Die Essenz von Woodstock!

Was war die Essenz von Woodstock? Meiner Meinung nach, dass tausende Menschen zeitgleich gemeinsam erlebt haben wie sich Frieden anfühlt. Sie fühlten Frieden, das war die Essenz!

Ich leihe mir einen Gänsehaut-Satz von Christina Wolf aus. Sie sagt: "Wenn die Sehnsucht größer ist als die Angst, wird Mut geboren!"

Wenn die Sehnsucht größer ist als die Angst, wird Mut geboren ...

Die Sehnsucht nach Frieden war zur Zeit von Woodstock enorm groß. Sehnsucht sprengt die Ketten der Angst! Sehnsucht, die nicht erfüllt wird, kann uns stärker in die Knie zwingen als Angst es kann! Drohungen, die uns zuvor noch in Schach halten konnten, prallen dann an uns ab!

Woodstock stand zunächst unter keinem guten Stern. Viele wollten dieses Event verhindern! Angst bahnt sich ihren Weg, Sehnsucht aber auch!

Wie alles im Leben hat auch Sehnsucht positive und negative Aspekte. Bekommen ihre positiven Aspekte die Oberhand, passieren Wunder!

Die Essenz von Woodstock ließe sich auf leichte Weise auch ohne Drogen dauerhaft und weltweit selbst unter erschwertesten Bedingungen für jeden erlebbar machen! Und zwar indem friedensinteressierte Menschen aller Nationen z. B. jeden 3. Montag im Monat 10 Minuten Zeit ins gemeinsame Friedenfühlen investieren nach folgendem Zeitplan: von Samoa bis Amerikanisch Samoa.

Etwas ähnliches passiert schon! Einige Tausend Menschen, die eine bestimmte Art der Meditation beherrschen, schließen sich immer wieder zusammen, um für den Weltfrieden zu meditieren. Auf diese Meditationsform schwören viele amerikanische Veteranen mit posttraumatischem Stress-Syndrom, da ihnen bisher nichts besser half wieder ins normale Leben zurück zu finden. Diese Meditationsform nennt sich Transzendentale Meditation und wurde durch den Inder Maharishi bekannt. In den Staaten hat sich die David Lynch Foundation dem Thema angenommen, um so vielen Menschen wie möglich mit dieser Meditationsform zu helfen. Sie haben bekannte Mitstreiter wie Elvis Costello, Larkin Poe, Graham Nash, Clint Eastwood, Angélique Kidjo, Kesha, Kim James, Paul McCartney, Ringo Starr und auch Sting:

https://www.youtube.com/watch?v=3IA_GAbZcTU

Meditation, ob transzendental oder in anderen Formen, ist ein interessantes Themenfeld über das wir immer noch nicht alles wissen. Aber selbst wenn viele diese oder andere Meditationsformen nicht, bzw. noch nicht beherrschen, können Meditationserfahrene und Nicht-Meditationserfahrene gemeinsam dem Ziel Weltfrieden näher kommen!

Das Experiment auf Sardinien soll dies anstoßen! Sardinien wird am 20. März 2022 ein Band des Friedens über die Insel legen. Von 10:10 Uhr bis 20:20 Uhr werden alle mitmachenden Gemeinden nacheinander sich für 10 Minuten ins Friedenfühlen einbringen stellvertretend für die ganze Welt. Die Daten und Effekte der Aktion werden wissenschaftlich aufbereitet, um mit neuen Kriterien und Möglichkeiten die nachgewiesenen positiven Effekte - vorausgegangener und schon längst vergessener Studien - zu überprüfen. Damals wies man nach, dass ein tausendfach gemeinsames Friedenfühlen sich positiv auf das Umfeld auswirkt, Unfälle und Straftaten sanken in den jeweiligen Regionen signifikant! Was wird sich zeigen, wenn so viele wie möglich der über 1,6 Millionen Sarden beim Experiment mitmachen?

Ich hätte nichts dagegen, wenn wir jährlich in allen Ländern der Welt Woodstock wiederholten! Für mich ganz persönlich, gerne ohne Drogen, aber sehr gerne mit dem Gefühl von Love, Peace and Understanding!

Leider ist nicht in allen Staaten der Welt die Voraussetzung dafür gegeben. Aber die Essenz von Woodstock, also das gemeinsame Friedenfühlen, lässt sich selbst unter widrigsten Umständen weltweit umsetzen. Und wie man Essenz erlebbar macht, dass ist für uns seit Jahren unser tägliches Geschäft!

