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hildegard

Künstlerische Dokumentation eines Erinnerungsorts

Als Projekt des Sono Kollektivs, meines Kollektivs für Ambient und Raummusik war hildegard von Beginn an nie nur ein Musikprojekt. Ich entdeckte die Kölner Kirche St. Hildegard in der Au bei einer Recherche für unsere Konzertreihe Betonklang, bei der es um Konzerte in brutalistischen Kirchenräumen geht. Eigentlich entdeckte ich sie wieder, denn ich wohnte zuletzt nur einige hundert Meter von dem etwas düsteren Kirchengebäude entfernt. 

Der zeitgenössische Architekt Stefan Leuer hatte die Kirche erbaut - und schon der zweite Google-Eintrag den ich fand, lautete: "St. Hildegard in der Au kommt weg". Und tatsächlich, schon einige Jahre war beschlossen, dass das Kirchengebäude aufgegeben und abgerissen werden soll, da die Gemeinde zu klein und gleichzeitig der Sanierungsbedarf immer größer geworden war. Die letzte Messe war im September 2020 gefeiert worden, der Raum war seither geschlossen.

Schon wollte ich die Kirche von meiner Liste streichen, da kam mir der Gedanke, dass es für uns als Kollektiv mit einem Fokus auf die Schnittstelle von Musik und Architektur natürlich äußerst reizvoll wäre, an solch einem "aufgegebenen" Ort ein Projekt zu machen. Ein Konzert würde sicherlich nicht gehen, da war ich mir sicher (Versicherungstechnische Gründe und so). Aber vielleicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit? 

Gemeinsam mit der Betonklang-Arbeitsgruppe des Kollektivs entwickelten wir schließlich ein Konzept, das vorschlug, nach Gesprächen mit Gemeindemitgliedern drei Videos in dem geschlossenen Kirchenraum zu drehen. Diese sollten neben live gespielter Musik auch die Architektur und Atmosphäre der Kirche zeigen und so für die Nachwelt bewahren - eine künstlerische Dokumentation.

(Die Videos sind unten in diesem Beitrag verlinkt)

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