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Leserfrage: Absurde Forderungen für die Bundeswehr

Verteidigungsminister Pistorius beim Truppenbesuch im Gespräch mit Offizieren.

Gestern Abend kopierte eine Stammleserin den Text eines Postings in die Antworten auf der Facebook Fanpage. In dem Posting wurde eine Reihe von Forderungen aufgestellt. Was „wir“ – gemeint ist die Bundeswehr – nun alles bräuchten. Ihr würde übel bei der Vorstellung, da viele Waffen als unethisch oder unmoralisch angesehen werden.
„Mir fehlt da sowas wie eine »Beweisführung« dass das wirklich sein muss.“

Darauf möchte ich öffentlich antworten. Aus einem einfachen Grund:
Die Forderungen von Waffen für die Ukraine haben selbstvergessene und völlig überzogene Forderungen wuchern lassen. Ich unterstelle: aus purer Ahnungslosigkeit und damit einhergehende Hilflosigkeit.

Gut zu erkennen an der Forderung nach Taurus. Die ich mehrfach versucht habe zu erklären (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Jedes Mal muss ich dazuschreiben, dass ich grundsätzlich ja gar nichts dagegen hätte, der Ukraine Taurus zu geben. Dass ich aber Kosten und Nutzen gegenüberstelle und aufgrund dessen zu dem Schluss komme, dass es keinen Sinn macht.

Und hier ist es sehr ähnlich.
Deshalb gehe ich den zitierten Kommentar einmal durch. In der Hoffnung, für Laien verständlich zu machen, dass viel eben nicht immer viel nützt und manche Gedankengänge einfach Unfug sind.
Entgegen meines Zwanges zur Lakonie tue ich das aber mit allem Respekt. Weil ich die Beweggründe der Forderer verstehe. Das ändert aber nichts daran, dass sie Unfug sind.
Ein Realitätscheck ist vielversprechender als sich lustig zu machen. Den Verfasser habe ich herausgefunden, ich werde ihn nicht nennen.

Minen

„Wenn wir verteidigungsfähig werden wollen, werden auch wir schon bald viele unangenehme Entscheidungen zu treffen haben.“

Ja, vor allem bezüglich des Geldes und der Priorisierung, die die Verteidigung in unserer friedensbesoffenen, realitätsfernen Gesellschaft wird einnehmen müssen. So weit, so gut.

„Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, dass Landminen ein notwendiges Mittel gegen mechanisierte Angriffe sind und massive Infanterieangriffe nur mit Streumunition aufgehalten werden können.“

Und da geht es schon los.

Es gibt viele verschiedene Arten von Minen. Sie unterscheiden sich nach dem Zünder, nach dem anvisierten Ziel, nach der Art der Sprengung, und so weiter. Sie alle werden als „Landminen“ bezeichnet.

Es gibt eine „Konvention über bestimmte konventionelle Waffen“ der UN. Darin steht, was Minen können müssen, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Beispielsweise müssen moderne Minen sich selber nach einer bestimmten Zeit deaktivieren können.
Diese Konvention wurde von sehr vielen Staaten unterzeichnet, auch Russland und den USA. Minen sind also keineswegs verboten.

Was hier vermutlich gemeint ist, sind (Anti-) Personenminen.
Das sind Minen, die sehr „leichte“ Auslöser haben und gezielt dafür gemacht sind, Menschen zu verletzen. Nicht töten, denn die Logik des Krieges sagt, dass ein Verletzter weitere Kräfte bindet. Einen Toten verscharrt man und besorgt sich neu.
Es gibt beispielsweise Personenminen, die nicht zünden, wenn man drauftritt. Sondern wenn man wieder runter geht. Und um das ganze effektiver zu machen, hüpfen die Minen dann hoch und verteilen Splitter in einem Radius.

Diese Minen sind international auch nicht verboten. Aber sie sind „geächtet“. Denn eine Mine unterscheidet ja nicht zwischen einem Soldaten und einem spielenden Kind. Und deshalb laufen auf der Welt viele Kinder ohne Unterschenkel herum.