Wer einen Marathon laufen will, muss dafür diszipliniert trainieren. Man kann den Trainingsprozess nicht abkürzen. Aber man kann Effekte, die im Training entstehen, auch durch andere Übungen erreichen. Der Lernprozess entsteht auf dem Weg nicht am Ziel. Je nach dem wie die Rahmenbedingungen dieser Übungen sind, verläuft der Lernprozess spielerischer und schneller. Einen Marathon kann man dann immer noch nicht absolvieren, aber das Gespür, dass durch das harte Training entsteht, entwickelt man trotzdem - nur auf leichtere Weise.

Dass Woodstock das werden konnte, was es geworden ist, hing ganz stark mit den Rahmenbedingungen zusammen. Hätte die Gemeinde Woodstock nicht eine Absage erteilt, hätte das Festival (das trotz Absage den Namen dieser Gemeinde trug) nicht werden können, was es geworden ist. Mit dem tatsächlichen Veranstaltungsort Bethel war der Name der Gemeinde wohl schon Programm ...

Wenn man für einen Moment innehält und kurz auf sich wirken lässt, dass der Name Bethel für "das Haus Gottes" steht und das Event, das mit den Worten Peace & Love geworben hat, sich eigentlich eher unbeabsichtigt zu Bethel rüber zog, kann einem ein kleiner Schauer über den Rücken laufen. Oder? Gott ... egal welche Religion ihn zu beschreiben versucht, Peace & Love gestehen sie ihm alle zu. Vielleicht ist das, was alle Religionen meinen, wenn sie von Gott reden, das Gefühl von Peace & Love ...

Auf jeden Fall im "Haus Gottes" passte alles: das große Herz und die große Gelassenheit von dem Farmer Max Yasgur, die nach allen Seiten offene Wiesenfläche, der nahe See, die Hilfe der Hog Farm und der umliegenden Bevölkerung, selbst der Regen und vieles mehr:

https://www.youtube.com/watch?v=YQ5ra9VtOWI

Schon wenn man sich dieses Video anschaut, kann man eine Idee davon bekommen, wie es gewesen sein muss, wenn man es live erlebt hätte. Und wie beseelt man von so einem Erlebnis sogar 50 Jahre später immer noch sein kann, kann man halbwegs erahnen, wenn man Santana zuhört:

https://www.youtube.com/watch?v=Kd9ShWhn2no

Wir sollten nicht unterschätzen wie kraftvoll es ist, was wir erleben! Wir Menschen sind so "gestrickt", dass uns nichts ein größerer Lehrmeister sein kann als das Erlebnis! Das gilt für ganz schlimme traumatische Erlebnisse, aber eben auch für Erlebnisse die voller Freude und Liebe sind!

Schaut Euch Santana an!

Hört Leuten zu die dort waren!

Es passiert etwas mit ihrer Stimme, wenn sie sich in dem Moment, in dem sie darüber sprechen, zurück erinnern. Man kann es in ihren Stimmen hören. Die Worte formen sich zu einer Melodie. Selbst wenn man die Sprache nicht versteht, versteht man die Aussage aufgrund der Melodie in der Stimme. Deshalb kann Musik bei uns so viel bewirken. Musik ist Melodie! Musik braucht keine Sprache, Musik ist Sprache! Musik versteht man nicht im Kopf, Musik versteht man im Herzen!

Als Santana 1987 im damaligen Ostberliner Palast der Republik  auftrat, war er begeistert von der euphorischen Stimmung, die auch ganz ohne Drogen möglich war. Die Drogen brauchen wir gar nicht. Es ist die Musik, der der wahre Zauber anhaftet!

Um ein weiteres Beispiel zu nennen wie erlebte Freude unser Lehrmeister wird: wir wissen alle, dass zu einer gesunden Lebensweise Bewegung gehört. Aber wenn uns die Möglichkeit geboten wird eine Treppe oder eine Rolltreppe zu nutzen, tendiert die große Mehrheit zur Rolltreppe. Das ist noch unseren urzeitlichen Instinkten geschuldet, dass wir bezogen auf unsere Körperkräfte energiesparend handeln. Wenn man Menschen nun den positiven Effekt der Bewegung spüren lassen möchte, muss man Veränderungen an den Rahmenbedingungen vornehmen. Wer die Rolltreppe statt der Treppe nimmt, kann den Effekt nicht spüren. Aber der innere Schweinehund ist hartnäckig! Mit welcher Übung könnte man ihn zu überwinden lernen?

