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So machst du aus einer Idee ein Konzept

Mein Membership-Newsletter „Blaupause“ hilft dir, dich unabhängig zu machen, indem du erfolgreich Mitgliedschaften anbietest. Diese Woche: aus Ideen Konzepte machen.

Diese Blaupause wird präsentiert vom Journalism Innovators Program.

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Danke für die netten Reaktionen auf die Blaupause von vergangener Woche, Mach Dein Ding. Ich weiß: Machen ist schwer. Besonders, wenn man zum ersten Mal oder ganz allein macht. Vielleicht gibt es ja diese Idee in einem Hinterkopf, von der du dachtest, dass sie erst Geld, Code oder Zeit braucht. Und vielleicht kannst du sie mit meiner Methode ohne all das umsetzen. Zum Beispiel in den Sommerferien. Deswegen möchte ich heute superkonkret beschreiben, wie du von einer Idee für ein digitales Produkt zu einem Produkt kommst. 

Finde die wirklichen Probleme

Was ist eine Idee für ein digitales Produkt? Eine Lösung für ein Problem einer bestimmten Gruppe von Menschen. Definiere diese Zielgruppe, indem du dir den ersten Menschen vorstellst, der für deine Lösung bezahlen wird. Wen hast du dabei vor Augen? Und wo findest du die anderen Leute, die so sind? Du wirst dich bestimmt dabei erwischen zu denken: Es gibt aber noch jede Menge andere Zielgruppen, für die mein Produkt infrage kommt. Stimmt, aber ignoriere die. Fokussiere dich am Anfang vollkommen auf diese erste Person, die sozusagen mit Kaufabsicht durch deine Ladentür kommt.

Nimm dir ein Blatt und mach vier Spalten. Anschließend füll sie – ohne schon zu hinterfragen und dich selbst zu redigieren. Und zwar von links nach rechts, beziehungsweise hin und herspringend.

Die Liste – Altpapier reicht

Was macht die Person, an die du denkst, in dem Kontext, an den du denkst? Welche Handlungen führt sie aus? Wahrscheinlich reden wir über etwas, das sie im Internet oder am Computer macht. Wo und wann in ihrem Alltag kommt dieses Thema vor? Und wie verbringt die Person ihre Zeit, während sie sich damit beschäftigt?  

Liste dann in der dritten Spalte auf, welche konkreten Probleme die Person dabei hat, diese Handlungen auszuführen. Ein guter Trick ist, zu überlegen, was sie im Moment mithilfe von PDFs oder Excel-Tabellen tut. Kommen Google Docs zum Einsatz, Trello oder Notion? Welche Listen schickt sie sich per E-Mail hin und her? Was muss sie ausdrucken oder wo irgendwo anrufen? Noch deutlicherer Hinweis: wenn irgendwie ein Fax im Spiel ist, oder Zettel an der Wand.

Es gibt nur vier mögliche Lösungen

In die vierte Spalte kommen die Lösungen: Welchen digitalen Service kannst du dir einfallen lassen, der eines oder mehrere dieser Probleme löst? 

Jede denkbare Lösung macht eines dieser vier Versprechen:

  • Du sparst Zeit. 
  • Du sparst Geld.
  • Du verdienst mehr Geld.
  • Du fühlst dich besser.

Falls deine Lösung nicht in eine dieser vier Kategorien passt, ist es sehr wahrscheinlich keine besonders attraktive Lösung. Ich tippe, dass niemand dafür zahlt. (Wenn du es etwas fundierter willst, oder dich an ein BWL-Studium erinnern, google „Economic Utility“. Dieser Begriff besagt, dass es vier verschiedene Arten von Nutzen gibt: Form-, Orts-, Zeit- und Besitznutzen.)

Solltest du über ein Inhalte-basiertes Produkt nachdenken (wäre nicht überraschend, wenn du diesen Newsletter liest), sei besonders kritisch beim letzten Versprechen, denn es ist das schwächste: „Durch mein Angebot fühlst du dich besser.“ Was genau bedeutet „besser“ bei dir? Macht mich dein Newsletter, Podcast, Blog, Magazin, klüger? Werde ich schlauer sein, mich unterhalten fühlen, etwas Wichtiges lernen, zufriedener sein? Falls ja: Werde ich mich sehr viel besser fühlen? Denn nur dann würde ich dafür auch zahlen, oder überhaupt Zeit investieren.

Daumenregel: „10x“. Ich zahle, wenn ich mich zehnmal besser fühle, als ohne das Produkt.

Verdichte die Idee zum Konzept – in einem Memo

Ich bin sicher: Du wirst mehrere Ideen haben. Sei sehr kritisch mit diesen Ideen. Klopf sie darauf ab, ob sie wirklich gut sind. Für mich funktioniert dazu am besten ein Memo, also ein möglichst kurzer Text. So kurz, dass du am Ende möglichst kein Wort mehr kürzen kannst. 

Ein Memo besteht aus drei Teilen: Problem, Lösung, Markt. Beschreibe so konkret wie möglich (kein Marketing-Bla-Bla) das Problem, das du lösen willst. Schreib dann in drei Sätzen auf, was konkret du dir ausgedacht hast. Das ist schwierig, vor allem, wenn du wirklich kritisch mit dir bist und lange genug redigierst. Beschreibe bei Markt, wie viele Leute es gibt, die dafür bezahlen werden. Überlege, wie viel sie dafür zahlen, und wie du ihnen von deinem Angebot erzählen willst.

Oft bleibt am Ende nichts übrig. Dann geh zur nächsten Idee über.

Bitte erst jetzt um Feedback

Sobald du zufrieden bist und keine Löcher mehr in deiner Idee findest, schick die Idee an kompetente Leute und bitte um Feedback. Ruf sie nicht an. Schick ihnen das Memo. Nur, wenn sie in Ruhe über die Idee nachdenken und dir schriftlich Feedback geben, ist es etwas wert („Finde ich gut“ ist völlig nutzloses Feedback übrigens).

Wird dir die Idee geklaut werden? Eine gute Idee ist wichtig, aber nicht sehr wichtig. Die Umsetzung ist viel schwieriger. Wahrscheinlich kannst nur du – mit deinem besonderen Wissen und deiner Motivation – sie wirklich gut umsetzen. Selbst, wenn es jemand versucht: Du wirst es besser machen. Und: Digitale Märkte sind groß und wachsen ständig; die Konkurrenz ist selten das Problem.  Kürzen wir ab: Niemand klaut deine Idee. Und falls doch, ist das nicht schlimm.

Also dann: Hier ist ein Memo für eine Idee. Ich würde mich über Feedback freuen. Einfach Kommentare hinterlassen. Falls du selbst jetzt so ein Memo schreibst: Schick es mir und ich gebe dir auf jeden Fall Feedback.

Bis hierhin für heute. In der nächsten Blaupause beschreibe ich Schritt für Schritt, wie du aus diesem Konzept einen am Handy durchklickbaren Prototypen baust – ohne Software-Entwickler. 

Bis nächsten Montag!     👋 Sebastian

PS:

👨‍🎤 Job: Ich arbeite gerade mit Co2online an einem spannenden Community-Projekt: Aus 140.000 Newsletter-Abonnent:innen sollen Mitglieder werden. Jetzt sucht die NGO Community-Expert:innen für die neue Energiewende-Community. Mehr 

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