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Versöhnung muss nicht gutheißen bedeuten, aber es hilft loszulassen ...

Hallo an Alle!

Wenn man sich mal wieder über eine Nichtigkeit ärgert, hilft es schon sich vor Augen zu führen, dass keine Katastrophe ausgelöst wurde, sich die Erde weiter dreht, die Sonne nach wie vor jeden Tag aufgeht und dass auch nicht am offenen Herzen operiert wurde. Es ist nichts weiter passiert, bis auf eben jene Nichtigkeit. An Kleinigkeiten beißen wir uns viel zu oft unnötig fest, das Leben ist zu kurz, um nicht versuchen zu wollen, einander zu verstehen und man nimmt dem Leben auch die Schönheit. Wenn wir es schaffen, den anderen gegenüber mit entsprechendem Respekt, Akzeptanz, Wertschätzung und auch Empathie gegenüber zu treten, kriegen wir so ziemlich jeden Konflikt gelöst. Und sogar eben jene Konflikte, wo es nicht um Nichtigkeiten geht.

Denn wenn wir uns dazu entscheiden, dann können wir ganz große Dinge schaffen, die sogar Gänsehaut erzeugen:

„Was Versöhnung auslöst - Das "Forgiveness"-Projekt von Marina Cantacuzino ist u. a. eine internationale Wanderausstellung, die von der Kraft der Vergebung“ erzählt. Ein Auszug dazu aus der Zeitschrift Lebenslust 1/2011 von Jörg Podworny:

Ghazi Briegeith, ein palästinensischer Elektriker aus Hebron, und Rami Elhanan, ein israelischer Grafikdesigner, haben sich durch eine Gruppe hinterbliebener Familien kennen gelernt, die sich für Versöhnung und Frieden einsetzt. Ghazis Bruder wurde im Jahr 2000 an einer israelischen Straßenkontrolle getötet. Ramis 14-jährige Tochter fiel 1997 einem Selbstmordattentat in Jerusalem zum Opfer. Er sagt: "Wenn Ghazi und ich reden und zueinander stehen können, nachdem wir den höchstmöglichen Preis bezahlt haben, dann kann das jeder."

Das kann man nur unterschreiben, oder?

Verzeihen kostet Kraft, hassen auch! Der Unterschied liegt darin, dass wir uns nach dem Kraftaufwenden des Verzeihens erleichtert fühlen und Hass uns nur immer weiter in unserer Gemütsstimmung nach unten drückt.

Das Loslassen, sei es von schlimmen Situationen oder überhaupt das Loslassen, ist sehr befreiend. In China sagt man, dass man zwei Hände frei hat, wenn man loslässt. Verzeihen können mit ganzem Herzen ist sehr heilsam und auch der eigenen Gesundheit zuträglich.

Wertschätzung, Anerkennung und Dank sind uns zum Einen nicht angeboren und zum Andern in unserem Kulturkreis auch (noch) nicht alltägliche Praxis. Wenn wir diese Etablieren wollen, sollten wir erst mal selber diejenigen sein, die andere wertschätzen, loben, anerkennen und ihnen danken. Vor allem dann, wenn wir sogar traurig darüber sein sollten, dass man uns selbiges nicht entgegenbringt. Dazu lässt sich sagen, dass es sich nicht lohnt darüber traurig zu sein. Selbst Jesus hat unter zehn Leuten nur von einem Dank erhalten. 

Wenn uns gerade Lob, Dank und Anerkennung von anderen wichtig sind, wäre es eine Überlegung wert, ob man seine Prioritäten für das, was einem wichtig ist, lieber anders legt. Nicht alles was uns wichtig ist, tut uns auch gut. 

Wahrscheinlich ärgern wir uns auch nicht darüber, dass nicht jeder ein Auto reparieren kann. Also brauchen wir uns auch nicht ärgern, dass nur einer von zehn unseren Vorstellungen entsprechend auftreten kann. Wertschätzung, Lob, Anerkennung und Dank muss man lernen, darauf verzichten zu können auch! 

Die Dinge, die man von ganzem Herzen tut, ohne dafür etwas zu erwarten, sind das gesündeste, was man machen kann.

Und nicht vergessen: Verzeihen bedeutet nicht gutheißen! Verzeihen bedeutet viel mehr im anderen auch den Menschen zu sehen. Engel gibt es bekanntlich nur im Himmel! ; ) Und unser Päckchen haben wir alle zu tragen. In dem Moment in dem wir verzeihen, werden wir uns mindestens von einem dieser Päckchen erleichtert haben! Und mit leichtem Gepäck reist es sich erheblich angenehmer! Das gilt auch für seelisches Gepäck ...

Herzliche Grüße

Bettina

P.S.: Noch 71 Tage bis zum Weltfrieden!

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