How dare you? Greta, es fehlt der Rahmen der Anpassungsflexibilität ermöglicht!

Ein kleiner Virus war es, der es geschafft hat den global unterschätzten Aspekt "des fehlenden Rahmens zur Anpassungsflexibiltät" sichtbar UND spürbar zu machen! Veränderungen die Arbeitsplatz- und somit auch oft Existenzverlust zur Folge haben, sind nur schwer umsetzbar. Verständlicherweise! Debatten, egal ob übers Klima, den Umgang mit Viren oder was auch immer, werden sich wahrscheinlich solange im Kreis drehen bis wir eine Anpassungsflexibilität ermöglichen oder die Weissagung, die auf die Cree Indianer zurück gehen soll, wahr wird. Und ausgerechnet Geld kann die Lösung sein!

Hallo an Alle!

Ist die Zeit reif für ein basic income? Evelyn Forget hat den Inhalt von 1.800 Pappkartons ausgewertet zu einem der ersten nennenswerten Grundeinkommensexperimenten der heutigen Welt. Es fand in den 70er Jahren in Kanada statt. Niemand kümmerte sich um die Auswertungen dieses Projekts bis Evelyn Forget sich dieses Papierbergs annahm und sie kommt in ihrer lesenswerten Ausarbeitung zu der Aussage: "Das Grundeinkommen ist eine Versicherung gegen unvorhersehbare Lebensereignisse." Was auf den ersten Blick wie eine Konstenexplosion für eine Volkswirtschaft aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick zu einem interessanten Sparmodell.

Und nicht nur das! Einer, meiner Meinung nach wichtigsten und trotzdem selten angesprochenen, Punkte ist die Ermöglichung einer Anpassungsflexibiltät, die es uns erlaubt selbst schwierigste Veränderungsprozesse zu meistern ohne dass dabei jemand auf der Strecke bleiben muss!

Obwohl die Notwendigkeit geradezu auf der Hand liegt, ist es erstaunlich, dass es weltweit immer noch kein basic income gibt. Erstaunlich ist es auch, dass Tonia Merz bei ihren 4monatigen Bemühungen um einen Termin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales ignoriert wird. Fast 500.000 Menschen stehen hinter ihrer Petiton (https://www.change.org/p/finanzminister-olaf-scholz-und-wirtschaftsminister-peter-altmaier-mit-dem-bedingungslosen-grundeinkommen-durch-die-coronakrise-coronavirusde-olafscholz-peteraltmaier-bmas-bund-hubertus-heil), mit der Bitte die Coronakrise mit einem 6monatigen Grundeinkommen zu überbrücken statt mit Kreditangeboten. Wenn Bürger eine friedliche Art wählen, um mit Politikern ins Gespräch zu kommen und dabei ignoriert werden, muss man sich über Radikalisierung nicht wundern. Aber das ist ein anderes Thema ...

Mit dieser Antwort bis hier hin würde sich Greta wahrscheinlich nicht zufrieden geben. "How dare you" hängt noch immer im Raum. Auch wenn sie aus der Position eines Kindes/Jugendlichen agiert bei der sie sich nicht um ihren täglichen Lebensunterhalt sorgen muss, dass Menschen ihre Existenz nicht einfach fallen lassen können, das wäre für sie bestimmt nachvollziehbar. Aber warum wir dann nicht eine Lösung einführen, die dann allen die Freiheit gibt, dass wir uns auf das Erreichen langfristiger Überlebensstrategien konzentrieren, das wäre wahrscheinlicher eher nicht nachvollziehbar für sie ...

Ich versuche es mal mit einer Erklärung:

Henry Ford hat einmal gesagt: "Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten!"

So weit so gut, aber Können muss auf die Möglichkeit treffen, dass es umsetzbar ist. Sonst bleibt es beim Können! Die Aussage von Ford würde bedeuten, wenn es bei mir nicht läuft, dann denke ich halt einfach nur das Falsche ... Aber ist das so?

Meine Oma z. B. hätte von ihrem Können her ein ganz anderes Leben gelebt, wenn ... ja wenn sie halt nicht im ersten Weltkrieg geboren worden wäre und im zweiten nicht hätte irgendwie versuchen müssen ihre kleine Familie zu retten. Der damalige Rahmen (Möglichkeit) gab es nicht her, dass ihr Können umsetzbar war: https://www.linkedin.com/pulse/feldpost-aus-dem-zweiten-weltkrieg-bettina-knierim/. Und sie hätte tausend mal denken können, sie kann es und trotzdem hätte sie es nicht gekonnt. Der ganze Fokus lag auf dem blanken Überleben, dem eigenen wie dem von vier weiteren Menschen!

Jetzt kann man sagen, wir haben gerade keinen Krieg. Krieg ist eine Ausnahme! Da kann die Aussage von Ford nicht funktionieren, aber ansonsten funktioniert sie!

Hm ...

Der Niederländer Jos de Blok sorgt jährlich für eine Millionenschwere Entlastung des niederländischen Pflegesystems: https://www.linkedin.com/pulse/wie-ein-einzelner-mensch-ganzes-system-auf-den-kopf-stellen-knierim/. Man hat versucht dieses System auch in Deutschland zu etablieren. Es funktioniert allerdings nicht, da eine Rahmenbedingung in Deutschland anders ist als in den Niederlanden. In Deutschland gibt es ein Mehrkassensystem. Erst wenn man auf die Vielfalt von Krankenkassen verzichten würde, dann könnte man Jos de Bloks Idee auch in Deutschland umsetzen.

