Selbstregulation

Ehe ein Missverständnis aufkommt - für eine gute und effektive Selbstführung braucht es sowohl Selbstkontrolle, als auch Selbstregulation.  In der Selbstkontrolle geht es darum, aufkeimende und unerwünschte Gefühle zu kontrollieren.

Das ist eine immense Willensanstrengung und läuft meistens darauf hinaus, dass wir unsere Emotionen unterdrücken. Das kann situativ arg nützlich und hilfreich sein, ist jedoch auf Dauer sehr kräftezehrend und - als alleiniger Hebel - selbstschädigend.  Das Konzept der Selbstregulation meint die Fähigkeit, Gefühle zu kanalisieren, anzunehmen und zu verarbeiten. Insbesondere in Konfliktsituationen oder nach Niederlagen wird die eigene Gefühlswelt reguliert, um nicht in anhaltendem Frust zu versinken oder steckenzubleiben, sondern wieder aufzustehen und weiterzumachen.  Ein hilfreicher Tipp, um auf äußere Reize angemessener und energieschonender zu reagieren, ist zum Beispiel in die Rolle des*r Inneren Beobachter*in zu schlüpfen. Dabei geht es darum, sich selbst von einem neutralen Punkt aus (wie von außen) zu beobachten und ohne Wertung wahrzunehmen: Welche Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen sind da gerade bei mir am Werk?  Dazu brauchst ein paar ruhige Minuten, in denen du deine Aufmerksamkeit nach innen richtest. Wenn es dir gelingt, deine Atmung zu beobachten, kannst du dich bspw. fragen:   "Wie fühle ich mich gerade? Und wo im Körper spüre ich das?" "Welche Gedanken gehen mir durch den Kopf?" Die Unterscheidung zwischen Gedanken und Gefühlen ist in der Selbstführung wesentlich: Gedanken oder Grübeleien können wir, sobald wir sie bemerken, ruhig vorbeiziehen lassen, vielleicht sogar ignorieren. Das ist im Umgang mit Gefühlen nicht ratsam. Wenn unser Inner Beobachter ein Gefühl wie Freude, Wut oder Angst entdeckt, sollten wir uns dem Gefühl kurz zuwenden und anerkennen, dass es da ist. Weder das Ignorieren, noch das Dramatisieren von Emotionen ist angemessen.  Darin wird auch die eigentliche Kunst der Selbststeuerung deutlich: Diese liegt im situations- und zielangemessenen Wechselnkönnen zwischen selbstregulativen und selbstkontrollierenden Massnahmen. Das liest sich nicht nur ziemlich fordernd, sondern ist es gelegentlich auch. So bedarf eine gute Selbststeuerung nicht nur regelmäßige Übung, sondern auch eine ordentliche Portion Geduld und Milde mit uns selbst (und anderen). 

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