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Pandabären, oder auch: die Champions auf der Toilette

Hallihallo,

schön, dass du wieder hereinliest. Erst einmal: Ich bin gerade so glücklich, wie das Naturarium für Kids angenommen wird. Fast 1.000 Familien haben sich angemeldet und es gibt auch schon 22 zahlende Unterstützer:innen, was natürlich einfach mega ist! 🥰 Ich mache gerade viele Zusatzausbildungen, unter anderem zur Naturpädagogin (will halt echt mehr mit Führungen usw. machen, vor allem auch mit Kindern), das frisst natürlich ein Loch ins Portemonnait.. monnaie... monnee? Egal, in die Geldbörse. Aber es macht mega Spaß, und mit der Unterstützung hier im Naturarium und im Naturarium für Kids kriege ich das immer besser gewuppt! Also: FETTES DANKE! ❤️❤️❤️❤️

So, nun aber genug gequatscht! Heute möchte ich dir etwas über Konkurrenz und ökologische Nischen in der Natur erzählen. Klingt erstmal trocken, aber ich gestalte es dir etwas anschaulicher, keine Sorge.

Gemütliche Sexmuffel

Pandas kennst du, oder? Der Große Panda (Ailuropoda melanoleuca) sieht zum Beispiel so aus:

So:

Oder vielleicht so:

Große Pandabären sind nicht gerade für einen dynamischen Lebenswandel bekannt, sie sind sogar so gemütlich, dass sie häufig zu lethargisch für Sex sind und in Gefangenschaft manchmal mit Pornos animiert werden müssen, "der Liebe zu frönen". Klingt komisch, ist aber wahr: 

"Um lustlose Pandas in Fahrt zu bringen, zeigen ihnen chinesische Forscher Videos mit eindeutigen Bärenszenen. Erste "Anzeichen von Aufregung" wurden bei den Sexmuffeln schon registriert."

Aus: Spiegel, 27.06.2002

Das etwas zu ruhige Verhalten des Großen Pandabären kommt von der extrem kargen Ernährung, auf die er sich spezialisiert hat: Er ernährt sich fast ausschließlich von Bambus. 

Nun ist es so, dass Bambus eigentlich eine eher schlechte Nahrungsquelle ist. Er enthält vergleichsweise wenig Proteine, dafür aber viel unverdauliche Zellulose. Um irgendwie auf einen ansatzweise ausreichenden Nährstoffgehalt zu kommen und den Tagesbedarf mit Ach und Krach decken zu können, müssen Pandabären gewaltige Mengen ihres auserkorenen Lieblingsfutters verschlingen, was bedeutet: sieben bis fünfzehn Kilogramm pro Tag, je nach Größe und Geschlecht. Und ihr Tagesbedarf ist dabei eigentlich sehr niedrig: In einer chinesischen Studie aus 2015 hat ein Forschungsteam um Yonggang Nie an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften ermittelt, dass der durchschnittliche Tagesbedarf der untersuchten Pandabären bei 5,2 Megajoule liegt, was ungefähr 1242 Kilokalorien entspricht, plus minus. Der vollständige Tagesbedarf eines Pandas ist also beispielsweise deutlich geringer als meiner – was krass ist, da die Flauschnasen zwischen 70 und 160 Kilogramm auf die Waage bringen, sie sind also nicht unbedingt klein.

Champion auf der Toilette

Die Wahl von Bambus als Hauptnahrungsquelle wirkt wie eine seltsame Entscheidung, oder? Vor allem: Der Große Pandabär gehört eigentlich zu den Carnivoren, also zu den Raubtieren, genau wie seine anderen Bärenkollegen. Er hat zwar schon in den letzten paar Millionen Jahren, in denen er auf pflanzliche Kost umgestiegen ist, einige evolutionäre Anpassungen durchgeführt. Sein Magen ist dickwandiger und muskulöser als der von reinen Fleischfressern, die Speiseröhre ist ebenfalls mit einer dickeren Schutzschicht ausgekleidet, er hat keinen Blinddarm. Und dennoch ist sein Darm noch der eines Raubtiers und für pflanzliche Kost nicht ideal aufgebaut. Dass es dennoch mit der Verdauung klappt, liegt an Bakterien, die neugeborene Pandas über den Kot ihrer Mütter aufnehmen und die dafür sorgen, dass sich der kleine flauschige Freund nicht halbtot pupst und die Darmflora im Gleichgewicht bleibt.

Und da sind wir bei noch einer Downside: Da das Verdauungssystem wie gesagt eigentlich gar nicht für rein pflanzliche Kost ausgelegt ist – der Panda ist kein Wiederkäuer oder ähnliches – ergibt sich noch ein delikates Problem: Da die Bambuskost den – für Carnivoren typisch – recht kurzen Darm super schnell passiert, da das meiste unverdaulicher Zellstoff ist, muss ein Pandabär oft aufs Klo. Und damit meine ich: richtig oft:

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