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Luxus bald für alle?!

In Zeiten überfüllter Züge und maroder Infrastruktur gibt es heute als Kontrastfolie dazu die Vorstellung einer Idee, die ihren Weg bisher noch nicht in den Mainstream gefunden hat, die aber in alternativen Kreisen zu zirkulieren beginnt. Was, wenn Luxus wie selbstverständlich zum Alltag gehört – jedoch ohne, dass man ihn erwerben und besitzen muss?

Was, wenn öffentliche Schulen mit integrierten Park- und Zooanlagen, Pflegeheime mit Wellnessräumen oder Hochsee-Fähren mit bequemen Homeoffice-Kabinen für alle normal wären? Bevor es um die Details der Idee geht, zeigt hier ein neues Utopisches Fenster aus der Utopian Fiction Story (in deren Universum solche Formen des Luxus ebenso bestehen), wie sich das anfühlen könnte:

“Du hast Glück, gerade ist ein Heli frei geworden. Er kann in fünf Minuten da sein und dich direkt auf dem Parkplatz absetzen”, sagte Hubert.

Kyra richtete sich auf. Ein Heli? Meist waren sie ausgebucht und ihr Transport ohnehin dreimal so teuer wie der mit den anderen Verkehrsmitteln. Aber heute war alles egal.

Es war einer aus der Dragón-Serie, ein kompaktes, schwarzes Modell, das direkt auf dem Innenhof gelandet war, dort hockte wie eine geduldige rundliche Riesenlibelle. An der Flanke leuchteten im Laternenlicht weiße Lettern Im Auftrag des MobilitätsKreises Freistadt.

“Willkommen an Bord”, sagte das Flugagenty.

Kyra raffte ihr Kleid und erklomm die Stiege, jetzt kühn lächelnd. Kaum zu glauben – sie hatte einen Heli bekommen.

“Dieser Flug kostet dich 24 Infoi. Bist du bereit? Dann geht es jetzt los.”

Bild: pixabay

Geräuschlos hob die Riesendrohne ab, flog am zweiten und dritten Stockwerk des CouCou vorbei, drehte dann ab Richtung Norden. Noch einmal wandte sich Kyra um und verrenkte sich den Hals, um das schneebedeckte Haus mit den dunklen Gartenanlagen endgültig verschwinden zu sehen.

“Die Außentemperatur beträgt heute Abend minus fünf Grad.”

Während der üblichen Flugeinweisungen tastete sie unter den Sitz danach, ob der NotFallschirm vorhanden war. Die Wolkendecke war ein wenig aufgerissen, hinter ihr leuchteten die ersten Sterne. Wasser stieg ihr in die Augen, Flüge machten sentimental. (…)

Wie klar sich zeigte, dass es existenziell gesehen zwischen den einzelnen Augenblicken im Leben keine Hierarchien gab … Manche mochten dazu dienen, auf etwas zu warten oder irgendwohin zu kommen, dabei waren sie genauso aufregend wie die Feier selbst. Sie waren ein und dasselbe – pure Lebensenergie.

“Schnall dich an, wir erreichen jetzt gleich dein Ziel.”

Von Flugtaxis (Abre numa nova janela) ist die (Alltags-)Welt wohl nicht mehr weit entfernt. Werden sie vor allem in Privatbesitz genutzt werden oder als frei verfügbare Taxis – und wenn als Taxis, werden sie aber dann so günstig sein, dass etwa eine normale Studentin sie sich leisten kann?

In Kyras Stadt hätte niemand der normalen Bürger*innen Grund und Anlass, einen privaten Heli zu besitzen, aber warum sollten umgekehrt seine Vorzüge nur einzelnen Superreichen vorenthalten bleiben? Geht es nicht vielmehr darum, das richtige Maß in der Nutzung und im Zugriff zu finden?

Dass das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein wird, betont der ThinkTank Communia, den ehemalige Kommilitonen von mir vor einiger Zeit gegründet haben, mit seiner Publikation 2023 zum Thema Öffentlicher Luxus (hier (Abre numa nova janela) kostenlos als PDF herunterzuladen). In einer schönen Podcastfolge (Abre numa nova janela) dazu erklären sie das Konzept genauer.

Utopisches Glossar, heute inspiriert von Communia.

Die Idee: Bisher eher privat organisierte Güter, Orte und Dienstleistungen vergemeinschaften und sie im Gegenzug für die breite Masse lebensdienlich und luxuriös auszustatten. Bedingungsloser Zugang zu allem, was Leben möglich und schön macht: Bildung, Energie, Care, Wohnen, Mobilität, Medien, Kultur, Infrastruktur, mit toller Qualität. Demokratisch organsierte Daseinsvorsorge, die gemeinsam gestaltet wird, für alle zugänglich, ohne Bezahlschranken. Ein groß angelegtes, kollektives Transformationsprojekt, das gleichzeitig Klimaumbau der Wirtschaft ist.

Denn die Debatten im Land sind verfahren, sei es Klima oder Schuldenbremse: Es braucht eigentlich evolutionären Wandel und kollektiven Dialog statt isolierte Steuerungselemente wie Subventionen, Auflagen, Verbote – E-Autos statt normaler Autos sind keine Lösung, mehr Bahnfahren einfach so ist kein Anreiz, Verzicht ist kein Motor und kein Treiber, es sei denn, er wird von außen, von Krisen und Zusammenbrüchen auferlegt – “by desaster”.

Die Aussicht auf Luxus hingegen ist ein Treiber.

Bild: pixabay

Vergesellschaftung, das betont Communia, ist NICHT Verstaatlichung. Staatsstrukturen sind meist autoritär, daher müssten Entscheidungsprozesse vergesellschaftet werden. Das wäre dann ein System von Institutionen für verschiedene Bereiche, die demokratisch organisiert sind, dabei sehr unterschiedlich strukturiert sein können. Sie könnten dezentral auf regionaler Ebene organisiert sein oder zentral für Bereiche, die dies erfordern, wie etwa bestimmte Energie-Infrastrukturen.

So sei etwa der Umbau von SUV-produzierenden Konzernen zu Mobilitätskonzernen arbeitsplatzneutral gestaltbar. Der Wohlstand, der dann dort erschaffen würde, käme jedoch direkt den Leuten zugute, die ihn schaffen.

Ich finde, dieses Thema verdient es (in Zeiten einfacher und effizienter Vernetzungstechnologien), weiter beforscht, instrumentell ausgetestet und weiter entwickelt zu werden. Vielleicht ist es auch bald eine schiere Notwendigkeit, dies zu tun.

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Voller Vorfreude kann ich ankündigen, dass voraussichtlich diesen Sommer mein E-book erscheint (also die Kompaktversion Teil 1 der Storytelling-Serie, komplett überarbeitet). Hier gibt es demnächst mehr Infos, auch zu geplanten Testleser-Events.

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