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Anpfiff!

Fußball ist Kunst. Ein Sport, der die Menschen vereint, obwohl zwei Teams gegeneinander antreten. Mir fällt keine faszinierendere Art und Weise ein, mit einem Ball umzugehen. Klar, das Spiel hat sich auf manchen Plätzen schon weit von den Menschen entfernt, aber Fußball ist eben nicht nur Profifußball. 

Als ich 2017 von Deutschland nach Israel zog, um an Weizmann-Institut zu forschen, kannte ich weder das Land noch dessen Sprache sonderlich gut. Selbst die Wissenschaft war sehr anders, als ich sie in Deutschland kennengelernt hatte: Ein anderer Stellenwert, ein anderer Anspruch, andere Möglichkeiten.

In dieser vollkommen unbekannten Umgebung saß ich also, und begann meine Programme zu schreiben, um hochkomplexe biomedizinische Daten auszuwerten – ich allein gegen 400 Millionen Datenpunkte. Plötzlich klopfte es an der Tür meines Büros, provisorisch in einem Schutzraum eingerichtet: Es war Chen, ich kannte ihn zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber er fungierte am Institut als eine Art Hausmeister und sagte in gebrochenem Englisch: "Wir haben jetzt die Weizmann-Olympiade: Du kannst entweder mit Basketball spielen oder Fußball." Trotz meines Größenvorteils entschied ich mich für den Fußball. 

In meinem Herrenfußball-Team waren Spieler vieler Nationen vertreten, genauso wie Studenten und Professoren. Chen gab den Spielertrainer im offensiven Mittelfeld. Ich fungierte als Schienenspieler auf der rechten Seite. Obwohl der Platz klein war, machte mir die Sonne zu schaffen. Zwar kamen wir nicht ins Finale, aber es war ja eine Olympiade: Dabeisein ist alles. Das galt im Besonderen an diesem Nachmittag. Denn ich lernte gute Freunde kennen, etwa meinen späteren Mitbewohner Chris, mit dem ich letztens erst ein Spiel des VfL 93 Hamburg in der Bezirksliga 3 besucht habe. Beim Fußball dabei zu sein, sei es nun als Spieler oder Zuschauer, lässt mich für einen kurzen Moment alle Widrigkeiten vergessen in einem Spiel, in dem es um Alles und Nichts gleichermaßen zu gehen scheint. 

Als ich am Abend der Olympiade in mein kleines Appartment in Rehovot zurückkehrt schmerzten mir die Knochen, ich war mit meinen 400 Millionen Datenpunkten nicht einen Schritt weiter gekommen, und doch hätte ich nicht glücklicher sein können, denn durch den Fußball bin ich in einem fremden Land angekommen. 

Die Wissenschaft hinter Fußball

Fußball und Wissenschaft wirken erst einmal wie zwei Themen, die recht wenig miteinander zu tun haben. Es werden zwar in Medien auch medizinische Faktoren immer mal wieder besprochen, aber gerade auf unabhängigen Fußballblogs und in Podcasts findet man wenig zu dem Thema. Seit einiger Zeit schreibe ich über dieses Themenfeld auf dem Millernton-Blog, will da aber noch intensiver einsteigen. Deshalb habe ich dieses Projekt ins Leben gerufen und hoffe, dass ihr euch ebenfalls für die Wissenschaft hinter Fußball interessiert und eure Lieblingssportart mal aus einer ganz anderen Perspektive beleuchtet bekommt. 

Lässt sich ein psychologischer Effekt im Profisport messen? Was muss man essen, um perfekte Bananenflanken schlagen zu können? Und was hat künstliche Intelligenz mit Verletzungen im Spiel zu tun? Das alles werdet ihr hier bald erfahren.

Das Projekt

Was für euch drin ist? Ihr werdet hoffentlich Zusammenhänge besser verstehen und könnt beim nächsten Fußballabend mit coolem Nerdwissen glänzen! Zwei mal im Monat bekommt ihr die Artikel kostenfrei ins Postfach, wenn ihr den Newsletter einfach nur abonniert. Spielt ihr im Team und wollt/könnt euch eine Mitgliedschaft leisten, bekommt ihr jede Woche einen Artikel ins Postfach und bekommt in den höheren Stufen auch noch Audiofolgen oben drauf.

Morgen (07. Mai) gibt es am Vormittag die erste Ausgabe für euch, also tragt eure Mailadresse schnell in den Newsletterverteiler ein, um nix zu verpassen! (:

So, ich hoffe, dass ich einige von euch mitnehmen und mit meiner Leidenschaft für Wissenschaft und Fußball anstecken kann. Ich freu mich!

Lorenz

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