gerade fehlt. Ich danke euch sehr für euer Verständnis und die Geduld.

Li-Be Literaturhaus Berlin am 24.4. um 19 Uhr

Seit Wochen hält die Welt angesichts des Eroberungskrieges in der Ukraine und seinen Folgen den Atem an. Es scheint ein Zeitalter des Undenkbaren angebrochen zu sein, eine neue Gleichzeitigkeit grausamer geopolitischer Ereignisse. Wie ein Gespenst kehren die Drohkulissen des Kalten Krieges zurück. Die nukleare Option und die Gefahr eines weiteren Weltkrieges stehen plötzlich wieder im Raum. Unser aller Alltag hat sich seit dem 24. Februar grundlegend gewandelt: Jeden Tag erreichen uns Schreckensnachrichten. Ein neues Nebeneinander von moralischer Verzweiflung und politischer Vernunft, neue Zukunftsängste und hilflose Versuche des Verdrängens bestimmen unser Leben – und nicht zuletzt Trauer und Bestürzung angesichts des entsetzlichen Leids der Menschen in der Ukraine und der Millionen von Flüchtenden. Ihnen wollen wir an diesem Abend ein deutliches Zeichen unserer Anteilnahme und Unterstützung senden und möchten euch und Sie um Spenden bitten.

Zwischen Gabriele von Arnims, Marica Bodrožićs, Asal Dardans und Daniel Schreibers Büchern gibt es viele Gemeinsamkeiten. Auf ihre jeweils eigene Weise verbinden sie in ihren vielgelesenen und hochgelobten literarischen Essays das Persönliche mit dem Gesellschaftlichen, das Private mit dem Politischen. Die Autor:innen nutzen ihr eigenen Lebenserfahrungen als Sprungbrett für Reflexionen, die uns alle betreffen. Ihre Bücher kreisen stellenweise auch um ähnliche Fragen: Wie lässt es sich mit einem Erbe von Krieg, Gewalt, Flucht und Ausgrenzung leben? Wie mit den vielfältigen individuellen und kulturellen Verdrängungsmechanismen? Mit wachsender Unsicherheit und Zukunftsangst? Mit Problemen, die anscheinend keine Lösung, und Fragen, die keine einfachen Antworten haben? Wie lässt sich Zusammenleben gestalten, wenn so viele es offensiv verhindern wollen? Die vier Autor:innen lesen aus ihren Büchern und neuen Texten und sprechen mit Maria-Christina Piwowarski über ihr Erleben der vergangenen Wochen. Dabei kreisen sie Fragen ein, die selten so dringlich schienen wie heute: Wie wollen wir angesichts der sich ausbreitenden Schrecken leben? Wie den Weg vom Ich zum Wir gehen? Und was können wir tun?

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