Evelyn Forget führt einen interessanten Aspekt in ihrem Buch auf: "Als die universelle Krankenversicherung in Kanada eingeführt wurde, kam ihre größte Unterstützung von Frauen mittleren Alters - Menschen, die lange genug gelebt hatten, um zu wissen, dass sich das Leben nicht immer nach Plan abspielt. Ich denke, es ist bezeichnend, dass die stärkste und lautstärkste Unterstützung für das Grundeinkommen auch von Frauen mittleren Alters kommt, unabhängig davon, ob sie in Tampere oder Seoul, Barcelona oder Dauphin leben."

Zu den Wurzeln unendlich vieler Problematiken zählt unser Bildungssystem. Dort kommt bis heute die weibliche Sichtweise zu kurz und schlimmer noch es wird gar nicht berücksichtigt, dass wir die männliche wie die weibliche Sichtweise brauchen und zwar nebeneinander auf Augenhöhe. Es geht schon mit den Schulbüchern los: https://www.linkedin.com/pulse/update-m%C3%A4nner-wollen-wirken-frauen-verstehen-bettina-knierim/, die Aussagen wie die von Henry Ford mit einer weiblichen Sichtweise ergänzen müssten. Also nicht die Aussage von Ford ist falsch, aber sie beleuchtet eben nur einen Aspekt, zu dem es aber mindestens zwei Aspekte gibt.

Und jetzt ist das auch gar nicht so schwer zu erkennen und wurde auch schon öfter untersucht, aber das wir so schwer aus der Nummer raus kommen, hängt damit zusammen, dass Rahmenbedingungen uns prägen bevor wir es verstanden haben und längst diese Prägung an die nächste Generation weiter gegeben haben, bevor es uns gelingt sie auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Jeder kann sich fragen, ob er eigentlich er selbst ist oder vielleicht doch eher die Erfüllung der durchlaufenen Rahmenbedingungen: https://www.linkedin.com/pulse/bist-du-wirklich-oder-die-erf%C3%BCllung-dir-unbekannter-bettina-knierim/

Ich glaube, weil uns die weibliche Sichtweise so früh schon fehlt, wird immer noch die Wichtigkeit der weichen Rendite unterschätzt: https://www.linkedin.com/pulse/investition-vs-almosen-oder-die-untersch%C3%A4tzung-der-weichen-knierim/ und dass je menschlicher wir uns verhalten, wir letztlich viel wirtschaftlicher sein werden: https://www.linkedin.com/pulse/je-menschlicher-desto-wirtschaftlicher-bettina-knierim/!

Die Wirtschaft ist nicht per se etwas Schlechtes, es fehlt ihr nur an Gegengewicht!

Und stellt Euch mal vor, wie toll wäre es, wenn man schon von Kindesbeinen an den Unterschied zwischen Reflex und Reaktion verstehen würde: https://www.linkedin.com/pulse/reflexst-es-dich-noch-oder-reagierst-du-schon-selbst-bettina-knierim/

Wenn man verstehen würde wie wichtig die Ambiguitätstoleranz (das Aushalten können von Mehrdeutigkeit) ist, um tatsächlich empathisch zu sein: https://www.linkedin.com/pulse/ist-empathie-covid19-zeiten-und-generell-bettina-knierim/ und dass wir dadurch zu einer Diskussionskultur kommen könnten, dass man sich freute auf Menschen mit anderer Meinung zu stoßen: https://www.linkedin.com/pulse/widerstand2020-ist-ignoranz-die-arroganz-der-sehenden-bettina-knierim/. Und dass ein Ja ohne viele Neins immer nur ein Vielleicht bleibt: https://www.linkedin.com/pulse/ja-ohne-nein-bleibt-nur-ein-vielleicht-bettina-knierim/ und wie man es schafft sich selber wieder ins Gleichgewicht zu bringen: https://www.linkedin.com/pulse/f%C3%BChlst-du-dich-einsam-ungl%C3%BCcklich-traurig-das-kannst-3-knierim/

Und dann last but not least über das eigene Leid das Leid des anderen sehen könnte: https://www.linkedin.com/pulse/siehst-du-nur-dich-deinem-leid-oder-auch-mich-bettina-knierim/ und so dann nicht: "How dare you?" schreit, sondern überlegte was macht es dem anderen grad so unmöglich mich zu verstehen.

Vielleicht ist "How dare you?" jetzt ein bisschen mehr beantwortet. Zu tun bleibt noch genug!

Und vielleicht haben wir in 83 Tagen ja Weltfrieden ; ), dann hätten wir die Ruhe uns mal darüber auszutauschen wie wir es denn nun angehen wollen, dass wir uns gemeinsam im Boot halten! Für Mitglieder, die das Weltfriedenexperiment-Event https://steadyhq.com/de/jedeselementzaehlt bereits unterstützen, lade ich die Übersetzung des abschließenden Kapitels von Evelyn Forgets Buch hoch!

Mit immer noch an den Weltfrieden glaubenden Grüßen

Bettina

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