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Vor 177 Jahren wurde eine bemerkenswerte Frau geboren: Bertha von Suttner!

Hallo an Alle!

Was wohl gewesen wäre, wenn spätestens nach dem ersten Weltkrieg ihr Buch Teil verpflichtender Schulbildung geworden wäre? Manchmal muss ich über so etwas nachdenken ...

1865 gründete Luise Otto-Peters mit anderen Frauen den Allgemeinen Deutschen Frauenverein und forderte gleichen Zugang zur Bildung verbunden mit dem Recht der freien Berufswahl. Und 2020 sind Schulbücher noch immer hauptsächlich in Männerhand ... vielleicht könnte man Bertha von Suttners Werk jetzt in die verpflichtende Schulbildung aufnehmen. Männliche und weibliche Sichtweise gehören auf Augenhöhe nebeneinander und zwar ab dem Moment in dem wir fürs Leben geprägt werden, also von klein auf an.

Warum ich ihr Werk so wichtig finde, möchte ich mit einem kleinen Auszug zeigen!

"Die Waffen nieder!" von Bertha Suttner S. 220

Eine Familie war dennoch in dem Orte zurückgeblieben, den wir gestern genommen, verloren, wieder genommen und verloren haben, nämlich ein altes Ehepaar und dessen Tochter - diese im Kindbett. Der Gatte dient in unserem Regiment. Er sagte mir's, als wir uns dem Dorfe näherten: "Dort, Herr Oberstleutnant, in dem Hause mit dem roten Dach, lebt mein Weib mit ihren alten Eltern ... Sie haben nicht fliehen können, die Armen ... mein Weib muß jede Stunde niederkommen, und die Alten sind halb gelähmt um Gottes willen, Herr Oberstleutnant, kommandieren Sie mich dorthin." - Der arme Teufel! er kam gerade zurecht, um die Wöchnerin und das Kind sterben zu sehen; eine Bombe war neben dem Bette geplatzt ... Was mit den Alten geschehen - ich weiß es nicht. Vermutlich unter den Trümmern begraben; das Haus war eins der ersten, welches in Brand geschossen wurde. Der Kampf auf offenem Felde ist schaurig genug, aber der Kampf inzwischen menschlicher Wohnungen ist noch zehnmal grausiger. Stürzendes Gebälk, aufschlagende Flammen, erstickender Rauch - vor Angst tollgewordenes Vieh - jede Mauer Festung und Barrikade, jedes Fenster Schießscharte ... Eine Brustwehr habe ich da gesehen, die war aus Leichen gebildet. Da hatten die Verteidiger alle in der Nähe liegenden Gefallenen aufeinandergeschichtet, um, so geschützt, darüber auf den Angreifer hinwegzuschießen. Diese Mauer vergesse ich wohl im Leben nicht: ... Einer, der als Ziegel diente - zwischen den anderen Leichenziegeln eingepfercht-, der lebte noch, bewegte die Arme.

Wir denken in Bildern und sie schafft es "Bilder zu malen", die das Gefühl entstehen lassen, dass wir so etwas nicht wollen ...

Nachdenkliche Grüße

Bettina 

P.S.: Noch 70 Tage bis zum Weltfrieden ...

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