Der Wanderer

Wieso du dein Werk heute noch teilen solltest. 

Die letzten Tage sind energetisch irgendwie „dicht“. Und hätte ich vor einigen Monaten noch nicht gewusst, was das bedeutet, so kann ich es inzwischen zumindest spüren. Erklären kann ich es immer noch nicht. Oft fühlt es sich an, als öffnet sich ein schwarzes Loch und zieht dich runter. Die Welt erscheint ein bisschen grauer, die Ereignisse überschlagen sich, manches scheint schwer zu verdauen. Und dann gibt’s in diesen Momenten, Stunden und Tagen immer wieder Lichtblicke und Zeichen. Lichtzeichen, könnten man auch sagen. 

An so einem Tag bin ich letzte Woche spazieren gegangen. Ich hatte eigentlich keine Zeit, weil ich ganz viel erledigen wollte zuhause am Computer, solange meine Tochter in der Spielgruppe ist. Und dann lauf ich los und bin noch keine 5 Minuten unterwegs, als eine Taube frech direkt vor mir auf ein Hausdach flattert. Ich schau ihr nach und mein Blick trifft den eines älteren Herrn, der ebenfalls von der Taube überrascht wurde. 

Er sieht aus wie ein Wanderer, mit dem riesigen Rucksack auf dem Rücken und dem großen Holzstab, der ein bisschen ausschaut wie der von Gandalf aus Herr der Ringe. Ich hab meine AirPods in den Ohren, lächle ihn flüchtig an und will rasch vorbeilaufen, denn ich hab ja eigentlich gar keine Zeit für sowas. 

Ich hab schon fast mein Schnell-weg-Tempo erreicht, als er mir hinterherruft: 

„Haben Sie kurz Zeit?“ 

Als hätte ich’s geahnt … ich drehe mich und sage: „Natürlich, worum geht’s denn?“ Und irgendwie kann ich mir den Gedanken nicht verkneifen, dass er mir irgendwas verkaufen möchte. Ich gehe die paar Schritte zurück zu ihm und sehe mir den Holzstab an, den er an einen Baum gelehnt hat. Ein Adlerkopf ist dort hineingeschnitzt mit einem Auge. Ich muss wieder an Mordor denken … „Ein echt besonderer Stab ist das“, sage ich bewundernd. „Ja“, lacht er. „Da hat sich jemand Mühe gegeben, wahrscheinlich ist eine Kamera drin - wir werden ja alle überwacht.“ 

Haha. Sowieso. 

„Ich möchte Ihnen gern ein paar Fotos zeigen“, sagt er und kramt in seinem Rucksack. Er zieht ein Buch heraus, das auf dem Titelbild die Heilige Maria von Lourdes zeigt (nicht, dass ich das erkannt hätte, es stand so im Titel) und drückt es mir in die Hand. „Halten Sie das bitte kurz?“

Natürlich. Da steh ich also mit der heiligen Maria in der Hand und denk mir, der Moment könnte nicht seltsamer werden. Vermutlich will er irgendwelche religiösen Schriften oder sonstwas verkaufen oder mich missionieren. Dabei wollte ich nur laufen gehen. 

Dann überrascht er mich wirklich. 

Das war's erst mal!

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