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INKA - Das Stadtmagazin für Kunst & Kultur in Karlsruhe, Baden, Pfalz & Nordelsass
von INKA Verlag

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Kulturelle Infrastruktur erhalten: Corona-Kulturhilfe für den INKA Verlag

Liebe LeserInnen,

liebe SupporterInnen einer vielfältigen Kultur- und Presselandschaft in Karlsruhe,

mit dem unten stehenden Schreiben baten wir Ende Februar 2021 den Kulturausschuss der Stadt sowie die meisten Fraktionen um Hilfe, da unser Verlag quasi durch alle relevanten Hilfsprogramme „durchgerutscht“ ist und wir große Sorge um unsere festen Arbeitsplätze und vor allem auch unsere feste Redakteursstelle haben. Die Kultur und die KünstlerInnen und alle Dienstleiter zahlen den höchsten Preis des ständig weiter verlängerten Lockdowns: den des faktischen Berufsverbotes bei beschämend geringen Hilfen und gleichzeitig anhaltender Unfähigkeit, endlich vernünftige Konzepte für ein Leben mit dem Virus zu entwickeln.

Wir wenden uns daher erneut an alle, die weniger pleite sind als wir: Neben unserer Soli-Spenden-Kampagne auf gofundme.com/f/dein-inka und der neuen Option des Dauersupports über steadyhq.com/de/dein-inka ist es auch möglich, als Stiller Teilhaber beim INKA Verlag einzusteigen: Bereits ab einem Betrag von 5.000 Euro, allerdings an eine Bedingung geknüpft: 50 Prozent der ausgeschütteten Gewinne müssen in die Redaktionsarbeit zurückfließen, um die Unabhängigkeit nach innen wie außen zu garantieren. Ein ähnliches Modell betreibt auch die Taz; für eine Genossenschaft ist unser Verlag aber zu klein.

Danke für die Wertschätzung sagen Roger Waltz, Patrick Wurster & das INKA-Team

INKA-Schreiben an den Kulturausschuss der Stadt Karlsruhe und die Fraktionen

Kulturelle Infrastruktur erhalten: Corona-Kulturhilfe für den INKA Verlag?

Liebe Mitglieder des Kulturausschusses, liebe Fraktionen von SPD, CDU, Die Grünen, Die Linke und Freie Wähler/Für Karlsruhe, KAL/Die Partei, nach ersten Gesprächen mit Fr. Dr. Asche, die darauf verwies, dass ihr rechtlich die Hände gebunden seien im Umgang mit der Corona-Kulturhilfe der Stadt, möchten wir mit diesem unten stehenden offenen Infoschreiben auf die akute Lage unseres Kulturverlages aufmerksam machen und um Prüfung unserer Situation bitten. Vielleicht ergibt sich nach der Betrachtung doch die Möglichkeit, unseren Kleinverlag als Kultureinrichtung einzustufen. Es wäre fatal, wenn zwar die bereits geförderten Kulturinstitutionen einigermaßen geschützt sind, aber nicht deren wichtiger Multiplikator, der die Karlsruher Kultur regelmäßig auch in der Pfalz und in Württemberg bis zum Bodensee „promotet" und im gesamten Südwesten eine hohe Wertschätzung genießt.   Wenn Sie weitere Fragen haben: jederzeit gerne – per Mail, Phone oder auch persönlich. Danke fürs Lesen und mit vielen Grüßen Roger Waltz & das INKA-Team

