Interview Christina
Auf Social Media (Öffnet in neuem Fenster) habe ich es bereits angekündigt, heute teile ich nun das vollständige Interview mit Euch auf Steady.

Wer bist du, was machst du so?
Christina, 39, Projektmanagerin, Syst. Coach Positive Psychologie
“Paris mon amour, Hamburg mein Hafen.”
Guten Kaffee trinken, Bewegung, Yoga & Zeit mit Freunden lassen mein Herz tanzen.
Zum Einstieg
Wie hast du von dem Fotoprojekt erfahren?
Auf Sandra’s Veränderungsbegleiterin Instagram Account.
Was hat Dich an dem Fotoprojekt betrACHTUNGsweise angesprochen? Wozu nimmst du teil?
Irgendwie fand ich den Ansatz super spannend. Authentizität ist einer meiner wichtigsten Werte, und Sandra’s Ansatz kommt dem total nah.
Ich nehme teil, weil ich seit Ewigkeiten keine Fotos bewusst von mir betrachtet geschweige denn aufgenommen habe und neugierig bin, was diese Betrachtungsweise auf mich mit mir macht. Für mich kostet es auch ein wenig Überwindung, mit dem Spiegel zu arbeiten.
Meine (Sandra Brauer) Beweggründe für betrACHTUNGsweise
In meinem persönlichen Umfeld, aber vor allem wenn ich Frauen fotografiere, höre ich so häufig Aussagen wie z.B. “Ich mag mich nicht auf Fotos”, “Ich werde nicht gern fotografiert”, “Es ist unangenehm, im Fokus zu stehen”. Zudem kenne ich so unendlich viele Menschen, die mit sich selbst hadern und entweder ihr Äußeres stark be- bzw. abwerten oder mit Persönlichkeitseigenschaften hadern, die ein fester Teil von ihnen sind. Mit betrACHTUNGSweise möchte ich mit Deiner Unterstützung einen Perspektivwechsel ermöglichen und für mehr selbstACHTUNG und selbstAKZEPTANZ werben. Daher freue ich mich nun auf Deine Antworten zu folgenden Fragen:
Blick zurück
Wie und womit bist du im Hinblick auf Deine Person, Dein Äußeres und Deine Persönlichkeit aufgewachsen? An was erinnerst du dich?

Als Kind war ich nicht dick, aber total unsportlich und immer die Letzte, die bei Gruppenballspielen (Völkerball lässt grüßen ;-) ) in die Gruppe gewählt wurde. Das hat mich irgendwie beschäftigt. Meine abstehenden Zähne und die jahrelange Zahnspangen-Zeit reihen sich hier gut ein. Ich war immer schon ruhig und wollte nie im Vordergrund stehen.
Welche Sprüche kommen Dir aus Deiner Vergangenheit (aus Deinem Elternhaus, Deinem sozialen Umfeld) bekannt vor?
Ich hatte starke Akne und kann mich vor allem an die Kommentare zu meinen zahlreichen Muttermalen erinnern; ob ich irgendeine ansteckende Krankheit hätte.

Manchmal bin ich unruhig und kann mich erst dann voll dem hingeben, was ich im Moment eigentlich brauche, wenn ich meine to do Liste abgehakt habe.
Gab es Vorbilder in Deiner Familie, in Deinem sozialen Umfeld?
Als Kind träumte ich immer von der großen weiten Welt und wollte unbedingt später Stewardess werden. Nicht wegen dem Aussehen, sondern um die Welt zu erkunden. Das schien mir der beste Weg dafür.
Du bist zu … (viel/wenig)
… sehr strukturiert in Allem, wenig fancy, machst keine Modetrends mit. Das war noch nie mein Ding. Ich mag schlichte, sportliche Kleidung und originelle Accessoires. Voilà.
Wie ist es heute?

Wenn ich mich im Spiegel betrachte, dann sehe ich …
… heute eine starke Persönlichkeit, die so einige Herausforderungen gewuppt hat. Am meisten hat mich meine Zeit in Frankreich geprägt. Für diese Erfahrung und all das, was ich dabei lernen durfte, bin ich unendlich dankbar.
Meine zahlreichen Muttermale und Hautwucherungen, vor allem im Gesicht, sehe ich heute als “Eigenmarke”, mein ganz persönliches Muster, das sich kontinuierlich verändert.. Ich bin dankbar für all das, was mein Körper mir ermöglicht. Ich mag meine Locken und meine starke Körpermitte, die ich besonders kraftvoll nach einer Yogasession spüre.