Wie schon erwähnt sind unsere Gehirne so konstruiert ("gestrickt"), dass uns allen das Lernen durch Erleben am leichtesten fällt. Schon im Mutterleib lernen wir durch Erleben. Es ist also für Menschen die ursprünglichste Art zu lernen!

Bildquelle: https://www.edugroup.at/praxis/monatsschwerpunkt/bewegung-macht-schlau/detail/07-bewegtes-lernen-was-ist-damit-gemeint.html

Leider setzen wir gerade in der Schulbildung auf die Lehrmethoden, die uns am schwersten fallen und zudem auch noch wenig effektiv sind. Der Wert der Didaktik, im besonderen der gehirngerechten Didaktik, wird immer noch unterschätzt!

Selbstverständlich gibt es auch Menschen die trotz uneffektiver Lehrmethoden zügig voran kommen. Das Gehirn ist im klassischen Sinne kein Muskel, aber ähnlich einem Muskel kann man auch das Gehirn trainieren. Wer sich früh im Trainieren des Gehirns übt, wird der Marathonläufer unter den Lernenden, die den uneffektiven Lehrmethoden ausgesetzt sind.

Wenn Menschen also lesen, dass es gesünder ist die Treppe anstelle der Rolltreppe zu nehmen, kann die Masse daraus fast keinen Lerneffekt ziehen. Vorträge darüber abzuhalten ist minimal effektiver. Wirklich effektiv würde es, wenn die Menschen einfach mal ausprobieren würden die Treppe zu nehmen. Aber wie bekommt man sie nun auf die Treppe, damit sie überhaupt in den Genuss des größten Lerneffekts kommen könnten?

Hier kommt jetzt die gehirngerechte Didaktik ins Spiel. Die Kunst ist es jetzt wie kreeirt man die Rahmenbedingungen einer Lernübung, dass die Menschen sich von sich aus motiviert fühlen die Treppe zu nehmen. Zum Beispiel wandelt man die Treppe in ein Piano um!

https://www.youtube.com/watch?v=SByymar3bds

Das Friedensexperiment muss also zwei Herausforderungen meistern. Die eine Herausforderung ist es, dass Menschen, die im Meditieren, Yoga und auch im fühlenden Beten seit Jahren geübt sind, sehr schnell und leicht Frieden fühlen, Ungeübten hingegen fällt es allerdings schwer. Und die meisten von uns sind darin ungeübt. Aber das Friedensexperiment soll ALLEN die Möglichkeit bieten Frieden fühlen zu können. Und die andere Herausforderung ist das "Piano" zu finden, also den Reiz sich mit Spaß und Freude darauf einzulassen.

Durch meine jahrelange berufliche Erfahrung im Bereich der Erlebnispädagogik, weiß ich mit welchen Übungen man positive Gefühlslagen erzeugen kann. Um das Fühlen von Frieden zu ermöglichen, benötigen wir Harmonie.

Eine ganz wunderbare Übung hierzu ist die erlebnispädagogische "akustische Stabreise". Wenn es innerhalb einer im Kreis stehenden Gruppe gelingt, dass alle ihren Stab an ihren Nachbarn weiter reichen, bzw. werfen während sie zwischen werfen und auffangen noch in die Hände klatschen ohne dass die Stäbe zu Boden fallen, erfordert es eine hohe Konzentration, aber es entsteht auch eine Harmonie innerhalb der Gruppe.

Diese Harmonie wirkt in den Kreis hinein und der Anblick der im Kreis sitzenden Frieden fühlenden Personen wirkt harmonisch auf die Stabwerfer. Der imitierte Herzrhythmus der Stabwerfer hilft denen im Kreis Sitzenden alles andere auszublenden, zumal wenn sie die Augen geschlossen haben. Es entsteht so eine gegenseitige Unterstützung, um das FÜHLEN von Frieden zu realisieren.

Gleiches kann auch durch andere Übungen erreicht werden, diese erschien mir speziell für das Friedensexperiment allerdings am geeignesten. Im Ausprobieren kann es durchaus passieren, dass sich noch andere Möglichkeiten zeigen wie man als Ungeübter leicht und zügig ins Frieden fühlen kommen kann.

Auch das rhythmisch klackende Geräusch eines Metronoms kann ausreichend sein!

