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#050 Dem Mörder ins Gesicht gefilmt

⬇️ Die 🎧-Podcast-Version zum Hören unten am Ende des Artikels ⬇️

Die Themen:

  • Präsidiale Mikrofone
  • Endlich leserliche Hanschrift #ki
  • Toroidale Propeller #mobilität
  • Die vierte Wand ist weg

## Die Hausmeisterei

Heute habe ich schon am Mittwoch aufgenommen. Was war? Am Sonntag waren wir in Lüneburg, im Hof an den Teichen. Sehr schönes kleines Ausflugsziel. Dann langweilige Büroarbeit. Happy Shooting Livestream am Dienstag und ja, heute CM MAGAZIN. 

Das ist heute ausnahmsweise mal wieder gastfrei, Holgi kann nicht und ich bin auch am kommenden Wochenende nicht da. Wenn ihr das hört, dann bin ich bei meinen Eltern in Süddeutschland für ein langes Wochenende.

Heute in der Sendung was über präsidiale Mikrofone, eine Kalligraphie-KI, toroidale Propeller und die vierte Wand.

Los geht's.

## Präsidiale Mikrofone

(Quelle: https://www.wamc.org/us-news/2021-01-18/the-presidents-microphone (Öffnet in neuem Fenster))

Kommentar:

Michael Jackson hat Thriller mit dem Shure SM7b aufgenommen. Dasselbe Mikrofon, in das auch Holgi spricht. Nothing compares to you von Sinhead O'Connor wurde mit dem AKG C414B aufgenommen, die Beatles, Tom Petty und Alanis Morisette waren Fans des AKG C12 und für ein paar tausend Euro mehr kann man sich auch ein Neumann U47 oder U67 leisten. Damit haben Frank Sinatra, David Bowie, Bob Dylan oder Nirvana ihre Aufnahmen gemacht. Und in das gute alte Shure SM58 singen seit 1966 fast alle Bühnenstars.

So umgibt Mikrofone immer ein Mythos, von dem hoffentlich etwas auf einen selbst abfärbt, wenn man nur in das gleiche Mikrofon spricht.

Doch es geht bei diesem kleinen Nerd-Trip in die Welt des Recordings um mehr. Denn genauso wenig, wie teure Töpfe eine Starköchin machen, macht das Mikrofon einen zum Superstar.

Mindestens genauso wichtig wie die Wahl des Mikrofons sind das Instrument/ die Stimme, die Sängerinnen und Sänger selbst, der Raum, in dem aufgenommen wird. Und besonders wichtig: die Platzierung des Mikrofons in Relation zu Instrument und Raum. Und mit entsprechender Erfahrung kann man dann auch ohne ein 5000 Euro teures Neumann mindestens genauso gute Aufnahmen machen. 

Die meisten amerikanischen Präsidenten haben ihre Reden übrigens mit dem Shure SM57 aufgenommen. Es ist eines der unkaputtbarsten Mikrofone überhaupt, obwohl es normalerweise für Snare-Drums und Gitarrenverstärker verwendet wird.

## Endlich leserliche Hanschrift

(Quelle: https://indieweb.social/@kylelambert/109775223718573619 (Öffnet in neuem Fenster))

Kommentar:

Habt ihr auch so eine Sauklaue? Also ich musste ja früher in der Schule noch in den Schönschreib-Unterricht,  was vermutlich eher das Gegenteil bewirkt hat. Tja, Schule der 70er-Jahre.

Ab und zu braucht es mal schnell eine Zeile Handschrift. In leserlich, für eine Website. Die Möglichkeit, sich aufgrund der eigenen Handschrift einen Font generieren zu lassen, existiert schon länger. Habe ich mal gemacht, war so halbwegs ok. Aber leider sieht dann jedes e und jedes a gleich aus. Solche Schriftarten verraten sich schnell.

Mit calligrapher.ai gibt es jetzt eine kleine KI-Lösung, die zwar nicht eure Handschrift macht, die aber 9 Handschriften anbietet. Einstellbar sind Geschwindigkeit, Leserlichkeit und die Strichdicke und jedesmal kommt etwas leicht anderes raus. Der Mensch wird per KI simuliert.