Wenn ich andere Menschen anschaue, dann (sehe ich)
… habe ich oft ein Gespür dafür, wie es der Person gerade geht. Feine Antennen, die mich leiten. Ich mag eine natürliche und authentische Ausstrahlung. Oft verfeinert sich das Bild beim 2. oder 3. Blick. Ich frage mich oft, wie es wohl sein mag für mein Gegenüber mit ihrem/seinen Auftreten, und was sie/ihn beschäftigt.
Reflexionsfragen
Wann hast du dir das letzte Mal tief in die Augen geschaut?
Was hat Dir in diesem Moment Deine innere Stimme erzählt?
Wie viel Bewertung enthielt sie?
Wie viel Abwertung erhielt sie?
Wie viel Bestätigung? Wie viel Liebe? Wie viel Gutes
Der Spiegel und ich sind keine Freunde, weil mir immer meine Hautwucherungen ins Auge springen. Da hilft mir ein Perspektivwechsel. Oft gucke ich mir tatsächlich in mein rechtes Auge, welches ich in Form einer Iris-Lampe jeden Abend “beleuchte”. Dieser Blick fasziniert mich und bringt mich oft zum Nachdenken.

Das folgende Zitat, das ich durch meine Yogalehrerin Lea entdeckt habe, spiegelt diesen Zustand ganz gut wider.
„In dir selbst ist eine Ruhe und ein Heiligtum, in welches du dich jederzeit zurückziehen und ganz du selbst sein kannst.“ Hermann Hesse
Bist du dir selbst eine gute Freundin?
Immer mehr, ja! Vor allem im letzten Jahr habe ich in vielen herausfordernden Situationen gemerkt, dass ich mir wohlwollender gegenübertreten kann als früher. Oft muss ich mittlerweile über mich selbst lachen.

Was bedeutet für Dich selbstACHTUNG?
mich in allen Facetten, in jeder Tagesform annehmen
auf meine Bedürfnisse hören und ihnen Raum und Zeit schenken
mir meiner Grenzen bewusst sein und diese nicht überstrapazieren. Darin übe ich mich noch. Jeden Tag ein bisschen mehr.
Was bedeutet für Dich selbstAKZEPTANZ?
Wie kann es möglich werden, dass wir uns selbst mehr akzeptieren, ja, uns wertschätzen und lieben lernen?
Selbstakzeptanz ist für mich der Friede mit mir, mit meinen Macken und Stärken.
Wie gut gelingt es Dir?
Mal so, mal so. Aber es wird mir immer mehr bewusst, warum es im Moment in die eine oder andere Richtung geht. Das ist für mich der Schlüssel zu meinem Akzeptanz-Weg.

Mal angenommen, du dürftest andere hierin unterstützen, was wäre Dein Rat? Was könnte helfen, sich mehr anzunehmen? Sich selbst zu respektieren, zu achten?
Ich wünsche mir mehr Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, überhaupt Austausch zu diesem Thema. Dafür machst du, liebe Sandra, mit diesem Projekt einen ganz wunderbaren Aufschlag. Erst wenn wir uns mit unserer teilweise kritischen “Sichtweise” nicht mehr allein fühlen, können wir etwas ändern in der Art, wie wir uns und andere sehen. Und dann darf darüber Verbundenheit entstehen.
Zukunfts-Ich
Welches Symbol trägst du bei Dir? Welcher Anker gibt Dir Stärke? Und warum? Welches Symbol/Bild drückt für Dich Selbstakzeptanz aus?

Ich trage die Kette meiner Oma, schlicht mit einem kleinen Anhänger. Sie ist für mich sehr, sehr wertvoll, mehr als ein Erinnerungsstück. Wenn ich sie trage, fühle ich mich nicht nur stark mit ihr verbunden, sondern sehe auch eine starke Frau, die mir vor allem eines gelehrt hat: Dankbarkeit.
Herzlichen Dank, liebe Christina, dass wir hinter Deine Kulissen blicken durften und du Dich mit Deiner Teilnahme an betrACHTUNGsweise dafür engagierst, dass wir uns und andere mehr annehmen und akzeptieren sollten, ganz gleich, ob wir einer vermeintlichen Norm entsprechen oder auch nicht. Niemand hat das Recht, uns zu bewerten oder sogar abzuwerten.
📷DU findest die Auseinandersetzung mit Dir selbst ebenso spannend? Schreibe mir bei Interesse an den Reflexionsfragen aus dem Interview, einem Shooting oder an einer Kombination aus Fotografie & Coaching gern eine Nachricht (Öffnet in neuem Fenster).