Mein Kind ist der König

Für alle, die den Beratungstext anhören möchten: Die Audioversion findet Ihr am Ende des Artikels und im Podcast-Feed!
Unser Sohn ist bald 3, das Baby gerade 1. Mir geht es darum, dass unser großer so forsch und im Befehlston mit uns spricht, aber das ist nicht alles. Er kann sich mittlerweile super ausdrücken und spricht sehr gut. Nur leider fühlen wir uns oft so, als wären wir seine Diener und fragen uns ernsthaft, ob wir ihn zu häufig verwöhnt haben, obwohl es doch Quatsch ist, man kann ein Kind doch nicht mit Liebe und Fürsorge verwöhnen?
Er schreit, sobald er zum Beispiel nach der Badewanne auf dem Sofa kuschelt: „Ich will eine Milch! Eine MIiiiiIiiiiiLcH!!!!“
Wenn wir ihm sagen, dass es nun aber erstmal Abendessen gibt, schreit er nur noch lauter, dass er jetzt eine Milch will. Er befiehlt uns so oft, was zu tun ist. Das nur als Beispiel. Kaum Toleranz für Dinge, die nicht so laufen, wie er sich das vorgestellt hat. Er hat dann zwar keine Wutanfälle oder sehr, sehr selten – nein, er wird aggressiv. Beschmeißt uns mit Gegenständen und haut seinen Bruder einfach, weil der ihm im Weg steht oder zufällig in der Nähe ist.
Allgemein geben wir uns sehr viel Mühe mit den Kindern, dass niemand zu kurz kommt und alle auf Augenhöhe kommunizieren. Mein Mann ist viel zuhause, durch Umzug zur Familie haben wir viel Unterstützung, aber sobald unser Sohn nicht die alleinige Aufmerksamkeit von mindestens einem Erwachsenen hat und zwar die ganze Zeit, macht er Unfug. Heute erst den Fußball auf den Kaffee-Tisch bei Oma im Garten geschossen mit Absicht und Oma hat sich den heißen Kaffee aufs Hemd gekippt dabei. (Nichts weiter passiert, Glück gehabt) Aber er tut uns einfach gerne weh. Kneifen, Kratzen, Kopfnüsse. Als ob er keine andere Möglichkeit sieht, Aufmerksamkeit zu erlangen oder Frust rauszulassen. Dabei sehen wir schon zu, dass er so oft wie möglich eins zu eins von uns oder einem Familienmitglied „betreut“ oder bespielt und bespaßt wird. Sobald ihm langweilig wird, ärgert er den Hund oder macht Sachen kaputt. Er muss nonstop beschäftigt sein..
Klar, er wird drei, aber meine ganze Familie ist ratlos, weil er so gemein ist, haut und schubst. Seinen Bruder piesackt er bei jeder verfügbaren Situation. Vielleicht ist es nur eine Phase, aber die geht schon ziemlich lange und wird immer intensiver.
Natürlich gibt’s auch die andere Seite, das liebe Kind, das zwar auch Autonomie einfordert – logisch – aber nicht so Aggro. Ist nur leider seltener geworden. Wird man als Narzisst geboren? Das frage ich mich oft. So schlimm ist es manchmal.
Wir sagen immer unser kleines Herrscherchen.. das trifft es genau.
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