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“Allzeit bereit!“

Diese Redewendung ist schon sooft genutzt worden, dass sie jedem bekannt ist. Jeder hat sie schon einmal gehört und mindestens einige Male selbst verwendet. Ob nun in der Ausübung einer bestimmten Pflicht oder ironisch in einer scherzhaften Unterhaltung. Das Leben hat aber ein Schicksalsrädchen parat, in dem dieser Satz kaum zutreffender sein könnte – das Elternsein.

Jeder Elternteil ist sich bewusst, dass Kinder mehr als ein Vollzeit-Job sind. Bei einem Vollzeit-Job kann man nach acht Stunden vor dem beschissenen Filterkaffee und den Smalltalk-Fetischisten flüchten, die man als seine Kollegen bezeichnet. So stressig selbst das schon sein mag, gibt es dort ein Ende. Einen magischen Zufluchtsort namens „Feierabend“. Das Licht am Ende des Tunnels. Und noch viel wichtiger: man kann sich krankmelden! Zuhause geht das leider nicht. Als alleinerziehende Mutter an einem Samstag kann man seinem 3-jährigen Sohn nicht sagen: „Ach, hör mal. Heute bin ich wirklich gar nicht fit. Ich würde sagen, ich bleib einfach im Bett und wir gehen fürs Wochenende getrennte Wege. AU leg ich dir Montag in dein Kinderzimmer.“

Jeder Elternteil kann sich mit Sicherheit in diese Situation bestens reinfühlen. Von Kindern kann man kein Verständnis für seine Situation verlangen. Sobald man in der Verantwortung eines Elternteils ist, gibt es keine Möglichkeit, sich dieser Verantwortung zu entziehen. Als Mutter oder Vater ist man eine Maschine, die zu funktionieren hat. Aus diesem Grund wird mir jedes Mal speiübel, wenn ich sowas höre wie: „Du bist doch nur Hausfrau/Hausmann.“ Du bist nicht einfach nur zuhause. Du bist das Fundament unserer zukünftigen Gesellschaft! Du bist Teil dessen, was unsere Zukunft ausmacht! Es gibt keine Möglichkeit, abzuwiegen, wie viel der Job als Elternteil wert ist. Jeder 60 Stunden arbeitende Aktenkofferträger ist nichts im Vergleich zu einer Mutter. Ich möchte keineswegs andere Lebenssituationen herabwürdigen. Ich möchte nur etwas verdeutlichen: das Image eines Elternteils hat sich endgültig von den Fesseln der Selbstverständlichkeit zu befreien. Die Menschheit hat langsam anzuerkennen, dass es eben nicht selbstverständlich ist, Kinder großzuziehen. Schlaflose Nächte hören nicht auf, wenn das Baby kein Baby mehr ist. Schlaflose Nächte hat man auch noch, wenn die Kinder schon längst eigene Kinder haben. Bei diesem Job geht man niemals in den Ruhestand, er ist eine Lebensentscheidung.

Elternsein ist der Maßstab für harte Arbeit.

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