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Liebe*r Utopist*in!

Ich hoffe, du hattest einen guten Start in 2022. Vielleicht hältst du in den noch andauernden "verrückten Zeiten", wie sie genannt werden, ja mittlerweile viel mehr für möglich als zuvor. Es lohnt sich in jedem Fall, dich auf die Lösungen zu fokussieren, um dich in das Umfeld hineinzuleben, das du dir wünschst - und dabei alle Gefühle zu akzeptieren, von Angst, Scham über Trauer bis hin natürlich zu Freude. Möchtest du in diesem Jahr übrigens deiner Wut näher kommen, ist dieser vierteilige Online-Kurs eine gute Möglichkeit, den ein Freund von mir anbietet, der auch schon zu Gast im JuliTopia-Salon war und den ich nur empfehlen kann: Conscious Anger Work (Abre numa nova janela)
Wenn du neu über Geld nachdenken möchtest, komm doch gerne nächsten Donnerstag zum JuliTopia Salon vorbei, siehe unten :)

Liebe Grüße!
Julia

Das heutige utopische Fenster entstammt Folge 10-21. Es wirft die Frage auf: Was, wenn wir künftig in zwei ökonomischen Sphären zu Hause sein könnten – in einer, in der wir sicher sind, und in einer, in der wir frei sind, zu wählen? In einer, die unsere Grundbedürfnisse befriedigt, und in einer, die unsere Lust auf Luxus und Vielfalt erfüllt? In einer, die selbstverständlich für uns da ist, und in einer, für die wir leisten können und sollen? 

Erwartungsvoll durchquerte Kyara den vorderen Teil des Hofs. Sie zog die Tür auf, ein Glöckchen klingelte hell. In den Regalen leuchteten dicke Einmachgläser in Erdbeerrot, Aprikosengelb, Stachelbeergrün, einladend türmten sich frischer Grünkohl, Mangold, Rote Bete in den Kisten. Helle und roséfarbene Weinflaschen lagerten in einem Ständer. Sie erkannte die filigranen goldenen Etiketten des Weinguts. (...)
„Kann ich helfen?“
In der Tür hinter der Theke stand eine Gestalt in weißem Rollkragenpulli und Jeans, vielleicht Mitte Dreißig, mit umbrafarbener Haut, das schwarze Haar zu einem Zopf gebunden. Irgendwo hatte sie yks schonmal gesehen –

„Ähm, ich suche Yon?“
Yks schien überrascht.
„Achso, der ist nicht da. Ist seinen Wagen … abholen, glaube ich.“
Kyaras Magen sackte in sich zusammen. Sie war umsonst hergekommen. Manchmal war es schwer zu akzeptieren, dass Dinge ihren eigenen Weg nehmen wollten. Aber es half nichts – es galt, die Angel los zu lassen und nicht ungeduldig anzuziehen. (...)
"Bist du eine Freundin?“
„Wir haben uns letztens eher zufällig kennen gelernt.“
„Freut mich. Ich bin Raph. Yks.“
Kyara faltete ihre Hände vor der Brust. „Kyara – Sie.“
Yks schwarze Augen strahlten sie weich an. Yks äußere Erscheinung, die breiten Schultern, das eckige Kinn, wirkten dagegen maskulin.

Kyara nahm einen von den Kürbissen in die Hand. Seine orangene, fleckige Schale fühlte sich rauh an. „Uns sind tatsächlich die Kürbisse ausgegangen im NahNetzwerk. Kann mich nicht erinnern, das je erlebt zu haben.“
Sie wartete auf die Registrierung. Wie viele Infoi waren Kürbisse aktuell wert? Sie hatte keine Ahnung. Vom Ahornhof geliefert wäre er umsonst gewesen. Es war immer komisch, alltägliche Esswaren wie Kürbisse draußen im Infoisystem zu erstehen.
„Ja, läuft einiges drunter und drüber seit dem Ausfall“, sagte Raph.
„Ist bei euch auch geplündert worden?“
Raph sah sie fragend an.
„Schattenhandel, meinst du? Ja, vereinzelt. - Weißt du was? Ich schenke dir den Kürbis. Wo du schon umsonst hierher gekommen bist.“
„Meinst du wirklich?“
Kyara drehte den Kürbis überrascht und unentschlossen in der Hand. Sie kam sich vor wie eine Gästin. Seltsam, die unsichtbare Infoi-Schranke machte aus dem Gemüse ein besonderes Geschenk.
„Auf die ein oder andere Art wird er zum Hof zurückkommen. Kreise schließen sich immer.“
Raph zwinkerte ihr zu.