Deshalb gibt es eine starke Gegenwehr gegen diese Minen.
Man hat es aber nicht geschafft, ein Verbot bei der UN durchzusetzen. Deshalb haben sich Staaten außerhalb der UN zusammengetan und diese Minen gebannt, verboten und darauf verzichtet. Das so genannte Ottawa-Abkommen. Zu diesen Staaten gehört auch Deutschland.
Nur 32 Staaten von derzeit 195 haben nicht unterzeichnet. Dazu gehören die USA und Russland, aber auch Ägypten, Südkorea und Mikronesien, das nicht einmal ein richtiges Militär hat.

Der Verfasser geht hier also von einer völlig falschen Prämisse aus. Nämlich dass wir keine Minen haben. Wir haben aber genau die Art von Minen, die auch in der Ukraine den Russen das Leben schwer machen.

Bundeskanzler Scholz lässt sich das Minenverlegesystem 85 erklären.

Foto: Bundeskanzler Scholz lässt sich das Minenverlegesystem 85 erklären, 17.10.2022.

Streumunition

So auch bei der Forderung nach Streumunition.
Ich nenne diese Munition lieber zeitgemäß „Cluster“. Es wird gleich verständlicher, warum.

Streumunition (und Cluster-Munition) bedeutet, dass ein Geschoss - beispielsweise eine Bombe - sich in der Luft öffnet, und dann viele kleine Sprengkörper (auch: „Submunition“, „Bombletts“) verteilt.
Ein solcher „Bombenteppich“ macht militärisch erst einmal Sinn. Er ist aber primär nicht dafür gedacht, „Infanterieangriffe“ aufzuhalten. Wie hier impliziert. Sondern beispielsweise um die Runways von Flugplätzen unbrauchbar zu machen. Raketen-Flugabwehr-Systeme bestehen aus Startern, Radar und Feuerleit, üblicherweise betrieben mit Generatoren. Die stehen also nicht irgendwo alleine auf dem Acker. Das sind Gruppen. Sie werden in den Medien nur selten so abgebildet, weil Laien damit nichts anfangen können. Auch dafür sind Cluster optimal.

Streumunition ist aus zwei Gründen geächtet.
Zum ersten, weil die Submunition häufig nicht detoniert und dann scharf irgendwo liegenblieb. Was natürlich auch ein Risiko für die Zivilbevölkerung darstellt. Diese Altlasten liegen übrigens auch noch in Deutschland herum.
Und zweitens, weil sie immer wieder von Staaten gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wurde. Recht bekannt wurde der russische Einsatz in Aleppo in Syrien.
Die Moral und Ethik von Streumunition ist also stark davon abhängig, wie sie eingesetzt wird.

Doch Streumunition ist nicht gleich Cluster-Munition.
Die Streumunition, die manche Staaten gewissenlos verwenden, ist längst nicht mehr Stand der Technik. Die USA haben beispielsweise die Vorgabe, dass 99% der Submunition detonieren müssen. (Ohne den USA jetzt über Gebühr ein Gewissen unterstellen zu wollen.)
Zudem ist sehr genau definiert, was überhaupt „Streumunition“ ist. Wenn die Submunition beispielsweise ein bestimmtes Gewicht überschreitet (aus dem Kopf: je 4kg), ist es keine „Streumunition“ mehr. Ebenso ist die Anzahl der Submunition in einem Behälter begrenzt. Und zu guter Letzt gibt es inzwischen Munition, deren Submunition sich selber „lenkt“

Das kann man alles gut oder schlecht finden. Tatsache ist aber, dass Deutschland leicht Munition beschaffen könnte, welche die genannten militärischen Zwecke erfüllt. Es gibt sogar recht ähnliche Köpfe für die Taurus (Taurus M), soweit ich weiß besitzt die Bundeswehr diese aber derzeit nicht.
Die Herstellung der „alten“ Streumunition ist in Deutschland verboten.
Deshalb spreche ich lieber von „Cluster“, weil das den militärischen Zweck bezeichnet. „Streubomben“ oder „Streumunition“ ist nur ein Teil von Cluster-Munition. Und nur sie ist in Deutschland verboten.

Ich sehe nicht, dass – wie behauptet – „massive Infanterieangriffe nur mit Streumunition aufgehalten werden können“. Europa und auch die Bundeswehr besitzt entsprechende Waffen, um das zu tun. Und sie kann sich bei Bedarf mehr draufschaffen.

