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Special Recovery Interview mit Anna (von Good Days Will Come) + Audio

Hallo ihr lieben, in dieser Beitragsreihe stelle ich Betroffenen und Angehörigen von psychischen Erkrankungen ein paar Interview-Fragen, wie sie mit den Erkrankungen umgehen, was ihnen hilft und gebe ihnen eine Stimme. Ich bin Anna, Selbstbetroffene und freiberufliche Autorin und beschäftige mich mit mentalen Themen. Besonders Recovery, der Weg zur Genesung, Entstigmatisierung und das Meistern des Alltags mit psychischen oder chronischen Erkrankungen, finde ich wichtig. Und zu erkennen: Du bist nicht allein! Diese Reihe ist for free und als Ergänzung zu meinen üblichen Content zu sehen. Ich denke wir können alle viel auch von anderen lernen und mitnehmen.

Wer möchte, kann sich die Interview-Vorlage am Ende des Interviews im SafeSpace runterladen und mir ausgefüllt mit Foto per Mail an good.days.will.come@outlook.de (Si apre in una nuova finestra) zuschicken. Vielleicht erscheint dein Interview dann auch bald hier.

Heute beantworte ich (auf Wunsch aus der Community) selbst die Interview-Fragen, die ich sonst euch stelle.

  • Wer bist Du, wo kommst Du her und wie alt bist Du? Wenn Du magst, gebe deine Pronomen an. Und wenn ihr mehrere seid (bezieht sich auf multiple Persönlichkeiten), dann das natürlich auch.

Ich bin Anna, 28 Jahre alt und habe mehrere psychische und chronische Erkrankungen. Ich lebe mit mehreren Anteilen, die unterschiedliches Alter, Bedürfnisse und Interessen haben. Meine Pronomen sind sie/ihr und wenn wir von “uns” sprechen: wir/ihr. Ich bin verheiratet und lebe in Niedersachsen.

  • Was ist deine Behinderung/Erkrankung?

Ich habe mehrere Erkrankungen, am meisten beeinflusst mich die KPTBS mit allen Traumafolgestörungen und unterschiedlichen Symptomen im Alltag, sowie chronische Migräneformen und eine chronische Schmerzstörung.

  • Würdest Du Deine Erkrankung gerne sichtbar oder unsichtbar machen?

Wir sind uns da uneinig, da wir kindliche Anteile haben, die sich lieber verstecken bzw. vieles ist einfach unsichtbar, ich glaube es wäre gut, wenn Schmerzen (egal ob psychisch oder physisch) sichtbar wäre, dann hätten wir in unserem Leben vielleicht mehr Verständnis erfahren.

  • Was machst Du beruflich oder wie gestaltest Du deinen Alltag?

Ich habe mein Studium leider abbrechen müssen und arbeite noch an einer beruflichen “Lösung”. Zur Zeit bin ich krankgeschrieben, aber arbeite als freiberufliche Autorin an guten Tagen an meinen Projekten, wie hier auf Steady, wozu ich auch den Premium Content mit Vorlagen, Audios und Videos zähle. Was insgesamt sehr viel Arbeit ist. Ich bin freiberufliche Autorin, habe bereits Bücher veröffentlicht und möchte 2025 noch vier Buchprojekte abschließen. Wir werden sehen, was davon möglich ist.

  • Wie geht es Dir zur Zeit und was beschäftigt Dich?

Im Moment bin ich sehr erschöpft und die graue Suppe da draußen (das Wetter) erhellt meine Stimmung nicht wirklich. Ich vermisse den Frühling und Sonnenstrahlen und hoffe, dass das Wetter endlich besser wird. Für mich stehen im neuen Jahr super viele Sachen an, die einerseits meine Zukunftsängste lindern sollen, aber andererseits zu neuen Ängsten führen. Gerade jetzt nach dem ich in diesem Jahr sehr oft Cybermobbing auf Instagram auch durch andere Betroffene erleben musste, fällt es mir umso schwerer Vertrauen in anderen Menschen zu finden. Ich überlege immer wieder, in wie weit ich Instagram noch nutzen möchte oder gar kann. Und ob mein Leben ohne Instagram wahrscheinlich besser wäre. Ich beschäftige mich auch viel mit Minimalismus und meinem Innenleben. Es ist vieles neu und dennoch irgendwie schon immer da gewesen.

  • Was bedeutet für Dich Recovery? Und wo würdest Du sagen, stehst Du zur Zeit?

Über Recovery habe ich ganze Beiträge verfasst, um mich selbst zu zitieren:

“Für mich persönlich bedeutet Recovery (im englischen übrigens Genesung), mehr Lebensqualität und ein lebenswertes Leben nach einem langen Therapieweg, auf dem man sich selbst immer wieder challengen/herausfordern muss, fällt, liegen bleibt, aufsteht und weitergeht und vielleicht dabei sich selbst findet.”

