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TopGun, RosaHellblauFalle im Film und Kindergespräche am Morgen

Ich habe letzte Woche von meinen Kindern erfahren, dass es eine Fortsetzung von Top Gun gibt. Und kurz darauf laufe ich am Kinoplakat vorbei. Teil2 nach 35 Jahren! 😮 Tom Cruise war damals Mitte 20, dieses Jahr wird er 60. Das erste, was ich dann gegoogelt habe, war die weibliche Nebenrolle. Und ich bin schräg erleichtert, dass Jenifer Connelly nur! 10 Jahre jünger ist als Cruise. 

Kelly McGillis, die damals die "love interest"-Rolle Charlie spielte, wurde allerdings gar nicht erst gefragt. "Hat sich aus der Schauspielerei zurückgezogen" klingt nach eigener Wahl, halte ich aber für eine sehr verzerrte Formulierung, ohne Blick auf den GenderBias der Filmindustrie. Es spielen sicher mehrere Faktoren eine Rolle, wenn eine den Job wechselt, aber die Vermutung liegt nahe, dass der Sexismus in Hollywood mit Schuld ist. Und der Umstand, dass dort nun mal für männliche Schauspieler sehr viel mehr Aussichten und Einkommen geboten werden. 

Wenn heute eine 50-jährige die weibliche Nebenrolle spielen darf, sollten wir vielleicht Hoffnung haben? Aber dass Jennifer Connelly mit 50 den Job bekam und nicht Kelly McGillis könnte auch daran liegen, dass erstere sich beim älter Werden mehr an die HollywoodNormen und Schönheits-Regeln gehalten hat? Ich wünschte, sie wurde in erster Linie ausgewählt, weil sie die bessere Schauspielerin ist. Aber Ageism, Altersdiskriminierung, ist ja ein riesen Thema im Film:

"Immer wieder berichten weibliche Hollywoodstars, dass sie für Rollen mit der Begründung „zu alt“ abgelehnt werden. Das „zu alt“ bezieht sich dabei meist auf Rollen als „Love Interest“: die Angebeteten von hauptdarstellenden Männern. Ein extremes Beispiel: Maggie Gyllenhaal war eigenen Angaben zufolge mit 37 „zu alt“ für eine Rolle, deren männlicher Gegenpart 55 war. Eine 18 Jahre jüngere Frau – zu alt?" - fluter über Altersdiskiminierung in Hollywwod (Abre numa nova janela) (März 2020)

Nein, ich habe Top Gun 2 noch nicht gesehen, er soll mit der 1986er-Version mithalten können oder sogar besser sein. Und vllt schaue ich ihn mir mit meinen Kindern an, aber so wirklich interssiert mich die Piloten-Story gar nicht. Die Analyse hält mich bei Filmen oft vom Eintauchen ab. Und je plumper die Klischees oder je auffälliger ein Merkmal, das mit der #RosaHellblauFalle zu tun hat, umso weniger Filmgenuss. 

Wiki-Artikel zu Top Gun 2 (Abre numa nova janela)

Off-Topic-Kuriosität am Rande: 

Der Wiki-Artikel zum zweiten TopGun liest sich, als wäre der Film in erster Linie ein gut getarnter Werbespot für die US-Army. (S. Slide). Und bei den Überlegungen zur Fortsetzung äußerte der Produzent "Bedenken, da sich das TOPGUN-Programm der United States Navy seit dem ersten Film grundlegend verändert hätte und nun der Fokus in der Ausbildung weniger auf spektakulären Luftkämpfen, sondern mehr auf Bombenabwürfen liege." Das kommt natürlich ungelegen, könnte man dabei aus Versehen erfahren, dass die Army gar keine coole Show voller smarter Piloten und Liebesgeschichten ist.😖

Mich beschäftigt also beim Blick auf das Kinoplakat vor allem die Frage, ob es wohl eine Schauspielerin gibt, die mit Mitte 20 groß raus kam in Hollywood und die dann 30 Jahre später für die Hauptrolle in der Fortsetzung angefragt wird. 

Krasse Facts für K2

Das habe ich heute früh um 7 Uhr laut überlegt und meinen Sohn damit zugetextet, bevor er aus dem Haus und zur Schule ging. Außer "hmm, krass", "tsss" und "o-ho"hat er erstmal nichts dazu gesagt. Aber er ist 18 und ich finde, er muss über solche Ungerechtigkeiten bescheid wissen. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich solch ein Thema anschneide. :) Deshalb habe ich die Einsilbigkeit mal großzügig auf die Uhrzeit geschoben und ein bisschen weiter monologisiert, von der erbärmlichen Rollenauswahl für Frauen erzählt: Die Böse, die Lustige, oder die Verführerische. Punkt. Wer oder was sollte sie also im Teil 2 dieses Films, den es nicht gibt, sein? Wenn sie mit Mitte 20 die Verführerische war, darf sie die auch noch mit 60 sein? Nein? Und ein Wechsel zur Bösen oder Lustigen passt auch nicht ins immergleiche Hollywood-Konzept. Falls es das also überhaupt gibt, dann muss es ein Film sein, der schon in seiner ersten Version aus der Reihe fällt und mehr weibliche Rollenvielfalt bietet als die genannten drei. Mir jedenfalls fällt unter all den Clint Eastwoods, Robert de Niros und Donald Sutherlands nur Judi Dench ein, die so richtig lange gute Rollen bekommt.

Sprachlosigkeit der Frauen

Über die Sprachlosigkeit der weiblichen Rollen habe ich gar nichts mehr sagen können heute früh um sieben - K2 musste los zur Schule :D

Aber an der Stelle sei trotzdem noch der 'Geena Davis Inclusion Quotient' (GD-IQ) erwähnt. Das von der Schauspielerin Geena Davis gegründete Institut hat eine Software entwickelt, die Filme schnell, weil digital nach Redeanteilen weiblicher und männlicher Rollen untersucht und das Verhältnis in Zahlen umsetzt. Ein Ergebnis z.B. von 2015 ergab: Spielt ein Mann die Hauptrolle, spricht er dreimal mehr als Frauen. Haben Frauen die Hauptrolle (nur 17% aller Filme) sprechen beide Geschlechter gleich viel. Wenn sowohl Mann als auch Frau Hauptrollen spielen, sprechen Männer trotzdem nach wie vor mehr. (Interessante Zusatzinfos dazu auf der seejane.org -Website (Abre numa nova janela))

Eine gute Nachricht ist ja, dass weibliche Hauptrollen ein größeres Publikum anziehen und diese Filme so 16% mehr Einnahmen erzielen.

Info-Schnipsel als Gesprächseinstieg

So, und jetzt drucke ich noch diese Skala aus dem Fluter-Artikel aus und lege sie auf den Esstisch. Sie veranschaulicht, dass Brad Pitt zwar älter werden darf, seine Partnerinnen dagegen immer jung bleiben. (Abre numa nova janela) Und dass die Altersspanne im Film 'Once upon a time in Hollywood' (2019), den Pitt mit 55 spielt, sogar bei 31 Jahren liegt (Margaret Qualley war 24). Das mache ich öfter: Infoschnipsel, Comics, Zitate auf den Tisch legen, auf dass ich selbst wieder drüberstolpere oder eins der Kinder. Und manchmal passt es, dass wir uns dann beim Essen darüber unterhalten. Nicht selten entwickeln sich daraus lange, intensive Gespräche mit den Kindern, aus denen ich erfahre, dass sie eben doch so einiges von meinen Nebenbei-Monologen mitgenommen haben, und wir können dann daran anknüpfen.🍀 

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