12 Freiheiten, die sich nur Schriftsteller*innen nehmen können

Das Leben von Dichtern & Dichterinnen – entweder sie sitzen mit ihren Musen & einem Glas Rotwein am Meer & philosophieren für die Ewigkeit oder sie rezitieren auf schicken Partys kluge Weisheiten zu Scampi & Champagner oder sie vegetieren abgewrackt & pleite in einem heruntergekommenen, miefigen Dachgeschosszimmer.

Um kaum einen anderen Beruf ranken sich mehr Legenden, Mythen & Klischees als um den des/der Schriftstellers/Schriftstellerin. Und ja, es gibt tatsächlich Freiheiten, die man nur als Poet*in hat. Hier erfährst Du sie:

1.

Klar, die Leute denken, das gehört einfach dazu. Zu einem Schriftsteller*innen-Dasein. Der Inspiration wegen.

2. 

Dichter*innen müssen nicht höflich sein & keine Rücksicht nehmen. Denn sie sind nur der Wahrheit verpflichtet. Direkt, ungeschminkt, provokant. Stets literarisch. Und weise. 

3.

Je geheimnisvoller, desto besser. Denn hinter jedem kryptischen Wort versteckt sich ja – wie man weiß – ein genialer Gedanke. Zudem bleibt man als Künstler*in ohnehin meist unverstanden.

4.

Wer interessiert sich schon für die Gegenwart? Das ist die Dimension der Journalisten/Journalistinnen, Berichterstatter*innen oder Jetzt-Fetischisten/Fetischistinnen. Dichter*innen denken zeitlos.

5.

Nonkonformität – das ist der Habitus des/der Künstlers/Künstlerin. Schreiben ist keine Tätigkeit, es ist ein Lebensstil. So wie eine/r schreibt, so lebt er/sie auch. Wenn er/sie authentisch ist.

6.

Poeten & Poetinnen erkennen die Schönheit in Dingen, die andere erst gar nicht wahrnehmen. Dichter*innen sind hemmungslose Romantiker*innen. Aber sie haben auch eine dunkle Seite. Denn wo Tiefe ist, sind auch Abgründe.

7.

Klar, Schriftsteller*innen sind tatsächlich meistens pleite. Wer sich mit Dichtern/Dichterinnen umgibt, weiß, dass er bezahlen muss. Immer gut, wenn das von Anfang an klar ist.

8.

Poeten & Poetinnen sprechen nicht selbst, sondern durch ihre Figuren. Sie handeln durch sie, erleben durch sie. Eine Existenz, die sie sich ausdenken, die sie erschaffen.   Dichter*innen existieren durch ihre Helden & Heldinnen. Schriftsteller*innen leben viele Leben. 

9.

Das will jeder. Natürlich – denn es ist eigentlich das Natürlichste der Welt. Weshalb sonst sollte es Träume geben? Aber der Alltag treibt uns unsere Träume aus. Was Poeten & Poetinnen nie zulassen.

10.

Das ist die Arbeit eines/einer Schriftstellers/Schriftstellerin – Gedanken nachhängen. Sich mit den eigenen Eindrücken & Empfindungen beschäftigen. Denn jeder Satz ist pure Therapie.

11. 

Dichter*innen lieben Worte, klar. Bereits 1 Wort kann eine große Liebe auslösen. Eine Leidenschaft & Sehnsucht. Poeten*innen brauchen nichts anderes – was sie einsam, aber erfüllt macht.

12.

Wahre Schriftsteller*innen denken über ihren eigenen Tod hinaus. Sie wollen zeitlose Werke schaffen & der Welt etwas Bedeutendes hinterlassen. Selbst, wenn sie zeitlebens oder auf immer unentdeckt bleiben sollten. Jedes ihrer Worte hütet die Erinnerung an sie, lässt sie weiterleben.   Auf ewig. OWS Teaserbild: Dariusz Sankowski/unsplash

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