Verträge kündigen, Gesetze ändern

„Wir werden all diese Mittel anschaffen (und im Ernstfall einsetzen) müssen. Beschränkende Vereinbarungen und Verträge müssen gekündigt, hinderliche Gesetze müssen geändert werden.“

Nun wird sicher deutlich, was ich von solchen Forderungen halte.
Über 100 Staaten haben diese Vereinbarungen unterzeichnet. Die Vorstellung, dass Deutschland sich alleine hier moralinsauer selber kastriert hätte, ist schlicht falsch. Wir - und viele andere - haben u.a. mit dem Völkerrecht einen Weg eingeschlagen, die entsetzlichen Folgen von Kriegen für die Zivilbevölkerung zu minimieren. Wir sehen, dass das nicht klappt und der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Aber der Eindruck, dass wir uns deshalb geschwächt hätten, ist falsch.

Es gibt keine „Vereinbarungen und Verträge“ zu kündigen, es gibt in diesem Kontext keine „hinderlichen Gesetze“, die geändert werden müssten.

ABC-Waffen

„Dies betrifft vor allem auch den 2+4-Vertrag, der die deutsche Truppenstärke auf 370.000 Mann beschränkt und den Besitz von ABC-Waffen verbietet.“

Ich habe es einmal ausgerechnet:
Die USA haben derzeit 1,4 Millionen aktive Soldaten und Soldatinnen. Das entspricht gemessen an der Bevölkerung etwa 0,41 Prozent. Würde Deutschland 370.000 aktive Soldaten unterhalten, entspräche das einem Anteil an der Bevölkerung von 0,46 Prozent. Wir hätten also im Verhältnis mehr Soldaten als die USA. Die für die Verteidigung weit mehr ausgeben und ihr Militär weltweit einsetzen können.
Zudem sind das nur die aktiven Soldaten. Würden wir die Wehrpflicht reaktivieren, kämen wir in wenigen Jahren auf hunderttausende inaktive Soldaten. Mehr, als die USA. Die dann aber mit den Beinen auf dem Boden der Zivilgesellschaft stehen würden.

Wenn jemand fordert, Deutschland solle anteilig mehr Soldaten haben als die USA, frage ich mich, in was für einem militarisierten Staat der Fordernde leben möchte.
Ich denke ich bin – wie viele ehemalige Soldaten – aus Sicht eines Laien ein harter Hund. Und bei militärischen Dingen so, dass es „rechts“ erscheinen kann. (Was mit Rechts oder Links aber gar nichts zu tun hat. Rechte Deutschtümler wollen mehr deutsches Liedgut (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).) Aber ich möchte sicher nicht in einem solchen Deutschland leben. Verteidigung soll eine Gesellschaft schützen. Nicht ihr Identitätsmerkmal sein. Das hatten wir schon zweimal. Ist echt nicht so toll gelaufen.

Ähnlich sieht es bei den ABC-Waffen aus.
„B-Waffen“ sind biologische Waffen. Also Viren und Bakterien. Diese wurden und werden aber von keinem Land eingesetzt. Und werden es wohl auch nie. Weil ein Virus nicht zwischen Feind und Freund unterscheidet. Sie sind nicht kontrollierbar.
„C-Waffen“ sind chemische Waffen. Simplifiziert: Giftgas. Ich sehe, ganz abgesehen von Moral und Ethik, schlicht keinen militärischen Sinn darin. Giftgas ist so lange sinnvoll, bis der Wind sich dreht. Der Einsatz kann also nur dazu dienen, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren. Wie geschehen bei den Giftgasangriffen in Ghuta, Syrien, im August 2013 durch die Truppen des Diktators Assad.

Ein britischer Soldat beim Sturmangriff während des Ersten Weltkriegs erstickt, weil er keine Maske trägt.

Foto: Ein britischer Soldat beim Sturmangriff während des Ersten Weltkriegs erstickt, weil er keine Maske trägt.

Und „A-Waffen“ sind ein völlig eigenes Thema (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Das hier weit den Rahmen sprengen würde, im doppelten Sinne.
Ich sage es mal so, wie ich das sehe: Wenn tatsächlich mal strategische „Atomwaffen“, also die großen Dinger, zum Einsatz kämen, hätten wir ganz andere Sorgen. Oder eher gar keine mehr.
Aber auch ohne näher darauf einzugehen wofür und warum, ein Fakt, den sich viele nicht bewusst machen: Deutschland besitzt 20 Wasserstoffbomben.

