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Depeche Mode

Goodbye: Andy "Fletch" Fletcher ist tot

Eigentlich sollten diese Zeilen erst viele Jahre später geschrieben werden. Eigentlich sollten bis zu ihrem Erscheinen noch viele Depeche Mode Songs gehört und auf Touren wild zu "Never let me down again", "World in My Eyes" oder "Personal Jesus" getanzt werden. Die "leichteren" Tage brechen schließlich, nach langer Phase der Finsternis, im Musik-Bereich erst wieder so langsam an.

Doch es sollte nicht sein, jetzt ist es schon so früh der Fall: Am Donnerstag gab die Band "Depeche Mode" via Social Media den Tod ihres Bandmitglieds Andy "Fletch" Fletcher bekannt. Fletcher wurde nur 60 Jahre alt.

https://twitter.com/depechemode/status/1529901182562340864?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1529901182562340864%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_c10&ref_url=https%3A%2F%2Fthatscenedotcom.wordpress.com%2Fwp-admin%2Fpost.php%3Fpost%3D2712action%3Deditcalypsoify%3D1block-editor%3D1frame-nonce%3Df5285bd2f2origin%3Dhttps3A2F2Fwordpress.comenvironment-id%3Dproductionsupport_user_support_tokenin-editor-deprecation-group%3D1

Andy Fletcher war Gründungsmitglied von Depeche Mode, die Anfänge der Band gingen auf ihn und seine Freundschaft zu Vince Clarke zurück. Im Gegensatz zu Dave Gahan und Martin Gore war er oft im Hintergrund, meist Synth Bass spielend. Wenn Gahan im Jazz unterwegs und Gore tief in elektronischen Klängen versunken war, brachte Fletch den Pop immer wieder zurück in die Band. Fans liebten ihn für seine mal mehr, mal weniger rhythmischen Bewegungen am Keyboard, doch seine größten Verdienste hatte er wohl hinter den Kulissen. Fletcher galt als derjenige, der die Band immer wieder zusammenhielt, bei kreativen Differenzen vermittelte. Nur mit seiner Verbundenheit zu Gahan und Gore konnten selbst die tiefsten Täler gemeinsam durchschritten werden. Er sorgte dafür, dass das unsichtbare Band dieser drei Künstler niemals riss und uns Depeche Mode selbst 2018 noch auf Tour begeisterte.

Jetzt ist Andrew Fletcher tot. Mit nur 60 Jahren. Nach einem Leben, welches sicherlich viel gesehen hat und von dem man nur hoffen kann, dass es erfüllt war. 2020 immerhin mit einer späten Auszeichnung und Aufnahme in die Rock & Roll Hall of Fame. Die Gedanken sind bei Gráinne Fletcher, seiner Frau, mit der er seit 1993 verheiratet war und ihren beiden Kindern.

Traurig schreibe ich diese Zeilen, denke zurück an all die Konzerte. Jeder Auftritt meiner Lieblingsband glich einer Prozession, es war meine Form der Religion. Laut wurde mitgesungen, getanzt, ich fühlte jede Liedzeile. Ob an kalten Tagen in der ehrwürdigen Frankfurter Festhalle oder an heißen Sommernächten auf der Berliner Waldbühne. 

Ich erwische mich bei diesem egoistischen Wunsch nach Abschied. Letzte Woche noch hab ich meiner Freundin gesagt, dass ich noch auf diese EINE kleine Tour von Depeche Mode hoffe. Eine letzte. Als Abschied. Denn ich fühlte, dass das Ende zwar noch abstrakt erscheinen mag, aber immer näher rückt.

Fletch, ich danke dir für die Musik. Ich werde sie immer bei mir tragen. Wie ein Geschenk. Das beste Geschenk.

https://youtu.be/8bfMNzdhR7Q