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Unsere Geschichte - Kein Sohn, kein Vater #4

In diesem Teil befinden wir uns zeitlich im 2. und 3. Quartal, nach dem Umzug meines Sohnes und mir, in unsere neue Wohnung. Solltest du auf dem Schlauch stehen und gerne die Vorgeschichte dazu noch wissen wollen, dann schau dir doch hier Teil 1 (Abre numa nova janela), Teil 2 (Abre numa nova janela) und/oder Teil 3 (Abre numa nova janela) der Story an.

...

Theoretisch befanden wir uns zu dem Zeitpunkt in der selbigen Situation wie die Monate davor auch, die KM (Kindesmutter) war im Schichtdienst und je nachdem wie es gepasst hätte, würde sie Mai-Ling nehmen oder ich nahm ihn. Die Regeln bestanden eigentlich weiterhin und hätten auch weiterhin so durchgezogen werden können. Es gab ja schließlich keine neuen Absprachen. 

Doch dieser Rhythmus wurde abrupt unterbrochen.  Denn nach meiner Ansage, mit meinen Forderungen, in der ich mitteilte, dass ihr Freund noch keine väterlichen Aufgaben von mir zu übernehmen und sich da rauszuhalten hat, wurde mir der Kontakt zu meinem Sohn komplett verwehrt. 

Mir war von Anfang an klar, dass sich die KM jemanden suchen wird, der ihr Aufgaben abnehmen kann, der ihr hilft den Alltag stressfreier zu gestalten und jemanden der gewisse Tasks von mir übernimmt. So kann sie mich Stück für Stück aus dem Leben von Mai-Ling entfernen. Wie so ein leichter Fade-Out.

Ich bekam noch eine Nachricht, dass ich mich dann auch selbst um alles zu kümmern habe und Mai-Ling auch von der Kita abholen soll (was zeitlich theoretisch unmöglich wäre). Aber ich stimmte dem zu, ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, wie ich es regeln werde, aber ich werde es regeln, wie immer halt. Doch es stellte sich heraus, dass Ihre patzige Nachricht nicht ernst gemeint war.

Wie gesagt, so getan ... ich tat alles dafür, um mein Sohn rechtzeitig aus der Kita abholen zu können, ich machte kein Mittag mehr und ging eher auf die Arbeit, um eher Feierabend machen zu können, ich kam auch immer pünktlich in der Kita an, trotz meines halbstündigen Weges bis dorthin. Aber mein Sohn war nie mehr dort! Ja richtig, mein Sohn war jedes Mal, wenn ich dort hinkam, nicht mehr in der Kita. Teilweise wurde er gar nicht erst dort hingebracht und teilweise extra viel ehern abgeholt, damit ich gar keine Chance habe, ihn zu mir zu holen. Es ist für mich unmöglich genau zu beschreiben, was ich dabei empfand, es ist nicht möglich, die passenden Worte zu finden, um diese Situation in all ihrer Beschissenheit zu erläutern. Ich war verloren, ich war hochgradig hilflos, ich war alleine mit meinen Sorgen und Ängsten und niemand konnte mir so wirklich helfen. Niemand. Jeden Tag den Weg von der Kita alleine nach Hause zu gehen, wieder ohne sein Kind an der Hand. Es war furchtbar und auch jetzt noch treibt es mir Pipi in die Augen während ich es niederschreibe.

Bei jedem Heimweg versucht ich natürlich die KM zu erreichen. Doch sie war feige wie eh und je. Sie war echt gut darin, einfach so zu tun, als existiere sie gar nicht. Wie vom Erdboden verschluckt. Man konnte kein Telefonat mit ihr führen und erst nach unzähligen Nachrichten gab es mal eine Reaktion darauf.

Ich fragte sie wie und wann ich denn mein Sohn wieder sehen kann und ihre Antwort war folgende «Der möchte bei mir bleiben». Damit sollte ich mich abfinden oder was? Mein Sohn möchte nicht zu mir und das nahm sie als Grund um ihn mir zu verwehren. Ich kam mir so abgrundtief verarscht vor. Denn bei fast jedem Wechsel, wenn mein Sohn zu seiner Mutter sollte, musste ich Mai-Ling erst einmal „überreden“ bzw. gut zureden, damit er überhaupt zu ihr möchte. Fast jedes Mal gab es Theater, weil er nicht zu seiner Mutter wollte. Ich redete mit Engelszungen und erklärte ihm, dass sich seiner Mutter auch auf ihn freut, er sie doch auch vermisst und immer eine schöne Zeit mit ihr hat usw. und so fort. Sodass er am Ende ohne rum Gezanke der Mutter übergeben konnte. Und ich darf mir jetzt sagen lassen, dass mein Sohn nicht zu mir möchte und er das selber entscheiden kann. Wow. Ich wusste nicht, ob ich weinen oder durchdrehen soll.

Ich habe ihr erklärt, dass es so nicht geht und wir uns beide an unsere Absprachen halten müssen. Das hat sie aber nicht interessiert. Erst kam die Aussage, dass ich es mir nun versaut habe, weil ich die Forderungen gestellt habe, dass ein fremder Mann noch nicht Vaterersatz spielen sollte.

