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Hass ist wie Gift trinken und hoffen, dass der andere daran stirbt ...

Hallo an Alle!

Ich weiß nicht mehr wie oft ich es miterlebt habe, dass Menschen in ihrem Hass stecken bleiben und man geradezu über die Zeit sehen kann wie sich ihr Herz und ihre Mimik versteinert und manche von ihnen drehen sogar so auf, sie kratzen, beißen, schlagen um sich bis sie endlich keiner mehr mag ...

Sich mal zu ärgern, wütend zu sein, das ist nicht dramatisch, solange man für sich klar hat, dass man es selbst ist, der entscheidet ob man im Reflex verhaftet bleibt oder ob es eine andere Möglichkeit gibt mit der Situation umzugehen. Wut kann einem mal kurz auch Energie verleihen, aber auf Dauer zieht sie einem Energie ab. Und gleitet die Wut erst einmal in Hass ab, dann wird es schwer. Man sagt ja schon mal, dass Liebe blind macht. Ich empfinde es eher so, dass Liebe sehend macht und Hass macht blind ...

Meistens brauchen Menschen, die in Hass abgleiten, irgendeine Form von Zuspruch und/oder Hilfe. Eine Umarmung, das Gefühl ernst genommen zu werden, sich verstanden fühlen, kann den Hass schon mildern. Je nachdem wie sich der hassende Mensch allerdings gebärdet, kann dies eine sehr große Herausforderung für sein Umfeld darstellen. So groß, dass es das Umfeld nicht kann. Ein Umstand durch den sich der Hass nicht selten noch verstärkt.

Die Flüchtlingskrise machte es schon sichtbar, in der Klimakrise verstärkte es sich und jetzt in der Coronakrise ist es kaum noch übersehbar, der Hass ist dabei in unserer Gesellschaft die Oberhand zu gewinnen.

Die Frage ist nun: Wie bewahren wir uns unsere Empathie in herausfordernden Zeiten?

In unserer prägendsten Phase werden wir auf das Aushalten von Mehrdeutigkeit wenig bis gar nicht vorbereitet. Was wir lernen ist, dass es eigentlich nur Eindeutigkeit geben kann. Aber selbst wenn es Eindeutigkeit in allen Fällen geben würde, haben wir das "Problem" der unterschiedlichen Empfindungsmöglichkeiten bezogen auf denselben Tatbestand. Wenn ein Mensch stirbt, kann es für ein Familienmitglied eine Befreiung bedeuten und für ein anderes Familienmitglied ist es der Weltuntergang. Der Tatbestand ist eindeutig, die Empfindungen unterschiedlich, aber dennoch sind beide wahr. Und so hat auch Corona ganz viele Wahrheiten, die wir je nach eigenem Empfinden kaum aushalten können. Wenn wir es schafften über das eigene Leid, das Leid des anderen zu sehen, dann wären wir einen guten Schritt weiter unsere Empathie und nicht unseren Hass zu "füttern".

Da ich das Thema Entschleunigung spanned finde, hatte ich mir vor ein paar Jahren das Buch "Die  7 Geheimnisse der Schildkröte – Den Alltag entschleunigen, das Leben entdecken" von Aljoscha Long und Ronald Schweppe gekauft. Das Buch umfasst allerdings viel mehr, u. a. ist folgendes Kapitel enthalten: "Friedfertigkeit: Öffne dein Herz – wem auch immer du begegnest. Verständnis erzeugt Nähe,

Gewalt erzeugt Gewalt!"

Das gesamte Buch ist absolut lesenswert, das Kapitel zur Friedfertigkeit habe ich auf meiner privaten Homepage hochgeladen. 

Wut und Hass kann man in sich hineinfressen, aber auch das macht krank. Aljoscha Long und Ronald Schweppe zeigen ein Weg auf wie man es schafft zugewandt zu bleiben. Für die nachkommenden Generationen wünsche ich mir, dass ein Buch wie dieses fester Bestandteil des Lehrplans würde! 

Wie schön es wohl wäre, wenn jeder seinen kleinen Präventionsmethodenkoffer hätte?

Friedliche ; ) Grüße

Bettina

P.S.: Noch 95 Tage bis zum Weltfrieden! : )

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