Ich könnte nun zig Studien anführen, die schon gezeigt haben, dass ein gemeinsames zeitgleiches Frieden FÜHLEN vieler Menschen zu positiven Ergebnissen im Weltgeschehen führen. Aber wir wissen ja jetzt schon, dass das Lesen und Vortragen nur einen sehr geringen Lerneffekt hat und nicht unbedingt für einen Motivationsschub sorgen wird es auszuprobieren.

Sardische Tänze lernt man auch nicht in dem man Bücher darüber studiert, man tanzt einfach mit.

Somit kommen wir jetzt zur zweiten Herausforderung: Wie inspirieren wir eine ganze Insel zum Mitmachen?

Durch ein Konzert!! Was sollte besser helfen können als Musik?

Was wäre, wenn wir unter allen mitmachenden der 377 sardischen Gemeinden ein Konzert verlosen könnten? Ein Konzert mit Sting, der die Kraft der Meditation kennt und sie für sich nutzt. Oder ein Konzert mit Santana, durch dessen Adern nicht nur Blut, sondern auch immer noch der Spirit von Woodstock fließt. Oder was wäre, wenn Bruce Springsteen kommen würde?

Frieden ist ganz still, aber Frieden kann eben auch rocken wie man beim Covern von Nick Lowe's Song hören kann: What's so funny 'bout peace, love and understanding! "Der Boss" fühlt sich durch die Erzählungen sowie durch die Friedensbemühungen von Francesco d'Assisi inspiriert und beeindruckt!

https://www.reuters.com/article/us-italy-book-assisi/rockers-in-the-sacristy-book-recounts-st-francis-famous-fans-idUSBREA1H0NH20140218

Dabei ist er selbst ein Mensch, der andere inspiriert!

Auch ich durfte ihn und seine Band schon live erleben bei einem "ganz normalen" Konzert im Westen Deutschlands. Wie sehr er zu inspirieren mag, ist ihm vielleicht selbst nicht mal bewusst. Auf seinem Konzert im Sommer 1988 in Ostberlin bringt er mit wenigen aber von Herzen kommenden Worten und viel Rock 'n Roll hunderttausende ins Nachdenken! Als Deutsche, die noch in einem geteilten Deutschland aufgewachsen ist und Szenen der vielen Fluchtversuche vor Augen hat, bekomme ich ein bisschen Gänsehaut, wenn ich ihm zuhöre auch wenn ich auf der "anderen Seite" groß wurde und bei diesem Konzert somit nicht live dabei war.

https://www.youtube.com/watch?v=WBIcfPBVxxQ

Im übertragenen Sinne könnte man sagen, Musiker wie Sting, Santana und Bruce könnten das "Piano" werden, damit Sardinien voller Freude ins MACHEN kommt! So wird die "Treppe" des Frieden FÜHLENS spielerisch erobert!

Sie inspirieren die Sarden und die Sarden sie und die Welt! So könnte es zumindest passieren! ; ) Dass so etwas möglich ist, weiß ich nämlich!

Als Deutsche hadere ich damit in einem Land geboren zu sein von dem zwei Weltkriege ausgingen. Genauso hadere ich mit dem angerichteten Grauen, dass ich als 12jährige im Schulunterricht durch den Film "Nacht und Nebel" erst richtig begriff. Und dass bis noch vor 32 Jahren Wachposten ihre eigenen Landsleute bei Fluchtversuchen erschossen, macht das Hadern auch nicht besser ...

ABER als hunderttausende Ostdeutsche ganz friedlich die Wende herbeiführten, hat es meine Hoffnung bestätigt, dass es möglich ist friedvoll etwas zu bewegen! 1953 wurde das Aufbegehren der Bevölkerung noch mit Panzern nieder geschlagen, dass war 1989 nicht mehr möglich! Alle taten "nur" etwas Kleines, aber sie waren mit ihrem ganzen Herzen dabei!

In Ballao haben wir ein Murales, dass Mutter Theresa zeigt mit einem Spruch der mir sehr gut gefällt: "Nicht alle können etwas Großes tun, aber alle können etwas Kleines mit großer Liebe tun!" Und wenn viele etwas Kleines tun, haben alle zusammen etwas Großes getan. Dann braucht es diesen einen, der etwas Großes tut gar nicht. Wir müssen nicht warten bis dieser eine kommt. Wir können einfach selber anfangen. Und das tolle ist, was wir fürs Friedenfühlen benötigen, hat schon jeder von uns. Es funktioniert mit Hilfsmitteln, aber mit ein bisschen Übung funktioniert es auch ohne!