Das nennt man „atomare Teilhabe“. Wir dürfen keine eigenen „Atombomben“ haben, also haben wir welche von anderen.
Tatsächlich haben nur sehr wenige Staaten der Welt überhaupt „Atomwaffen“. Innerhalb des Kernwaffensperrvertrages sind das die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China. Und außerhalb des Vertrages Indien, Pakistan und Nordkorea. Die von Nordkorea fliegen aber so weit wie ein Pferd scheißt, sind wahrscheinlich so zuverlässig wie nordkoreanische Artilleriemunition in der Ukraine und dafür hungert die eigene Bevölkerung.
Bei Israel weiß man es offiziell nicht, obwohl es eigentlich jeder weiß.

Atombomben für Deutschland!

„Auch wenn das gerade die Mützenich- und Stegner-SPD noch immer nur schwer begreifen kann (man denke an die peinlichen Diskussionen bzgl. Kampfdrohnen): Man kann einen Angreifer, der seine Mittel ohne Bedenken und auf brutalste Art und Weise einsetzt, nicht mit „ethischer“ und defensiver Kriegführung aufhalten.“

Und da ist sie, die Vorstellung der moralinsauren Selbstkastration. Sie ist falsch.

„Wir brauchen Mittelstreckenraketen und Thermobomben, wir brauchen Streumunition, Antipersonenminen, Landminen, Angriffsdrohnen, letztendlich sogar Atomwaffen.“

Zum dramatischen Schlussakt wird hier nochmal gesteigert. Gehen wir auch das kurz durch.

Es gibt eine völlige Fehleinschätzung von Begriffen bei Laien, vor allem bei Entfernungen. Dass sehen wir bei der palästinensischen Propaganda, die nicht müde wird zu behaupten, Scharfschützen hätten Kinder getötet. Militärische Scharfschützen binden sich für alles unter 800 Meter gar nicht erst die Stiefel zu. Die längsten Treffer liegen um die zwei Kilometer. Normale Gefechte können leicht bis auf 150 bis 200 Meter gehen, und die Kugeln fliegen weiter.
In einem normalen Gefecht kann auf Menschen geschossen werden, die der Schütze nicht einmal richtig erkennt. Und trotzdem Trifft. Auf 100 Meter unterscheidet man nicht zwischen einen 15-Jährigen und einem 19-Jährigen.
Das nur am Rande, weil es ermüdend ist.

Mittelstreckenraketen haben eine Reichweite von 800 bis 5500 Kilometern.
Üblicherweise sind das ballistische Raketen, die bis in den Weltraum gehen und beim Zielanflug Hyperschall haben. Und weil das das ganz große Physiker-Tennis ist, sind die sehr teuer. Weshalb sie in der Praxis eigentlich ausschließlich für nukleare Angriffe verwendet würden.

Und auch da muss ich sagen: Wir haben etwas, was militärisch etwa den gleichen Zweck erfüllt. Nämlich die Taurus. Diese müssen halt mit dem Flugzeug näher ran gebracht werden, sind dann aber quasi nicht mehr abzufangen.
Ich habe keine Ahnung, warum wir Mittelstreckenraketen brauchen sollten. Außer, man möchte, dass Deutschland eine Atommacht wird. Die es dann aber trotzdem noch nicht mit Russland, nicht einmal mit Pakistan wird aufnehmen können.

„Termobomben“ indes gibt es nicht einmal.
Es gibt thermonukleare Bomben. Also Atombomben. Die sind hier aber wohl nicht gemeint. Und es gibt thermobarische Munition. Diese verteilt ein Aerosol, dass dann entzündet wird.
Diese Munition macht eigentlich vereinfacht nur Sinn, wenn man Tunnel und Bunker bekämpft. Weil die Hitze, der längere Druck und der Sauerstoffentzug alle Menschen im Umkreis tötet.
Moderne Panzer wie der Leopard II sind gegen diese Waffen gänzlich unempfindlich. Sie sind bedingt sogar „atomsicher“. Weil sie im Inneren einen Druck aufbauen.
Gut, einen T-72 würde der Turm wegen dem darunterliegenden Magazin wie ein Sektkorken meterhoch herausknallen. Aber dafür extra eine solche Technologie anschaffen? Das Fenster, was diese Dinger „mehr“ könnten, was der tatsächliche militärische Mehrwert wäre, ist also sehr gering.

