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Das Unbehagen einer jungen Autorin

von Natalia Mleczko

Schreiben ist eine wunderbare Sache. Der Schreibprozess lehrt, ordnet ein und hinterlässt ein befriedigendes Gefühl. Doch nicht immer fällt das Schreiben einem leicht. So viele Termine, so viele Dinge müssen erledigt werden - nie bleibt genug Zeit zum Schreiben. Tätigkeiten, die anmuten als eine Art Hobby, sind die ersten Tätigkeiten, die gestrichen werden, wenn ein Tag überfüllt ist mit Erledigungen und Terminen. Aber wie kann man künstlerisch tätig sein? 

Die Netzrecherche und Literatur einiger Autobiographien zeigen in der Regel zwei Möglichkeiten, wie man seine wenige Zeit doch der Kunst widmen kann. Es scheint, dass viele Schriftsteller ganz früh morgens oder ganz spät abends mit dem Schreiben beginnen. Immer zu einer Zeit, in der Ruhe und Stille sie umgarnt. Elizabeth Gilbert, Siri Hustvedt und Stephen King sind die frühen Vögel. Margarete Stokowski, Gloria Steinem und Alice Walker sind späte Eulen. Macht die Uhrzeit einen unter anderem zum Autor? Die Regelmäßigkeit und Disziplin immer weiterzumachen, obwohl viele kleine Stimmen im Kopf einen in Frage stellen? Und wie ist es mit realen „Hindernissen“? Wie mit Freunden, Familien und Arbeitskollegen, die die Aspirationen nicht nachvollziehen können und wollen? Wie macht man weiter, obwohl alles schwer erscheint? Elizabeth Gilberts Antwort: weitermachen. Sich nicht von der Angst lenken lassen, sondern der Freude an der Tätigkeit frönen. Diese kostbare Zeit nutzen und genießen. Egal wie kurz dieser Moment ist, nutze ihn. Genieße die Zeit, die du hast. Denke, schreibe, denke und folge der Geschichte, wohin sie dich schreiben lässt. 

Mein Verstand versteht, aber er erschrickt oft vor der Tätigkeit selbst. Jahrelanger Zweifel hat Spuren hinterlassen, der in den nächsten Jahren wieder verlernt werden muss. Es gilt ein neues Leben hereinzulassen, einen Weg zu beschreiten, den ich nicht kenne und der auf mich nicht wartet. Ich bin nur da und habe Aspirationen. Nichts weiter. 

Ich will lernen, ich will wachsen und ich will Geschichten schreiben. Meistens nur für mich. Es erfreut mich. Doch kommen wir zurück zum Thema der Zeit. Wie priorisiert man seine Zeit? Effizienz und Effektivität sind wichtige Komponenten der Ordnung, aber oft im Widerspruch zur künstlerischen Tätigkeit. Für das Schreiben braucht es Zeit, Ruhe und auch dann und wann Langeweile. Ich bin mir sicher, man muss Zeit in einem Block zusammenbringen, in der Zeit, in der der Verstand wach und munter ist. Das ist bei jedem anders. Manchmal hat man keine Wahl und muss schreiben, dort wo sich eine Zeitspanne ausbreitet. Auch wenn es schwerfällt. Ein Satz ist schon manchmal ein Erfolg. Meinen Schreibprozess möchte ich gern weiter mit euch teilen. Interesse am Austausch? 

Wie funktioniert euer Schreibprozesse? Welche Rituale und Routinen habt ihr im Laufe eurer Karriere entwickelt? Wo setzt ihr eure Prioritäten? Schreibt mir gern in die Kommentare!

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