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Opfer häuslicher Gewalt provozieren Täter

Dass Opfer Täter zu ihren Übergriffen provozieren, ist ein Mythos, der sich rund um das Thema „Häusliche Gewalt“ hartnäckig hält. Da Täter sich diese Auffassung zu eigen machen, müssen auch sie aufgeklärt werden.

Täter schieben die Verantwortung für ihr Gewaltverhalten den Opfern zu. Immer wieder versuchen Täter ihr Gewaltverhalten damit zu entschuldigen, dass die Opfer durch ihr Verhalten Übergriffe notwendig machen. Ist es wahr, dass Opfer die Täter mit ihrem Verhalten provozieren?

https://youtu.be/lpdiNp-yLe8 (Öffnet in neuem Fenster)

Opfer und männliche Täter sind in einer Beziehung, in Partnerschaft oder Ehe, eng miteinander verbunden. Durch die enge Verbindung werden Täter, manchmal auch durch das Verhalten der Opfer, mit unangenehmen Gefühlen konfrontiert. Dabei stellen sich die Gefühle oft mit einer größeren Intensität als im Kontakt mit Arbeitskollegen oder Bekannten ein.

Da Täter unangenehme Gefühle nicht erleben dürfen, beseitigen sie diese immer wieder, indem sie zuschlagen und damit häusliche Gewalt erzeugen.

Täter erzeugen häusliche Gewalt nicht, weil die Opfer sie provozieren, sondern weil sie mit dem Erleben von Gefühlen verbinden, die Kontrolle zu verlieren, und damit ihr Mannsein gefährdet ist.

Opfer häuslicher Gewalt provozieren Täter nicht

Es ist höchst problematisch, dass sich die Auffassung, Opfer würden die Täter provozieren, immer noch in den Köpfen der Gesellschaft hält.

Opfer provozieren ihre Partner nicht, zuzuschlagen. Täter entscheiden sich ohne äußere Mitwirkung für ihr Gewaltverhalten. Nur sie sind dafür verantwortlich.

Täter nehmen diesen Aberglauben, um ihre Übergriffe zu rechtfertigen. Doch ein körperlicher Übergriff, gegen die eigene Partnerin, Ehefrau oder die eigenen Kinder, ist nicht zu rechtfertigen und auch nicht zu entschuldigen.

Glaubst Du als Täter, dass Deine Partnerin Dich provoziert? Hörst Du als Opfer häuslicher Gewalt, Du würdest ja auch provozieren?

Kategorie Häusliche Gewalt

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