TOS-1 Buratino, offiziell „schweres Flammenwerfer-System“.

Foto: TOS-1 Buratino, offiziell „schweres Flammenwerfer-System“. „Burratino“ ist die russische Adaption von Pinocchio. Vereinzelt auch in der Ukraine eingesetzt. Parade 2020.

Bei Clustermunition gehe ich soweit konform, dass wir Module haben sollten, die so etwas können. Aber das stellt kein vertragliches oder gesetzliches Problem dar.
Hier werden die Anti-Personenminen ausdrücklich genannt. Die lehne ich aus ethischen Gründen ab und sehe keinen militärischen Vorteil, der den Bruch dieser Ethik rechtfertigen würde. Landminen haben wir, „Angriffsdrohen“ werden sicher kommen, daran wird bereits gearbeitet. Das ist eine Frage der Politik, nicht von Verträgen und Gesetzen. Also nur eine Frage der kommenden Bundesregierung.

Und Atombomben?
Wozu?
Es ist zu diskutieren, ob die Bereitstellung der nuklearen Waffen durch die USA noch vertrauenswürdig ist. Persönlich denke ich nicht. Aber wir haben zwei andere Atommächte vor der Haustüre, mit denen wir uns sogar blendend verstehen. Die Franzosen sind nach viel propagandistischem Dreck vom eingeredeten „Erzfeind“ zu unserem wichtigsten Verbündeten und Freund geworden. Wir haben gemeinsame Wurzeln bis zur Spätantike.
Man kann sicher andere Wege finden.

Fazit

Ich habe noch nie einen Soldaten oder Experten mit Ahnung getroffen, der gesagt hätte „wir brauchen das“. Wirklich noch nie. Wir brauchen ganz viel. Aber eben nicht das.
Und vor allem hat das sicher nichts mit der „Mützenich- und Stegner-SPD“ zu tun, die ich selbe schon mehrfach kritisiert habe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Was wir brauchen ist beispielsweise ein autarken, europäischen Schutz gegen ballistische Raketen. Dazu laufen nicht nur Gespräche, u.a. mit Frankreich. Sondern wir selber haben das israelische Arrow gekauft, dass bis 2027 einsatzbereit sein soll. Das ist mit das Beste, was man weltweit kaufen kann.

Die Bundeswehr braucht in der Zukunft starke Kräfte in der Flugabwehr. Wir müssen diesen Bereich in der Priorität heben. Auch in der strategischen Planung. Ich würde mir wünschen, die Flugabwehr würde von der Unterstützung zu den Kampfeinheiten kommen. Auch das läuft bereits.
Bis 2028 werden beispielsweise 19 Flugabwehrpanzer Skyranger kommen. Zu wenig, aber der neuste, heiße Scheiß. Und das ist nur ein Beispiel.

Skyranger bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin, 2024.

Foto: Skyranger bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin, 2024.

Was wir brauchen ist ein neuer, „schwerer“ Jagdbomber.
Ein Jäger ist der Ferrari. Ein Jagdbomber wie der Tornado („mein“ altes System) ist der Diesel-Kombi mit Dachgepäckträger und Anhängerkupplung. Und ich hoffe inständig, die kommende Bundesregierung wird und kann noch Abstand nehmen, von der Anschaffung US-amerikanischer F-35. So wie Portugal es bereits getan hat.

Tornado der Marineflieger.

Foto: Tornado der Marineflieger. Diese Einheiten wurden komplett eingespart.

Wir brauchen eine Anpassung, aber nicht viel Neues oder völlig Anderes.
Ich sehe das, was derzeit stattfindet, übrigens nicht als „Aufrüstung“. Denn das würde ein Mehr an Angriffskraft oder ein Mehr an Waffen bedeuten. Was ich sehe, ist eine Modernisierung und ein Ausfegen des Alten und Unterfinanzierten.
Was wir aber vor allem brauchen ist eine breitere Akzeptanz und ein Bewusstsein in der Bevölkerung.

Was wir hingegen gar nicht brauchen sind absurde Forderungen von Menschen, die augenscheinlich gar keine Ahnung haben.
Ich weiß, die Bundeswehr kann viel mehr, als die Deutschen so glauben, denken und mitbekommen. Und sie tut das gerade ganz akut.

Sujet Medien und Politik

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