hier weiterlesen (Abre numa nova janela)

Termine

Die ganze Szene aus dem utopischen Fenster könnt ihr am 27. Januar hören. Da findet der nächste JuliTopia-Salon statt. Nach der einstimmenden Lesung gibt es von mir einen kleinen Impuls zum Thema "geldunabhängige Sicherheit schaffen", dann ist für alle, die noch bleiben wollen, Raum für eure Fragen und Ideen dazu. Das Thema ist übrigens auch ein Gestaltungs-Muster im Kartenset „Mustersprache des Commoning“ von Silke Helfrich, auf das ich auch kurz eingehen werde.

Hier der Link:

https://meet.allmende.io/JuliTopiasSalon02 (Abre numa nova janela)

Utopisches Glossar

Dass einzelne Pionier-Unternehmen Gemeinwohl-Bilanzen erheben und sich anschauen, wie ihre Arbeit und Organisation in Bezug auf ökologische und humane Kriterien abschneidet, hört man bereits öfter. Dies funktioniert jedoch auch für Kommunen. Was, wenn zukünftig die Wirtschaftskraft nur ein Faktor von vielen ist, der gemessen wird? Eine Region, die sich ihr „Allwohl“ angeschaut hat, ist zum Beispiel Höxter: Gemeinwohl-Region Höxter (Abre numa nova janela)

Utopisch-dystopisch

Die heutige Leseprobe entstammt dem wegweisenden Buch von Ernest Callenbach, Ecotopia (Abre numa nova janela), geschrieben 1975. Er lebte in alternativen Hippie-Kreisen in San Francisco und verarbeitete seine Eindrücke zu einer Utopie in Briefreport-Form, die sogar die Gründung der Grünen inspiriert haben soll ...

Wie alles in Ökotopia, ist auch mein Zimmer voller Widersprüche. Es ist bequem, wenn auch nach unseren Maßstäben ein wenig altmodisch. Das Bett ist scheußlich – es hat keinen Sprungrahmen, sondern besteht praktisch nur aus einer Schaumgummimatratze auf Brettern –, besitzt aber andererseits eine luxuriöse Steppdecke. 

Der große Arbeitstisch mit eingelassener Kochplatte und einer Teekanne hat eine Oberfläche aus rohem, unlackiertem Holz voll von geheimnisvollen Flecken – aber es steht ein kleines, schnittiges Bildtelefon darauf. (Trotz ihrer Abneigung gegen viele moderne Errungenschaften haben die Ökotopianer selbst eine ganze Reihe von Geräten entwickelt, die sogar besser als unsere sind. Ihre Bildtelefone müssen zwar an einen Fernsehschirm angeschlossen werden, sind aber wesentlich einfacher zu bedienen und haben eine weit bessere Bildqualität als unsere.) 

Über meiner Toilette hängt ein Wasserbecken des Modells, das in den Vereinigten Staaten etwa 1945 auslief und mit einem drollig geformten Griff an einer Zugkette bedient wird. Das Toilettenpapier ist eine ökologische Greueltat – es ist rauh und ausgesprochen unschön. Aber die Badewanne ist aus sanft duftendem Holz hergestellt und außergewöhnlich groß und tief – von der Art, wie man sie noch in japanischen Luxushotels findet. 

Ich bestätigte über Bildtelefon meine Verabredung mit der Ernährungsministerin; bei ihr werde ich morgen damit beginnen, die von den Ökotopianern so viel beschworenen und allenthalben heiß diskutierten ökologischen Systeme des ›stabilen Gleichgewichts‹ näher unter die Lupe zu nehmen.

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