Was mich ganz besonders beeindruckt hat an der friedlichen Revolution Ostdeutschlands, war ihr Beginn. Ich bin davon überzeugt, dass das Konzert von Bruce, der Revolution noch mal einen besonderen Stups gegeben hat, ABER es fing alles ganz still an! Mit einem Gebet! Einem Friedensgebet!

Ich bekomme immer ein bisschen Gänsehaut, wenn ich daran denke! 1982 initierte der Diakon Günter Johannsen mit seiner Gemeinde in Leipzig die Montags-Friedensgebete als Dauereinrichtung. Es dauerte bis es Kreise zog. 1988 entwickelten sich daraus noch zaghafte Demonstrationen, die 1989 so groß wurden, dass sie nicht mehr ignoriert werden konnten.

Sieben Jahre hat ein wiederholt ausgesprochenes Gebet benötigt, um eine friedvolle Wende herbei zu führen ...

Als ich 1988 von der Schule ging, sagte unser Politiklehrer noch, dass er einen Besen "fressen" würde, wenn es jemals zur Wiedervereinigung Deutschlands käme. Ob er den Besen je gegessen hat weiß ich nicht, aber was ich gelernt habe in der Zeit, dass alles möglich ist egal für wie utopisch es gehalten wird!

Ich gehöre seit Jahrzehnten keiner Kirche mehr an, was allerdings meinem Glauben an die Kraft der Gedanken und Gebete keinen Abbruch getan hat! Meine ganz persönliche Vorstellung von Gott ist die, dass ich in uns allen die Hand Gottes sehe. Wenn wir alle zusammenhalten, kann niemand fallen. Die Kraft der Gedanken und der Gebete ist für mich das verbindende Element aller Religionen.

Ich halte es nicht für utopisch, dass eine Aktion, die wir jetzt im Jahr 2021 anstossen nach ein paar Jahren tatsächlich Weltfrieden zur Folge hätte. Ich habe miterlebt, was aus einem Gebet entstehen kann! Von dem Gedanken, dass es möglich ist, kann man mich also nicht mehr abbringen! Egal wie viele besenfressende Politiklehrer es da draußen auch geben mag! ; )

In unseren Breitgraden haben wir in der Masse den Bezug zum Beten verloren. Während in den Staaten noch 50 % der Bevölkerung täglich beten, kommt man im Durchschnitt in Europa nur noch auf 10 %! Welche erstaunliche Kraft in Gebeten steckt, hat man in den Staaten erforscht: "Positive therapeutic effects of intercessory prayer in a coronary care unit population!"

Dass wir den Bezug zum Gebet verloren haben, kann also nicht mit seiner Effektivität zusammenhängen! Ich vermute, dass es der Annahme der Selbstverständlichkeit zum Opfer gefallen ist.

Ich unterhalte mich gerne mit den alten Leuten hier im Dorf, u. a. auch mit Zio Peppino. Er ist traurig wie sich alles auch auf Sardinien entwickelt hat. Ihm fehlt der Respekt, von dem er den Eindruck hatte, dass dieser früher mehr gegeben war. Auch empfand er die Menschen in ihrem Miteinander als viel herzlicher:

https://www.facebook.com/BacioDaBallao/videos/810534856050293

Eine Grundlage des Respekts ist die Wertschätzung. Was ich schätze, fällt mir leicht zu respektieren. Wenn man in eine Welt voller Annehmlichkeiten geboren wird, kann es passieren, dass man diese für selbstverständlich hält, nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil man es gar nicht anders kennt.

Ich erinnere mich noch genau, dass ich als Kind lange glaubte, dass es allen Kinder auf der Welt so gehen würde wie meinen kleinen Freunden und mir. Bis ich eines Tages in den Nachrichten sah wie viele Kinder in Afrika verhungern. Ich sah meine täglichen Mahlzeiten ab dem Tag mit anderen Augen.

Als es noch erheblich mühevoller war etwas zu essen auf den Tisch zu bringen, sprach man noch ein kurzes Gebet des Dankes bevor man anfing zu essen.

Alle Annehmlichkeiten, die wir heute haben, haben unsere Ur-Großeltern, Großeltern, Eltern mit viel Schweiß, Mühe, Blut, Tränen und Opfern auf den Weg gebracht!

