Selbstregulation ist die Fähigkeit, eigene Gedanken, Gefühle und Verhalten an die Anforderungen einer bestimmten Situation anzupassen, um eigene Ziele optimal verfolgen zu können.  So klingt diese Begriffsdefintion zunächst sehr nach Beschränkung, Verzicht, übertriebener Disziplin und dem Zwang zur Selbstoptimierung. Das ist jedoch falsch. 

Ein Teil davon gehört zwar tatsächlich zur Selbstregulation, allerdings werden die eigenen Emotionen und Gedanken weder ignoriert, noch weggedrückt, sondern in Einklang gebracht, um so am Ende selbstbestimmt(er) zu handeln.  Was sich bis hierhin nach einem sehr Ich-fokussierten Prozess anhört, hat auch Auswirkungen auf unsere Beziehungen bzw. Interaktionen mit anderen. Wenn ich meine Gedanken, Emotionen und mein Verhalten selbst gut regulieren und aussteuern kann, steigert das meine Komptenz des Containings. Containing bezeichnet in der Psychologie die Fähigkeit, Projektionen des Gegenübers zunächst aufzunehmen und ohne eigene Emotionen, welche durch die Projektionen ausgelöst werden, zu agieren.  

Ob als Führungskraft, Coach, Elternteil, Partner*in etc.: (Entwicklungs-)Prozesse auf diese Art und Weise für andere halten zu können, macht uns zu wertvollen Wegbegleitern. Denn in einem solchen Rahmen, frei von (Be-)Wertungen, Erwartungen, wo Menschen gesehen werden und einfach "sein können", kann tiefgehender und umfassender Persönlichkeitswachstum stattfinden. 

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