Heilpflanzen für spezielle Beschwerden: Entzündungen & Wundheilung

Natürliche Heilpflanzen bieten eine sanfte, aber wirksame Möglichkeit, Entzündungen zu lindern und die Wundheilung zu unterstützen. Schon seit Jahrhunderten werden Pflanzen wie Ringelblume, Kamille und Johanniskraut in der traditionellen Heilkunde genutzt. Ihre entzündungshemmenden, antibakteriellen und regenerierenden Eigenschaften machen sie zu wertvollen Helfern in der natürlichen Pflege.
Doch nicht jede Anwendung ist für alle Tiere geeignet. Während einige Heilpflanzen sowohl für Menschen als auch für Hunde, Pferde und Kleintiere unbedenklich sind, können sie bei Katzen oder empfindlichen Tieren unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Daher ist es wichtig, die richtige Dosierung und Anwendung für jedes Tier individuell zu beachten.
In diesem Artikel erfährst du, welche Wirkung Ringelblume, Kamille und Johanniskraut auf den Organismus haben, wie sie gezielt zur Wundheilung eingesetzt werden können und welche Besonderheiten es bei der Anwendung für verschiedene Tierarten gibt. Zudem erhältst du wertvolle DIY-Rezepte für natürliche Heilmittel, die du ganz einfach selbst herstellen kannst.
Ringelblume (Calendula officinalis)

Eigenschaften: Entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, antibakteriell
Anwendung für Menschen:
Ringelblumensalbe bei Hautverletzungen, Ekzemen und leichten Verbrennungen
Ringelblumentee zur inneren Anwendung bei Magen-Darm-Beschwerden oder als Spülung für Wunden
Anwendung für Tiere:
Hunde & Pferde: Ringelblumensalbe oder -aufguss zur Behandlung kleiner Wunden und Hautreizungen
Katzen: Vorsicht! Katzen reagieren empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe in Salben mit Alkohol oder ätherischen Ölen
Kleintiere (z. B. Kaninchen, Meerschweinchen): Verdünnter Tee zur Reinigung kleiner Hautverletzungen
Vorsicht: Keine innerliche Anwendung bei Katzen, da einige Inhaltsstoffe von der Leber schlecht abgebaut werden.
Kamille (Matricaria chamomilla)

Eigenschaften: Beruhigend, entzündungshemmend, antiseptisch
Anwendung für Menschen:
Kamillentee bei Magen-Darm-Beschwerden oder als Inhalation bei Erkältungen
Kamillenaufguss zur Haut- und Wundpflege
Anwendung für Tiere:
Hunde & Pferde: Kamillentee zur Beruhigung des Magens oder als Umschlag für Entzündungen
Katzen: Nur sehr vorsichtig anwenden, da sie empfindlich auf einige Inhaltsstoffe reagieren können
Kleintiere: Verdünnter Kamillentee zur Pflege von gereizter Haut oder zur sanften Wundreinigung
Vorsicht: Nicht direkt ins Auge geben, da Kamille die Schleimhäute reizen kann. Katzen sollten nur sehr geringe Mengen bekommen.
Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Eigenschaften: Wundheilungsfördernd, antibakteriell, nervenstärkend
Anwendung für Menschen:
Johanniskrautöl zur Pflege von Wunden, Hautentzündungen und Narben
Innerlich (z. B. als Tee oder Kapseln) zur Stimmungsaufhellung
Anwendung für Tiere:
Hunde & Pferde: Johanniskrautöl zur äußeren Wundbehandlung
Katzen: Nicht anwenden! Johanniskraut kann für Katzen giftig sein
Kleintiere: Sehr vorsichtige Anwendung nur äußerlich und in stark verdünnter Form
Vorsicht: Johanniskraut macht die Haut lichtempfindlicher – nach Anwendung direkte Sonneneinstrahlung meiden. Katzen und Kleintiere sind besonders empfindlich und sollten besser andere Heilpflanzen nutzen.
DIY-Rezepte mit Heilpflanzen
1. Ringelblumen-Salbe für Haut und Wunden

Zutaten:
2 EL getrocknete Ringelblumenblüten
100 ml Olivenöl oder Kokosöl
10 g Bienenwachs (optional für festere Konsistenz)
Zubereitung:
Ringelblumenblüten in das Öl geben und 1–2 Stunden sanft erwärmen (nicht kochen!)
Durch ein Sieb abseihen und mit dem Bienenwachs schmelzen
In ein sauberes Glas füllen und auskühlen lassen
Anwendung:
Für Menschen und Hunde zur Pflege von Hautreizungen und Wunden
Für Pferde als natürliche Wundsalbe
Nicht für Katzen geeignet!
2. Kamillen-Wundspray

Zutaten:
250 ml abgekochtes Wasser
2 EL getrocknete Kamillenblüten
Zubereitung:
Kamillenblüten mit heißem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen
Abseihen und in eine Sprühflasche füllen
Nach Bedarf auf Hautreizungen oder Wunden sprühen (nicht ins Auge!)
Anwendung:
Für Menschen, Hunde und Pferde geeignet
Kleintiere nur mit verdünntem Spray behandeln
Katzen nur in minimalen Mengen
3. Johanniskraut-Öl gegen Entzündungen