Das Ding hat Einschränkungen, es geht immer nur eine Zeile und Umlaute kann es leider auch nicht, ist aber sonst ganz nett. Und wie es für die KI erwartbar ist, verhaspelt sich das Ding auch manchmal.

Die erstellt Zeile lässt sich vektorisiert als SVG runterladen. Jetzt brauchen wir nur noch eine Möglichkeit, die eigene Handschrift zu trainieren und dann einen Plotter, der das mit Kuli oder Füller aufs Papier bringt.

## Toroidale Propeller

"Propellers are designed to take a fluid, generally air or water, and use a rotating motion to push that fluid through. They're evolutions, in a sense, from the Archimedes' screw, which was likely used in ancient Egypt thousands of years before it was described by Archimedes in 234 BCE."

(Quelle: https://newatlas.com/aircraft/toroidal-quiet-propellers/ (Öffnet in neuem Fenster))

Kommentar:

Das Lincoln Laboratory des MIT hat gerade einen Preis eingesackt (Öffnet in neuem Fenster), und zwar dafür, dass sie neue Propeller entwickelt haben. Toroidale Propeller. Wozu tun sie das und was ist das überhaupt? Ein Ring, ein Donut, .. das sind Beispiele für einen Torus. Und toroidal heißt einfach Torus-artig. 

Aber warum sollte man überhaupt torus-artige Propeller bauen? Die Antwort liegt in der Lautstärke. Die Flügel erzeugen an ihren Spitzen Turbulenzen und die machen Lärm. Mit diesen neuen Propellern, die etwas ungewöhnlich aussehen, sollen Drohnen deutlich leiser werden.

Das klingt großartig für uns Dronenpiloten, denn dann nerven wir die Leute um uns rum weniger und trauen uns vielleicht öfter mal, das Ding zu fliegen. Aber auf der anderen Seite heißt das auch, dass wir fremde Drohnen später entdecken werden... vielleicht doch nicht so gut.

Ein befreundeter Pilot ist da übrigens skeptisch, er meint, dass das Lärmproblem durch Propeller mit mehr Blättern, die auch noch kürzer sind, ausstatten würde, hätte das den gleichen Effekt. 

Hier noch was offizielles (Öffnet in neuem Fenster) vom MITLL 

## Die vierte Wand ist weg

(Quelle: https://petapixel.com/2023/01/27/applying-eye-contact-ai-to-movies-makes-scenes-very-very-weird/ (Öffnet in neuem Fenster))

Kommentar:

Die vierte Wand ist ein Konzept aus Theater und Film. Sie existiert nicht (sonst könnten wir das Schauspiel ja nicht sehen) sondern sie wird mitgedacht. Sobald diese vierte Wand durchbrochen wird, z.B. durch Augenkontakt der Schauspieler mit der Kamera, fällt unsere Objektivität in sich zusammen. Das kann Stilmittel sein, das kann aber auch einfach aus Versehen passieren.

Da wo Nvidia Maxine den Augenkontakt mit der Kamera ganz bewusst künstlich herstellt (wir hatten im CM MAGAZIN #047 (Öffnet in neuem Fenster) schon mal drüber geredet) da wäre das umgekehrte für Filmproduktionen hilfreich. Meint zumindest Regisseur Jeremiah Chechik (The Future of Photography (Öffnet in neuem Fenster)) - denn dann könnte das immer wieder aus Versehen in-die-Kamera-schauen einfach in der Nachbearbeitung weggerechnet werden.

Besonders lustig (bzw. gruselig) ist das ja schon, wenn Hollywood-Filme durch Maxine geschickt werden und einen der psychopathische Serienmörder aus No Country for Old Men in der Tankstellenszene direkt in die Augen schaut 😳

## Und Tschüs

Das war's wieder für heute. Schön, dass ihr dabei wart.

Diese Sendung wird übrigens aufgenommen mit einem Shure MV7, mit einem Mikrofonabstand von ca. 5 cm, in einem akustisch weitgehend unbehandelten Raum und klingt meine Stimme nicht toll? 

Falls ihr Lust habt und es euch nicht weh tut, dann könnt ihr dieses Projekt wie immer auch gerne unterstützen, mir tät's gut. Und ich sage herzlichen Dank! 

Benehmt euch, bis dann!

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Der Podcast zum Hören:

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