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Tore zur Welt

Besonders kleinere Formate erfahren durch entsprechende Rahmung eine besondere Verwandlung und Aufwertung. Dabei kann der Bilderrahmen maßgeblich die Stimmung und Wirkung eines Bildes verändern, lenken oder unterstützen. Letzteres sollte stets angestrebt werden, funktioniert in der Praxis aber nicht immer. Bilder wie Landschaften mit viel Tiefenwirkung kann man in aller Regel mit tiefen Rahmen beikommen. Portraits eher mit flacheren Rahmen, die z.b. die Ornamentik eines Pullovers oder Schals wieder aufgreifen. Und trotzdem ist der Rahmen auch immer Geschmacksache. Mag man es eher schlicht oder reich verziert? Schlichte Rahmen haben den Vorteil, dass sie durch ihre Neutralität fast zu jedem Bild passen. Verzierte Rahmen sind individueller und ein stärkerer Bilckfang, sie sollten dementsprechend auch mehr dem Bild entsprechen, indem sie beispielsweise eine Farbe oder ein Zierelement des Bildes aufgreifen.

Mir sind neulich einige alte Rahmen unter gekommen, die den Glanz ihrer Zeit noch nicht ganz eingebüßt haben aber dennoch einige Arbeit erfordern.

Zunächst muss das alte Bild (in meinem Fall ein altes Foto) raus. Dazu entfernt man das meist lose Nassklebeband und zieht die alten Nägel mit einer Zange heraus.

Die Scheiben alter Rahmen nutze ich nie. In aller Regel handelt es sich um leicht grünliches Glas das nicht entspiegelt ist. Wer es schön haben und unbedingt eine Glasscheibe benötigt (z.B. bei einem Aquarell), der sollte sich entspiegeltes Glas oder gar Museumsglas (hohe Lichtdurchlässigkeit, stark entspiegelt) auf Maß anfertigen lassen.

Ein wichtiger und heikler Part sind die Eckverbindungen, in meinem Falle waren alle lose und nur noch mit Drahtstiften oder Nägeln verbunden. Wenn möglich versuche ich sie vorsichtig auseinander zu hebeln und die Nägel zu ziehen. Andernfalls belässt man den Rahmen so und gibt mit einem Span oder einer Nadel neuen Leim in die Fugen und presst den Rahmen zusammen.

Besser ist es natürlich alle Ecken auseinander zubekommen und den alten Leim mit einem Messer entfernen zu können, ehe man den Rahmen neu verleimt.

Das Passepartout

Gerade alte Rahmen bekommt man nie auf Maß, es sei denn mit sehr viel Glück. Da ist es gut wenn man mit einer Art Zwischenrahmen eine Brücke schlagen kann. Genau dazu eignet sich hervorragend das Passepartout.

Hierbei handelt es sich um einen säurefreien Karton, den man in unterschiedlichen Stärken, Farben und Texturierungen im Fachhandel erhält. Durch seinen neutralen PH-Wert greift er das später darunter liegende Bild nicht an und trägt somit zu einer hohen Alterungsbeständigkeit des Gesamtwerkes bei. Wichtig ist, dass das Passepartout nicht zu klein ist und dem Bild genug Raum zum atmen lässt.

Passepartouts zeichnen sich durch den dekorativen 45° Schnitt aus, der nur mit entsprechenden Passepartoutschneidern sauber auszuführen ist. Auch diese kann man sich auf Maß im Fachhandel schneiden lassen. In meinem Fall lohnt es sich sie selbst zu schneiden, auch wenn das anzeichnen viel Konzentration und das Schneiden der dicken Kartons einiges an Kraft und Geduld erfordert.

Beste Grüße aus dem Atelier, Stefan Bleyl

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