Mir wurde angedroht, dass Sie die Polizei ruft, wenn ich meinen Sohn trotzdem abholen möchte. So weit würde sie gehen, um ihre Macht als Mutter auszuspielen. Sie schickte mir auch noch ein Bild wo man sah das Mai-Ling einen roten Popo hatte.

Zu der Zeit hatte er das öfter mal und wir haben stets und ständig mit einer Wundsalbe eingeschmiert. Doch dies nahm sie ebenfalls gleich als Hilfsmittel, um mir mein Kind zu verweigern. Ach und sie meinte, dass seine Zähne nicht sauber gewesen wären. Es waren so fadenscheinliche Ausssagen, die absolut haltlos waren.

Er wurde von mir immer, ohne Ausnahme, vollständig sauber und fresh in die Kita gebracht. Wenn ich nach der Kita, nachdem dort schon mehrere male gegessen wurde, meinem Sohn in den Mund schaue, hat er keine sauberen Zähne, das ist doch logisch! Klar haben sie nach dem Frühstück noch einmal geputzt, aber weder nach dem Mittag, noch nach der Vesper. Ja, was soll ich sagen, das hat sie nicht verstehen bzw. einsehen wollen. Sinnloses diskutieren, nur, um mir eins reinzuwürgen. Am Ende bekam ich nur noch die Aussage, dass ich in den nächsten Tage wichtige Post bekommen werde und der Rest nur noch über Anwalt läuft.

Ja, das war es. So stand ich da, in einer Wohnung, die ich, für uns beide aus dem Nichts gestampft hatte und darin nun alleine verbringen musste.

Auch jetzt, Monate nach dem Ganzen, ist es für mich nicht möglich ganz genau in Worte zu fassen, was einem als Vater in so einem Moment durch den Kopf geht. Ich versuche es natürlich trotzdem, aber das wird dem sicherlich nicht gerecht.

...

Absolute Leere, Verlustängste, man weiß nicht, sieht man sein Kind jemals wieder, wie weit wird sie gehen, um mich als Vater auszuradieren. Jeden Tag aufs neue. Man wacht früh morgens auf und ist von Kopf bis Fuß deprimiert, antriebslos, Null-Bock Stimmung auf 100 % und mehr. Man kann sich auf kaum etwas so richtig konzentrieren und man fühlt sich so verdammt hilflos.

Seien wir mal ehrlich, wir Männer haben es dahingehend immer schon schwer gehabt. So gut wie immer bekamen die Mütter die Kinder, die Väter hatten zum Großteil das nachsehen. Ich persönlich kenne auch nur einen einzigen Vater, der sein Kind bei sich zu Hause hatte, das alleinige Sorgerecht bekam und sein Sohn wundervoll herangezogen hat.

Mit dem Wissen im Hintergrund, dass es für mich vermutlich nicht viel Möglichkeiten geben wird, meinen Sohn wiederzubekommen, verbrachte ich fast 5 Wochen. Immer wieder versuchte ich, immer noch nach den damals festgelegten Absprachen, meinen Sohn regelmäßig von der Kita abzuholen. Natürlich vergebens, jedes Mal war mein Sohn nicht mehr in der Kita. Entweder wurde er, wie sehr oft, seitens der KM nicht in die Kita gebracht oder wenn er mal doch dort war, einfach ein paar Stunden eher abgeholt, sodass ich ihn nicht bekam.

Diese Zeit war so furchtbar schlimm.

Ich erinnere mich auch noch daran, dass es mal eine Absprache gab, wo ich meinen Sohn halb 10 Uhr morgens abholen sollte. Ich ging natürlich dort hin und mir wurde direkt an der Haustür erklärt, dass ich meinen Sohn doch nicht bekommen werde. Die Begründung war «Er möchte nicht zu mir». Dass die KM und ihr Gefährte meinen Sohn eine Stunde vorher ein neues Computerspiel gaben, mit dem er sich direkt beschäftigen durfte, spielt da bestimmt gar keine Rolle. Ich bekomme direkt Hassgefühle, wenn ich daran zurückdenke. Ich weiß noch, wie ich versuchte an der Klingel zu diskutieren und so, ich aber nur beleidigt und diskreditiert wurde.

Für mich war es aber auch ausgeschlossen, dass ich meinen Sohn dort mit der Polizei herausholen werde, ich hätte es machen können, aber ich tat es nicht. Warum? Meinem Sohn zu liebe, einfach, weil ich nicht wollte, dass er mitbekommt, was hier passiert und es mit Polizei, einfach Schlüsselmomente für den Kleinen erstellt, wo er sich noch Jahre später daran erinnert hätte. All das wollte ich nicht, ja ich wollte meinen Sohn sehen, mehr als alles andere auf der Welt, aber ich musste abwarten. Clever sein und nicht impulsiv handeln. Clever bin ich ja, aber meine Impulse immer zu kontrollieren, fällt mir sehr schwer. Nun musste ich es aber, es gab keine andere Wahl.

In diesen 5 Wochen, wusste ich weder das es nur 5 Wochen sein werden, noch wie lange der Zustand so weiter gehen soll. Woche für Woche verging, Woche für Woche nahm ich immer mehr ab. Es gab Zeiten, da wog ich als stattlicher Mann, mit einer Größe von knapp 190 cm, nur noch 60 kg.

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Wenn du bis hier hin gelesen hast, vielen Dank für dein Interesse. Weiter geht es in Kürze.

Daniel

Tópico Unsere Geschichte

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