Ab wann schadet beruflich die Aussage "love heals" nicht mehr? Ab 40+, 50+, 60+?

Oder muss man warten bis man in Rente ist? ... Jesus wurde gekreuzigt, John Lennon erschossen und Paulo Coelho kam in Psychatrie und Gefängnis ... Am Dienstag las ich den kurzen tweet von Paulo Coelho: "Love heals"! 41 ist er als er seinen Bestseller "Der Alchimist" schreibt. Heute mit 73 blickt er auf mehr als 200 Millionen verkaufte Bücher zurück. Und hat einer Sehnsucht zur Sichtbarkeit verholfen, die im knallharten Lebensalltag versteckt werden muss. Menschlichkeit, Herzlichkeit, Nächstenliebe! Nehmen wir Menschen ernst, die im Business trauen sich so zu zeigen?

Hallo an Alle!

Ich tendiere zu einem Nein ... zumindest für meine Generation! Man wird als lieb wahrgenommen. Aber wird man auch als kompetent und durchsetzungsstark wahrgenommen? Kann man Karriere machen? Sollte man seine Kinder auf eine Montessori Schule schicken oder besser nicht, wenn etwas aus ihnen werden soll?

Obwohl es für einen Künstler eigentlich leichter sein sollte sich zu diesen Themen zu äußern, war Paulo Coelho lange der Sonderling, den keiner verstand. Und dann findet er die Worte, die er so vielen aus der Seele schreibt. Aber wer ist jetzt eigentlich der Verrückte? Der Sonderling? Oder wir als Kollektiv, wenn wir das Menschsein versteckt halten? Wenn wir die Augen davor verschließen, dass der andere auch nur ein Mensch ist?

Mir gefällt das Buch "Der Alchimist" gut, aber auch das "Nachwort", das mindestens genauso zum Nachdenken anregt:

Statt eines Nachworts

Wie viele Sterne gibt es am Himmel?

Der Autor des Alchimisten über ewige Fragen und ihre immer neuen Antworten

Ich lebe einen großen Teil des Jahres in Südfrankreich am Fuß der Pyrenäen und meditiere mit Pfeil und Bogen - das heißt, ich praktiziere Kyudo, eine japanische Technik des Bogenschießens.

Als ich einmal in den Pyrenäen einen Pfad hinaufkletterte, um einen Platz zu finden, an dem ich mich im Bogenschießen üben konnte, traf ich auf ein kleines Lager französischer Soldaten. Die Soldaten starrten mich alle an, aber ich tat so, als hätte ich sie nicht gesehen, und ging weiter.

Ich fand den idealen Platz, machte gerade zur Vorbereitung meine Atemübungen, als ein Panzerfahrzeug herankam.

Ich wappnete mich sofort mit Antworten wie "Ich habe die Genehmigung einen Bogen zu benutzen", "Der Ort ist vollkommen sicher", "Irgendwelche Beschwerden sind an die Forstaufsicht zu richten, nicht an die Armee", usw. Der Oberst, der aus dem Fahrzeug sprang, fragte mich jedoch, ob ich der Autor des Alchimisten sei und erzählte mir ein paar höchst interessante Dinge über die Region.

Er gestand mir sogar, daß er selber auch schon ein Buch geschrieben habe und auf welch seltsame Weise er dazu gekommen sei.

Seine Frau und er hatten eine Patenschaft für ein indisches Mädchen übernommen, das an Lepra erkrankt war. Als die Eheleute erfuhren, daß es nach Frankreich gekommen war und in einem Kloster erzogen wurde, wollten sie das Kind kennenlernen. Sie verbrachten einen wunderbaren Nachmittag im Kloster, und am Ende fragte eine der Nonnen den Oberst, ob er nicht Lust hätte, wiederzukommen und eine Zeit mit der Patentochter und den anderen Kindern zu verbringen und ihnen Fragen zum Leben zu beantworten. Der Oberst meinte, er habe keine Erfahrungen außer der eigenen, aber er werde darüber nachdenken und Gott fragen, was er tun könne.

Noch am selben Abend fand er die Antwort; er träumte von einem Engel, der sagte: "Anstatt auf alles eine Antwort zu haben, versuche herauszubekommen, welche Fragen die Kinder gern stellen würden!"

Das brachte den Oberst auf die Idee, verschiedene Schulen zu besuchen und die Schüler zu bitten, alles aufzuschreiben, was sie gern über das Leben erfahren würden. Er wollte die Fragen schriftlich, weil er wußte, daß so auch die schüchternen Kinder sich trauen würden. Die Fragen der Kinder, die er gesammelt hat, zeigen, daß wir letztlich trotz all unserer Erfahrung noch immer diesselben Fragen stellen. Beispielsweise:

Wohin gehen wir, nachdem wir gestorben sind?

Warum fürchten wir uns vor Fremden?

Gibt es wirklich Marsmenschen und Außerirdische?

Warum haben auch Menschen, die an Gott glauben, Unfälle?

Was bedeutet Gott?

Warum werden wir geboren, wo wir doch am Ende alle sterben?

Wie viele Sterne gibt es am Himmel?

Wer hat den Krieg und das Glück erfunden?

Hört Gott auch Menschen zu, die nicht an denselben Gott glauben?

Warum gibt es arme und kranke Menschen?

Warum hat Gott Mücken und Fliegen geschaffen?

Warum ist unser Schutzengel nicht bei uns, wenn wir traurig sind?

Warum lieben wir einige Menschen und hassen andere?

Wer hat die Namen der Farben erfunden?

Wenn Gott im Himmel ist und meine tote Mutter auch, wie kommt es dann, daß Gott lebt und meine Mutter nicht?

Vor beinahe zwanzig Jahren, als ich den Alchimisten schrieb, versuchte auch ich, den Sinn unseres Lebens ein wenig zu begreifen. Anstatt ein philosophisches Traktat zu schreiben, beschloß ich, mit dem Kind zu sprechen, das immer noch in meiner Seele lebte.

Dieses Kind muß noch immer in Millionen von Menschen auf der ganzen Welt leben - denn Der Alchimist wurde in zig Sprachen übersetzt, und in mehr als 150 Ländern veröffentlicht.

Ein Oberst, der ein Heer leitet und vielleicht auch Kriegeinsätze durchführen muss, denkt daran wie er seine Befragung durchführen muss, damit auch die schüchternen Kinder zu Wort kommen ... auch in Uniformen stecken "nur" Menschen mit einem Herz ...

Erinnert Ihr Euch noch an eine Frage von einem Kind, die Euch selbst wieder ins Grüblen gebracht hat? Bei mir ist es die Frage: Warum tragen wir Schuhe?

Wenn man sich mit dem Sinn des Lebens beschäftigt, ist es bereichernd sich mit Menschen ab 80+ und mit Kindern zu unterhalten! : )

Herzliche Grüße

Bettina

P.S.: Noch 78 Tage bis zum Weltfrieden! ; )

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