Ich werde nicht aufhören über Recovery zu sprechen und zu schreiben. Das Thema ist zentral auf meiner Seite.

  • Was ist für dich ein gutes Helfernetzwerk?

Ein gutes Helfernetzwerk besteht meiner Meinung nach einfach aus verlässlichen Menschen, denen man vertrauen kann. Bei mir sind das meine Behandler:innen (sowohl ambulant, als auch die in der Klinik), mein Mann, enge Freund:innen, die ambulante psychiatrische Pflege (dazu schreib ich euch noch einen Artikel) und der sozial-psychiatrische Dienst in meinem Stadtteil.

  • Zu welchem mentalen Thema fehlt Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft?

Die Antworten wären unendlich lang. Auch wenn ich schon sagen würde, dass es definitv mehr Aufklärung und Botschafter für mentale Gesundheit in der heutigen Gesellschaft gibt, als vor ein paar Jahren. Was wirklich toll ist, dass sich so viele Menschen engagieren. Wäre da nicht der Hass in sozialen Medien und irgendwelche Menschen mit interessantem Denkabstand. Aber ja, es fehlt auch viel Aufklärung und es fehlt Forschung, Therapiemöglichkeiten und vor allem fehlen Behandler:innen. Aber das Fass machen wir jetzt nicht auf.

  • Wenn Du Skills nutzt: Was sind deine Lieblinge?

Meine Lieblingsskills findet ihr unter den Skills Videos (Premium Content). Aktuell im Winter hat sich meine Notfalltasche wieder verändert. Täglich benutze ich eher haptische Skills.

  • Notfalltasche: Was muss bei Dir immer mit?

Im Moment müssen Handwärmer (wegen Raynaud-Syndrom, Durchblutungsstörungen in meinen Händen), Notfallinfos, Notfallarmband, Notfallkarten, Hilfskarten (Das Video findet ihr im Premium Bereich), Skills und Bedarfsmedikamente mit.

  • Dein Lebenstraum oder größere Ziele, gibt es da etwas, das Du erzählen möchtest?

Sicherheit. Unabhängigkeit. Freiheit. In allen Lebensbereichen. Und mehr Gesundheit, Zufriedenheit und meinen Platz in der Welt gefunden zu haben. Vielleicht auch zu mir oder uns gefunden zu haben.

  • An welchen Orten fühlst Du Dich sicher?

Bei meinem Mann, Zuhause mit ihm, würde ich sagen.

  • Was würdest Du Betroffenen (von psychischen Erkrankungen) gerne sagen?

Wir sind viele, wir halten zusammen, aber wir wissen auch, dass unter Betroffenen Konkurrenzdenken, Wettbewerbe (wer ist schwerer krank), Missverständnisse und sogar Hass existieren. Das haben wir diese Woche wieder erlebt. Bitte hört auf damit. Hört auf zu verurteilen. Seid eine Einheit, damit wir Schubladendenken aufheben und der Gesellschaft ein Team zeigen können, dass gemeinsam stark ist, für das, was sich noch ändern muss und für das, was falsch läuft. Lasst uns Systeme aufbrechen, bevor noch mehr Betroffene durchs Raster fallen. Lasst uns gemeinsame Wege gehen, im Regen tanzen, niemals aufgeben und alle mehr auf uns achten, aufeinander achtgeben, aber uns selbst nicht verlieren. Lasst uns wieder Mensch sein. Lasst uns gemeinsam viele sein.

  • Was würdest Du Nicht-Betroffenen gerne sagen?

So vieles. Informiert euch, zeigt Verständnis, seid freundlich. Urteilt erst, wenn ihr in unseren Schuhen gegangen, unseren Herausforderungen gegenüber gestanden und unseren Schmerz durchlebt habt.

  • Was ist dein Mantra oder Spruch, der Dir Kraft gibt?

Good Days Will Come, gute Tage werden kommen, wird immer mein Begleiter sein.

  • Wo kann man Dich finden?

Du hast mich schon gefunden. Hier auf Steady bin ich und je nachdem wie Du in Zukunft hier bist, als Mitglied oder nicht, bin ich für dich da.

Passt auf euch auf,

Anna

Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für deinen weiteren Weg!

Wer möchte, kann sich die Interview-Vorlage am Ende des Interviews im SafeSpace runterladen und mir ausgefüllt mit Foto per Mail an good.days.will.come@outlook.de (Si apre in una nuova finestra) zuschicken. Vielleicht erscheint dein Interview dann auch bald hier.

Argomento Recovery Interviews

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