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#280 (Baise-moi“ - Virginie Despentes, „Dopamin & Pseudoretten“ - Varina Walenda, „Sadismus mit und ohne Sade“ - Iris Därmann)

Der Deutsche Buchpreis 2023 wurde vergeben: Wir gratulieren Tonio Schachinger, dessen Werk „Echtzeitalter“ zum besten deutschsprachigen Roman des Jahres gekürt wurde. Im Vorgeplänkel werfen wir noch einmal einen Blick auf den Siegertitel – und natürlich kommt bei uns auch Tonio selbst zu Wort! Weitere Glückwünsche gehen raus an Charlotte Gneuss, die mit ihrem Debüt „Gittersee“ jetzt den „aspekte“-Literaturpreis 2023 gewonnen hat.

„Baise-moi – Fick mich“, das Debüt der französischen Autorin Virginie Despentes, wurde erstmals 1999 veröffentlicht und ist jetzt in einer neuen deutschsprachigen Auflage erschienen. Im Buch kreuzen sich die Wege von Nadine und Manu: Beide sind frisch traumatisierte, gewalterfahrene Sexarbeiterinnen, die ihrer Wut und Rache freien Lauf lassen. Der brutale, explizite Plot sorgte einst für einen Skandal. Wir prüfen, welche Wucht dieses Frühwerk heute noch entfaltet.

Transmann Janis ist einsam und unglücklich: Der Berliner Kulissenbauer ist auf der Suche nach sich selbst und der Liebe. Erst als seine neue Kollegin Irina die Szene betritt, scheint das Glück in greifbare Nähe zu rücken. In ihrem Debüt „Dopamin & Pseudoretten“ stellt die Assistenzärztin Varina Walenda eine Transperson in den Mittelpunkt. Wir begrüßen queere Protagonist*innen, aber reicht das schon für einen überzeugenden Roman?

Der Marquis de Sade war nur ein kinky Lustmolch, seine Bücher perverser Schweinkram? Iris Därmann räumt mit dieser Denke auf: In ihrem Sachbuch „Sadismus mit und ohne Sade“ vertritt sie die Theorie, dass Sade in seinen Schriften die systemische Gewalt von Versklavung und Kolonialismus literarisch anprangert. Ob und wie das funktioniert und was die Nazis mit diesen Theorien zu tun haben, das schauen wir uns ganz genau an!

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