Corona-Kulturhilfe der Stadt? Die Situation des INKA Verlags Ende Februar 2021

Weite Teile der Kultur sind nun seit fast zwölf Monaten weitgehend im Lockdown, es werden bis April 14 Monate sein. In Zahlen ausgedrückt: Statt zwölf Ausgaben konnten wir in dieser Zeit nur vier Ausgaben realisieren – Super INKA im Sommer 2020 eingerechnet. In dieser Zeit verloren wir über zwei Drittel unseres Umsatzes, an Corona-Hilfen bekamen wir insgesamt rund 21.000 Euro (Corona-Soforthilfe, Ü-Hilfe I und II) plus Kurzarbeitergeld bei über 500.000 Umsatzverlust. Die November-/Dezember-Hilfen griffen (bei uns) nicht, da wir die Range von 80 % Umsatz mit komplett geschlossenen Betrieben (Kultur/Bildungseinrichtungen) nicht erreichen. Grund: Bei den Bildungsanzeigen dürfen wir nur anteilig berechnen, sie sind ja nicht komplett geschlossen. Dadurch rutschen wir von sonst über 85 % Anzeigen (und Text) aus Kultur/Bildung auf 73 %. Auch die Kurzarbeit half uns nur teilweise, da wir ständig auf Stand-by agierten, sprich Anzeigen mussten umgebucht und vor allem die Onlinepräsenz aufrechterhalten werden. Bis April – wenn hoffentlich unsere nächste INKA-Ausgabe erscheint – haben sich unsere Umsatzverluste dann auf 75 % erhöht. Im Resultat sieht das so aus, dass jeder Pilspub mehr Förderung erhielt. Selbst nicht-institutionell geförderte Clubs wie das Gotec oder Die Stadtmitte stehen förderungstechnisch besser da – nicht zuletzt durch die November/Dezember-Hilfen. Ausgerechnet die, die also allen anderen wieder auf die Füße helfen sollen, sind am schwersten getroffen. Ich bitte daher die Fraktionen und den Kulturausschuss, sich mit unserer Problematik zu befassen und zumindest für diesen Corona-Notfall unseren Kleinverlag als Kultureinrichtung einzustufen. Dies kommt der Aufrechterhaltung der großen Vielfalt der Kultur- und Kreativszene der Stadt zugute. Und uns eine substanzielle Hilfe zu geben, vor allem für den Erhalt unserer festen Redakteursstelle. Patrick Wurster ist ja durch sein unablässiges großes Engagement vielen gut bekannt und seit 15 Jahren bei INKA beschäftigt. Ein Parameter könnten die Kosten einer festen Redakteursstelle in den zwölf Monaten sein. Dieser Betrag wäre durch die Gewerbesteuer von zwei Jahren (vor Corona gerechnet) wieder „drin“. 2020 ist sie von 23.000 Euro auf unter 5.000 gefallen. Ich persönlich habe – wie viele andere auch – bereits alle (Steuer- und Alters-)Rücklagen aufgelöst, und einen Corona-KFW-Kredit aufgenommen. Zusammen fast 140.000 Euro, um bis Mitte des Jahres 2021 durchhalten zu können. Ich bedanke mich bei unseren – auch und gerade städtischen – Medienpartnern und Anzeigenkunden für ihr großes Engagement, ohne das wir schon zeitnah schwerste Probleme bekommen hätten. INKA gilt ja „offiziell“ nicht als Kulturbetrieb. Ich bin Einzelunternehmer. Will sagen: Es kommt auf die Betrachtung an. Ich und wir sehen uns absolut als Kulturbetrieb. Auch mit seinem Anspruch, so gut es geht mit festangestellten Mitarbeitern zu agieren und sehr faire Gagen für unseren vielen freien Mitarbeiter wie TexterInnen, Reinigungskräften oder INKA-Verteiler zu zahlen. Der Kulturfördertopf der Stadt ist ja noch gefüllt. Gefördert werden aber nur solche Institutionen, die bereits Förderung erhielten. Die Stadt oder Kulturamt und Wifö hatten mit uns in den vergangenen 17 Jahren neben Anzeigen ja auch inhaltlich kooperiert, indem sie uns teils lange redaktionelle Specials zu Sonderthemen anvertrauten. Ich nenne etwa die „Wochen gegen Rassismus“ oder die EKT, Start-up-Specials oder Sonderteile zur „art Karlsruhe“. Ich bitte daher, die Betrachtungs- und Bewertungsparameter der städtischen Kultur-Hilfen nochmal in Hinsicht unseres „Sonderfalles“ zu überprüfen. INKA-Kunst- und Kulturförderung in 17 Jahren Unsere während des (Kultur-)Lockdowns seit März 2020 meist unentgeltliche Onlinetextarbeit spiegelt sich auch sonst in unseren Medien: Niemand sonst an vergleichbaren Publikationen weist bundesweit einen so hohen Anteil an völlig unkommerzieller Kunst- und Kulturförderung auf. Wir aka ich halte/n dies aber für eine „objektive“ Berichterstattung, die auch und explizit die (vogel-)freie Szene einschließt, für unabdingbar; zumal in einer monopolartigen Presselandschaft wie in Karlsruhe. In den 17 Jahren INKA flossen in diesen Bereich kostenfreier Kultur-und Kreativsupport im Gegenwert einer großen Vier-Zimmer-Wohnung in einem guten Stadtteil, rechnet man nur einen 16er-Druckbogen jede Ausgabe. Und in den guten Jahren viel Gewerbesteuer an die Stadt. Vergleiche mit anderen Publikationen, die das nicht tun, und gute Veranstaltungen z.B. wegen mangelnder Bewerbung totschweigen, sind für mich persönlich perdu. Städtische „Substituierung“ am Beispiel „Badische Woche“ Die Stadtverwaltung hat inzwischen statt in jeder zweiten Ausgabe jede Ausgabe der „Badischen Woche“ belegt. Die direkte Subventionierung einer Publikation, deren Auflage an die lukrativen Beilagen gekoppelt ist und die daher auch umwelttechnisch eine große Belastung darstellt. Denn man kann darüber streiten, ob jede vierte oder fünfte oder sechste Ausgabe überhaupt in die Hand genommen wird. Die Beilage erweckt den Eindruck einer Objektivität in diesem Medium, die so nicht gegeben ist: Auch die Meldungen der Stadtverwaltung bedürfen einer permanenten Hinterfragung. Zudem wird das Medium so gleich dreifach subventioniert: Erstens durch den Druckauftrag, zweitens durch das Einsparen eigener redaktioneller Inhalte zu den in der „Stadtzeitung“ genannten Themen (eine große Kostenersparnis zu Lasten von Inhalt), und drittens die Überhöhung des genannten Produkts durch den Anschein einer „objektiven städtischen Publikation“. Das war mal so. Seit langem ist die „Stadtzeitung“ zu einem PR-Blatt geworden. Wir bitten darum, diese Thematik bei der Stadtverwaltung zu hinterfragen: Bundesweit laufen und liefen Prozesse gegen Stadtverwaltungen und deren eigene Publikationen. Sie wirken sich unverhältnismäßig auf den Printmarkt aus und sie stellen ein unverhohlen eingesetztes PR-Instrument dar.

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