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Wohnen im Hotel?

Wir erinnern uns mit Grauen: In der Zeit der Pandemie standen sämtliche Gästezimmer leer während vielerorts die Vereinsamung der Senioren in ihren Wohnungen in den Fokus gerückt wurde... Kann oder sollte die Pandemie uns lehren, eins und eins zusammenzuziehen? Diese Möglichkeit in Erwägung ziehend sahen wir uns nach interessierten Wohngemeinschaftsuchenden um und waren schlicht weg erschlagen von der Riesennachfrage. Innerhalb von 14 Tagen meldeten sich über 40 Interessenten. Als gäbe es ein Paralleluniversum gingen plötzlich Anfragen von meist alleinstehenden Frauen (auch einigen Herren und wenigen Paaren) zwischen 55 und 70 Jahren ein. Oft schon mit Rentenbezug oder kurz davor. Gemeinschaftliches Wohnen wird demnach im Alter zunehmend als bevorzugte Lebensform angenommen. Warum nicht im Hotel dafür ein paar Suiten bereithalten? Gepaart mit einer bevorzugten Ausrichtung, wie Sport, gesunde Ernährung, Kultur oder einem kunst-kreativen Konzept bildet es schließlich eine schöne Möglichkeit, im Alter der Vereinsamung zu entgehen. Sicher werden nicht gleich alle Wohninteressenten gut zueinander passen und einige Tage ins Land gehen, bis sich eine kleine homogene Gruppe zusammengefunden hat. Aber für  Beherbergungsbetriebe kann so eine sichere Einnahmequelle geschaffen werden. Glücklicherweise ist dies aber nicht der alleinige Vorteil: Gern helfen die Bewohner gelegentlich aus und können so zur Entspannung der Personalfrage beitragen. Obendrein verfügen die Wohnenden in der Regel über eigene Netzwerke aus Angehörigen und Freunden, die dem Hotelbewohner gern einen Besuch abstatten. Ob Sie dazu gar einen Koch- oder Back-Club ins Leben rufen, oder die noch rüstigen Bewohner geführte Walkingtouren oder Hola-Hup im Fitnessraum anbieten, bleibt Ihrer Fantasie überlassen. In jedem Fall können Sie davon ausgehen, dass sich aus diesem Konstrukt von Wohnenden und Gästen regelmäßig eine allseits lohnenswerte Kommunikation ergeben wird. Vergessen wir nicht: wir leben heute in einer Zuschauergesellschaft (ob „Big Brother“ eher ein medialer Auswuchs oder beispielgebend für die Tourismus-branche ist, lassen wir an dieser Stelle lieber offen). Im Grunde aber nehmen die Wohnenden gern Anteil an den Geschichten der Reisenden und umgekehrt. Für beide Seiten (und für Sie) ergeben sich daraus allerlei Synergien... Probieren Sie es aus?