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Kann man friedenfühlen lernen? Und wie lange muss man lernen, damit man es kann?

Hallo an Alle!

Wir denken in uns vertrauten Perspektiven. Bei dem Wort "lernen" fiel mir eine Geschichte ein, die ich sehr mag:

Wir lernen durchs Tun von John Holt:

Vor einigen Jahren habe ich angefangen, Cello zu spielen. Die meisten Leute würde sagen, dass das, was ich tue, darin besteht Cello >>spielen zu lernen<<. Aber diese Worte rufen in unseren Gedanken die seltsame Vorstellung hervor, dass es zwei verschiedene Vorgänge gibt: erstens Cello spielen zu lernen; und zweitens Cello zu spielen. Sie deuten an, dass ich das erste tue, bis ich es abgeschlossen habe, an welchem Punkt ich den ersten Vorgang beende und mit dem zweiten beginne. Kurz, ich fahre fort, >>spielen zu lernen<<, bis ich >>spielen gelernt habe<<, und dann fange ich an zu spielen. Natürlich ist das Unsinn. Es gibt keine zwei Vorgänge, sondern nur einen. Wir lernen etwas, indem wir es tun. Es gibt keinen anderen Weg.

Wenn ich schwimmen lerne, schwimme ich bereits! Wenn ich gerade beginne, habe ich noch Entwicklungspotential, ABER ich schwimme!

Und deshalb möchte ich meiner Freundin und allen anderen, die es interessiert, nicht sagen wie man friedenfühlen lernt, sondern wie man beginnen könnte.

Man sucht sich einen Sitzplatz, wo man für einen kurzen Moment verweilen kann. Schließt die Augen und atmet fünfmal ein und aus und konzentriert sich dabei nur aufs Atmen. Man kann es auch als kleines Tagesritual einbauen, dass man es macht, wenn der Wecker geschellt hat. Statt sofort mit tausend Gedanken starten, erst fünfmal konzentriert atmen und dann geht es los!

Was auch sehr hilfreich ist, wenn man in Verlauf des Tages sich etwas raus sucht, was man ganz bewusst mit allen Sinnen machen möchte. Eine Tasse Kaffee oder Tee zu trinken ohne irgendetwas anderes zu machen und sich dabei z. B. auf die Wärme des Getränks konzentrieren oder auf den Geschmack. Es muss aber nicht mal eine ruhige Tätigkeit sein, wenn man z. B. eine Treppe benutzen muss, kann man jede Stufe ganz bewusst nehmen und sich auf die Bewegung konzentrieren, z. B. wie sich der Druck erhöht für den Moment, wenn man nur auf einem Bein steht.

Passend zum heutigen Friedenshappen und dieser Geschichte, sind wir um ein Perspektivwechsler-Mitglied reicher! : ) Vielen vielen Dank! : )

Herzliche Grüße

Bettina 

P.S.: Noch 109 Tage bis zum Weltfrieden! Bist Du mit dabei?

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