Dass die Wertschätzung dafür in der Masse der Gesellschaft kaum vorhanden ist, hängt damit zusammen wie wir lernen. Ganz zu Anfang hatte ich es ja schon erwähnt. Wir lernen am besten und einfachsten durch Erleben, weil es unsere ursprünglichste Lernform ist!

Wenn es uns tatsächlich wichtig ist, dass wir miteinander respektvoller umgehen und die heutigen Annehmlichkeiten nicht als Selbstverständlichkeit gesehen werden sollen, dann würde es Sinn machen, dass wir unsere Lernprogramme umstellen.

Zio Peppino sagt, dass sie früher die Wäsche noch am Fluss gewaschen haben. Heute steht in jedem Haushalt eine Waschmaschine und in vielen auch ein Trockner. Wer so aufwächst, kann kaum auf die Idee kommen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es so ist und ggf. kommt man nicht mal mehr auf die Idee, dass man Wäsche auch mit der Hand waschen kann.

Wenn wir von heute mal für einen Monat lang uns der Lebenssituation unserer Eltern, Großeltern und Ur-Großeltern stellen würden, wir würden wieder Dankbarkeit spüren und vielleicht auch sogar ein bisschen Demut, vielleicht ...

Auf der Homepage von Sebastiano Dessanay findet man bei seinen Eindrücken aus Villacidro folgendes Bild:

Das ist die "Luxusvariante" des damaligen Wäschewaschens. Man musste nicht mehr zum Fluss, man konnte seine Wäsche in der Dorfmitte im Waschhaus waschen. Nur um es mal als ein Beispiel zu sagen: wenn Villacidro eine Gedenkwoche ihrer Vorfahren abhalten würde mit dem Aktionspunkt, dass das ganze Dorf für eine Woche die Wäsche wieder im Waschhaus wäscht -  und zwar jedes Familienmitglied seine eigene Wäsche - würde es mich nicht wundern, wenn nach dieser Woche so manch einer seine Waschmaschine anbeten würde! ; )

Wir haben es geschafft neben der Realität eine sehr glaubhafte Illusion zu etablieren. Die Illusion gaukelt uns vor, dass es möglich wäre, dass wir alle alles, MÜHELOS, immer, sofort und in bester Qualität haben könnten. Dass wir dieser Illusion auf den Leim gegangen sind, hängt damit zusammen, dass es sehr lange dauert bis so eine Illusion platzt und sie viel zu lange für zu viele tatsächlich funktioniert. In dieser Parallelwelt passiert es schnell, bzw. muss es sogar eigentlich passieren, dass man den Bezug zu sich, zu seinen Mitmenschen, zu seinen Mitgeschöpfen und generell zur Natur verliert UND dazu wie die Regeln auf dieser Welt tatsächlich lauten. In dieser Illusion hat es etwas befremdliches, wenn sich jemand Wertschätzung, Respekt und Liebe bewahren möchte, bzw. es sogar schafft sich diese zu bewahren. Da gilt man schnell als Spinner oder als niedlich, aber nicht sonderlich ernst zu nehmend. Nur weil es so ist wie es ist, konnte das fragende Lied von Nick Lowe "What's so funny 'bout peace, love and understanding?" entstehen.

In Nationen, die die Illusion in großen Teilen verinnerlicht haben, schwindet nicht nur  das Interesse an Gebeten, sondern auch das Wissen um deren Kraft, sofern es wirklich von Herzen kommt und nicht einfach nur runter geleiert wird. Wenn man Friedensgebete schon merkwürdig findet, dann ist mir vollkommen klar, dass man eine Aktion bei der es ums FÜHLEN von Frieden geht noch merkwürdiger finden muss.

Aber mir ist es egal, wenn  man mich merkwürdig findet! Ich habe mal den Vorhang der Illusion beiseite geschoben und gesehen wie es dahinter aussieht ...

Mir ist lieber, man findet mich merkwürdig als es nicht zu versuchen andere für eine vermeintlich verrückt anmutende Idee zu gewinnen. Das Gespür für die Kraft der Gedanken und der Gebete hat mir die Illusion nicht nehmen können. Und als ich dann noch auf die Studie aus dem Libanon aufmerksam wurde, dass es möglich ist einen signifikanten positiven Effekt zu erzielen, wenn tausende Menschen zeitgleich Frieden FÜHLEN, da war mir klar: so merkwürdig kann mich gar keiner finden, dass ich nicht locker lasse bis ich es schaffe tausende davon zu begeistern es einfach mal auszuprobieren. ; )

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