Meine Erfahrungen und Gedanken zu Instagram
Inhaltswarnung: S-Gedanken, Psychiatrie, T0d
Ich habe im März 2024 als Mental Health Bloggerin, die Skills testet und die Community verbinden wollte, auf Instagram ehrenamtlich angefangen. Doch schnell merkte ich, dass es dunkle Tiefen in diesem Medium gibt, die ich lieber nicht weiter beachte, mich aber immer wieder anziehten. An sich sind die sozialen Medien für gesellschaftliche Aufklärungsarbeit super wichtig. Auch um andere Betroffene zum Austausch zu finden, sich weniger alleine zu fühlen, Tipps und Erfahrungen zu teilen und Hoffnung zu finden. Dennoch liegt über dieser Seite ein Fluch, der es für mich fast unmöglich macht, auf die Plattform zurückzukehren. Ich war zuvor etwa 2 Jahre Migräne Bloggerin auf Instagram, bis ich auch da am Ende nicht mehr konnte. Nur damals hab ich komplett aufgegeben.
aus meinem Tagebuch vom 12.05.2024
Im Moment kollidieren meine Wünsche und Ziele mit dieser Seite, mit aktuellen Vorkommissen und neuen Ansätzen. Ich möchte anderen Menschen (ob krank oder gesund) zeigen, wie man mit chronischen Erkrankungen lebt und zu gleich hilfreich für andere sein, Community schaffen, Netzwerken und Sichtbarkeit schaffen für Mental Health Themen.
Die Profilvorstellungen haben mir zu viel Kraft geraubt und ich war enttäuscht, wenn Steckbriefe nicht zurückkamen oder die Löschung beantragt wurde. Ich war häufig enttäuscht, wei ich mich oft ausgenutzt fühlte, wenn mir nach der Veröffentlichung entfolgt wurde. Ich gab alles, nie war es genug.
aus meinem Tagebuch vom 31.05.2024
Ich bin müde davon, mich rechtfertigen zu müssen. Immer und immer wieder Rücksicht auf alle anderen zu nehmen. Denn sie haben es ja auch schwer. Auch.
Ich bin müde für Extra-Arbeit ausgenutzt zu werden, Erwartungsmaßstäben nicht zu genügen und am Ende des Tages es wieder nicht richtig gemacht zu haben. Ich bin müde davon, mit anderen verglichen zu werden, die schwerer krank sind als ich, nur , weil ich keinen einzigen S-Versuch umgesetzt habe und dadurch meine Belastung für andere nicht groß genug scheint. Ich bin müde davon, dass ich in den Austausch gehe, informiere, transparent handeln möchte und mich trotzdem auf die Schnauze lege, weil es zu viel oder zu wenig ist.
Ich überlege immer wieder neue Strategien, Lösungen und Möglichkeiten wie die Community zusammenwachsen kann, Mental Health gesellschaftlich mehr Sichtbarkeit bekommt und wir trotzdem zusammenhalten. Ich überlege ständig, über welche Hilfen, Wege, Erfahrungen, Skills, Tipps ich euch noch mehr unterstützen kann und stelle immer wieder fest, wie wenig Unterstützung zurückkommt.
Wenn es Community-Mitgliedern nicht gut geht, sende ich hier und da ein Karte hin. Ich organisiere Verlosungen mit anderen für euch. Ich lasse für euch Postkarten drucken, die Mut machen sollen. Ich stelle mir nur noch zwei Fragen: Was mache ich falsche? Und was muss hier anders laufen, damit ich weitermachen kann?
aus meinem Tagebuch September 2024:
In der Klinik raten sie mir davon ab, weiterhin Instagram zu nutzen.
aus meinem Tagebuch vom 28.09.2024:
Ich habe den Wunsch mich von sozialen Medien zurück zuziehen, weil sie mir mehr schaden als helfen. Ich wollte hier noch den Übergang zu Steady und zur Blog-Webseite (Safespace) begleiten, weil ich keine Influencerin sein oder werden wollte. Ich wollte Autorin werden und ich bin schon vor ein paar Jahren Autorin geworden.
aus meinem Tagebuch vom 07.12.2024:
Am besten beginne ich damit aufzuhören etwas sein zu wollen, das ich nicht bin oder nie sein wollte. Ich wollte nie “Influencerin” werden. Mir hat das einfach Spaß gemacht Videos aufzunehmen, Aufklärungsarbeit zu leisten, anderen zu helfen. Ich wollte schreiben und davon leben können.
