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Im folgenden Text geht es um Krieg, außerdem wird sexualisierte Gewalt thematisiert. Falls ihr selbst Krieg und / oder sexualisierte Gewalt erlebt hat, lest den Text bitte nur, wenn ihr die Auseinandersetzung mit diesen Themen aushalten könnt. Kein Text dieser Welt ist eine Retraumatisierung Wert, auch dieser nicht, nicht mal ansatzweise. An alle, die persönlich weder Krieg noch sexualisierte Gewalt erleben mussten: Ich fände es schade und auf eine Art auch falsch, wenn ihr wegen dieser Themen nicht weiterlest – warum, wird im Lauf des Textes klar. Danke, wenn ihr dabeibleibt.

Man muss etwas zurücklassen, um weitermachen zu können. Das war einer meiner ersten Gedanken am Donnerstag. Nach dem Aufwachen hatte ich auf dem Smartphone vom russischen Angriff auf die Ukraine gelesen, der sich über Wochen angekündigt hatte und nicht überraschend kam. Und als ich direkt danach Instagram öffnete, war da plötzlich diese Kachel mit der Frage „Wie soll man jetzt weitermachen?“.

Die Frage war berechtigt, denn Krieg ist auf eine Art immer eine Zäsur: Menschen kämpfen, werden verletzt, vertrieben, sterben. Gleichzeitig empfand ich die Frage als verstörend und unehrlich, denn in dem Moment, in dem die Person diese Frage getippt hatte, hatte sie sich ja bereits fürs Weitermachen entschieden. Sie hatte eine App geöffnet, einen Post erstellt, sie hatte etwas getan, das man im Alltag ständig tut. Ausnahmezustand und Alltag – wenn das eine auf das andere trifft, 

Das war's erst mal!

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