Zutaten:
1 Handvoll frische Johanniskrautblüten
200 ml hochwertiges Olivenöl
Zubereitung:
Blüten in ein Schraubglas geben und mit Olivenöl auffüllen
4–6 Wochen an einem sonnigen Ort ziehen lassen, täglich schütteln
Durch ein feines Sieb abseihen und in dunkle Flaschen füllen
Anwendung:
Für Menschen, Hunde und Pferde zur Wundpflege
Nicht für Katzen und empfindliche Kleintiere geeignet
Ringelblume, Kamille und Johanniskraut sind kraftvolle Heilpflanzen für die Wundheilung – doch nicht jede Pflanze ist für jedes Tier geeignet. Besonders Katzen reagieren empfindlich auf viele pflanzliche Wirkstoffe, da ihr Stoffwechsel bestimmte Substanzen nicht so gut abbauen kann wie der von Hunden oder Menschen. Einige Heilpflanzen, darunter auch Johanniskraut, können für Katzen sogar toxisch sein, weshalb sie bei dieser Tierart vermieden werden sollten. Auch bei Kleintieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen ist Vorsicht geboten, da ihr Verdauungssystem sehr sensibel ist und selbst kleine Mengen an ätherischen Ölen oder bestimmten sekundären Pflanzenstoffen problematisch sein können.
Mit dem richtigen Wissen können diese natürlichen Helfer jedoch sicher und wirksam bei Mensch und Tier angewendet werden. Eine schrittweise Gewöhnung sowie das Testen auf Verträglichkeit sind dabei entscheidend. Besonders bei empfindlichen Tieren sollte zunächst eine sehr kleine Menge aufgetragen oder verabreicht und die Reaktion genau beobachtet werden.
Noch ein kleiner Hinweis für so genannte Nutztiere und Exoten:
Rinder

Ringelblume und Kamille: Diese Pflanzen werden in der Veterinärmedizin zur Unterstützung der Wundheilung und bei Hautentzündungen eingesetzt. Sie gelten als sicher für Rinder, sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet.
Johanniskraut: Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Jakobskreuzkraut, das für Rinder toxisch ist. Giftig ist Johanniskraut selbst nicht, doch nach Aufnahme großer Mengen kann es bei Weidetieren zu Fotosensibilisierung führen. Das bedeutet, dass unpigmentierte oder wenig behaarte Hautstellen durch Sonneneinstrahlung entzündlich reagieren können, was Blasen und Geschwüre zur Folge haben kann. Dazu müssen Schafe beispielsweise täglich etwa 100 g frische Blätter aufnehmen, während Rinder 0,5 – 0,6 % ihres Körpergewichts konsumieren müssten, um betroffen zu sein. (Quelle: Dr. Schaette (Öffnet in neuem Fenster))
Schweine

Ringelblume und Kamille: Es gibt keine spezifischen Hinweise auf Unverträglichkeiten bei Schweinen. Dennoch sollte die Anwendung in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen.
Johanniskraut: Mir liegen leider keine gesicherten Daten zur Verträglichkeit bei Schweinen vor, daher sollte Johanniskraut nur nach tierärztlicher Rücksprache verwendet werden.
Ziegen und Schafe

Ringelblume und Kamille: Diese Pflanzen gelten als sicher und werden traditionell zur Behandlung von Hautproblemen eingesetzt.
Johanniskraut: Wie bei Rindern besteht auch hier die Gefahr der Verwechslung mit dem giftigen Jakobskreuzkraut. Eine sichere Identifizierung der Pflanze ist daher essenziell.
Hühner und Vögel

Ringelblume und Kamille: In kleinen Mengen können diese Pflanzen zur Unterstützung der Gesundheit eingesetzt werden. Allerdings sollte die Dosierung sorgfältig erfolgen, da Vögel empfindlich auf Überdosierungen reagieren können.
Johanniskraut: Hier liegen mir leider keine gesicherten Daten zur Anwendung bei Geflügel vor, daher ist Vorsicht geboten.
Echsen und Schildkröten

Ringelblume und Kamille: Bei Reptilien ist die Anwendung von Heilpflanzen weniger erforscht. Eine äußerliche Anwendung könnte potenziell sicher sein, jedoch sollte immer ein reptilienkundiger Tierarzt konsultiert werden.
Johanniskraut: Hier fehlen mir leider gesicherte Daten, daher sollte Johanniskraut bei Reptilien vermieden werden.
Tipp: Vor der Anwendung immer sicherstellen, dass das Tier nicht allergisch reagiert und im Zweifel einen Tierarzt konsultieren! Auch wenn Heilpflanzen eine natürliche Alternative zu Medikamenten sein können, sollten sie verantwortungsvoll und gezielt eingesetzt werden, um Nebenwirkungen oder Überreaktionen zu vermeiden. Fehlende Daten werden nach Kenntnis nachgetragen. Es lohnt sich also hin und wieder rein zu schauen.