aus meinem Tagebuch 2024:
Instagram und die Menschen machen mir so Angst, was ist, wenn sich wieder jemand umbringt? oder es versucht? Es werden Nachherbilder von Versuchen gezeigt. Ständig konkurrieren Betroffene wer schwerer krank ist. Überall sind Trigger und meistens nicht mal gekennzeichnet. Fotos aus Intensivstationen, von Sondennahrung, aus Krankenhäusern, Psychiatrien, sogar mit Fixiergurten und Kabeln. Bin ich weniger schwer krank, weil ich sowas nicht poste? Die Personen nach S-Versuchen bekommen in den Kommentaren häufig Mitleid, Lob, Anerkennung, ein sekundärer Krankheitsgewinn und eben Aufmerksamkeit. Was bringt die Aufklärungsarbeit, wenn sich durch so was die Vorurteile gegen psychisch Erkrankte wieder häufen? Verkehrte Welt. Kriege ich nur 10k Follower, wenn ich einen S-Versuch überlebe? Der Druck durch den Algorithmus und alles was da passiert, z.B. frische Selbstverletzungen, Gew8ltszenen, lässt mich nächtelang nicht schlafen.
Aufklärungsarbeit ist undankbare Arbeit, auch wenn es auch positives Feedback gab. Alle Menschen erwarten hochwertige Arbeit for free, obohl die “Influencer” auch ihre Produkte bewerben, was dann wieder als “okay” angesehen wird.
Von anonymen Fragen beantworten würde ich abraten. Ich habe auf Instagram von März bis Dezember 2024 über 5 Cybermobbing-Attacken abbekommen und 152 Personen blockieren müssen. Hass im Netz, auch nichts Neues. Aber Hass unter Betroffenen. Sehr sinnfrei.
aus meinem Tagebuch Dezember 2024:
So, jetzt wird mir sogar schon vorgeworfen, ich würde meine Diagnosen erfinden, weil sie im “Trend” liegen. Und wieder mal erlebe ich, wie auf anderen Profilen über mich her gezogen wird. Meine Konsequenz: Ich verkleinerte meinen Account, stellte ihn auf privat und persönlich um. Sortierte Follower aus. Am liebsten würde ich jetzt schon mein Profil löschen, aber ich muss noch den Adventskalender abwarten.
aus meinem Tagebuch 24.12.2023
“Die Erinnerung warum ich Instagram löschen wollte, kam gerade. Voll getriggert, einfach so zwischen Katzenvideos und Musik, berichtet eine Bloggerin detalliert über ihre Suizidgedanken. Toll, Danke.”
aus meinem Tagebuch vom 29.11.2021: Instagram
- Ich verstecke mich in dieser Welt, weil ich das „echte“ Leben fürchte.
- Bildschirmzeit letzter Woche 7h 30min nur auf Instagram. (Gesamt, pro Tag etwa 1 Stunde)
Ich möchte meine Zeit und Energie lieber für Menschen nutzen, die mir wichtig sind. Und für mich. Für andere Projekte (ich kann es garantiert nicht lassen, wieder ein Projekt anzufangen). Ich möchte im nächsten Jahr ein Kinderbuch schreiben und illustrieren. (Das hat übrigens nicht geklappt, mit dem Kinderbuch)
Heute, 17.12.2024
Sogar heute kriege ich für eine Meinung zu etwas, direkt einen auf den Deckel per Privatnachricht. Auf Instagram darf ich nicht sein, wie ich bin. Ich darf meine Anteile auch nicht zeigen, weil ich allein wegen dieser Thematik da sehr angefeindet wurde - von meiner EIGENEN Community. Ich weiß, dass da draußen auch viele liebe, tolle Menschen sind. Aber ich kann dem Ganzen nicht mehr mit meinen Grenzen einen Riegel vorschieben.
Ich habe es immer wieder mit Instagram versucht, aber bin gescheitert. Es schadet mir und ich kann nichts gebrauchen, das mir schadet. Ich habe für meine Community ein neues Zuhause gefunden: Steady. Von hier aus und mit YouTube und meiner Webseite geht es weiter und wir werden wachsen. Dann habe ich auch mehr Zeit für die offenen Buchprojekte im neuen Jahr.
Und nun?
Der Adventskalender geht bis zum 25.12.24 (wollte euch eine Freude machen und eine Verlosung hinten dran hängen). Ihr habt verschiedene Möglichkeiten, nach Instagram mit mir Kontakt zu halten/mich zu verfolgen:
Steady-Mitgliedschaft (Paket oder Probemitgliedschaft)
Kostenlosen Steady-Newsletter abonnieren
Webseite good.days.will.come.com (Si apre in una nuova finestra) abonnieren
YouTube folgen: @gooddayswillcomeanna
Vinted: @chaosqueen195 (für Skills-Pakete etc.)
Über Steady läuft das meiste, da erfahrt ihr dann auch wie es weitergeht. Video-Botschaften sind geplant und auch Community-Projekte. Ebenso das Buchprojekt, das ich dann hoffentlich im nächsten Jahr abschließen kann.
https://www.youtube.com/channel/UCZ34plyXrAiVx8Bos82XHrw (Si apre in una nuova finestra)https://gooddayswillcome.com/ (Si apre in una nuova finestra)