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Liebe*r Utopist*in!

Was nützt dir Utopian Fiction eigentlich? Achtung - hier geht es gerade nicht um das "große Ganze", weil die Gesellschaft "Utopien braucht" oder "weil es das geben muss" - warum brauchst DU es, was gibt es DIR? In einer Zeit, in der es wahrscheinlicher wird, dass sich Finanzsysteme neu ordnen, wir uns regionaler organisieren und Arbeitsplätze, wie wir sie kannten, verschwinden? WAS also brauchst DU in diesen Monaten und Jahren? 

Stories werden nicht aus dem Grund gelesen, weil es "so etwas geben muss", sondern immer auch, weil sie eine Rolle für das eigene Leben spielen: es spiegeln, hinterfragen, inspirieren. Aus dem Grund ist Utopian Fiction anhand einer Heldenreise organisiert und keine quellenbasierte, sachliche Abhandlung eines realutopischen Szenarios. 

Ist es (frei nach dem sog. value-proposition-canva-Modell (Opens in a new window)) aber etwas, das deine Frustration oder Zorn über die Welt, wie sie ist, lindert, ist es ein nützliches Tool, um neues Orientierungswissen zu erwerben? Oder macht es einfach für eine Lese-Weile lang glücklich und unbeschwert?

Ich frage mich, welches Problem eigentlich mein Angebot löst. Für jede*n Einzelne*n. Denn kann eine Körperzelle ihre Mission nicht erst dann erfüllen, wenn sie mit den Bedürfnissen anderer Zellen kooperiert, auch wenn sie letztlich dem Wohl des Gesamtorganismus dient? Auf die "Suche nach dem Problem" hingewiesen hat mich übrigens ein aktueller Blaupause-Newsletter (Opens in a new window) von Steady-Mitgründer Sebastian Esser, für Medienschaffende sehr empfehlenswert.

DESHALB: Sag mir doch mal deine Meinung. Deinen Schmerz. Deine Wahrheit, hier in dieser anonymen 5 Minuten-Umfrage (Opens in a new window).

An dieser Stelle gebe ich kurze inspirierende Einblicke in meine Utopian-Fiction-Serie, die ich monatlich für alle Mitglieder der JuliTopia-Community veröffentliche. 

Hier erkläre ich dir in einer Minute, worum es heute geht:

Hast du schon Neuigkeiten wegen Hermchen?
Yon antwortete prompt.
Ich hatte heute ein Gespräch mit einem Agenty vom Mobilitätskreis. Ich sollte ihnen daraufhin eine Stellungnahme aufnehmen, was meine persönlichen Beweggründe sind, mir Hermchen zu leisten. Was soll das, ich weiß überhaupt nicht, warum ich mich jetzt persönlich rechtfertigen muss.
Haben sie schon geantwortet?
Ich habe sie noch nicht abgeschickt. Bin mir unsicher, wie es rüberkommt.
Soll ich kurz reinschauen?
Klar
Kyara startete die Aufnahme. Yons Bild erschien. Er saß vor einer Wand, an der Seite war ein Stück Erde bei Nacht zu sehen, vom Weltraum aus betrachtet. Seine Mimik war ein wenig ernster und formaler als sonst. Manchmal zog er die Augenbrauen hoch, als wollte er bestimmte Aussagen betonen.
Ich gebe zu, unsere Prosumtionsgemeinschaft leistet sich ein Fahrzeug, das in keinster Weise im Einklang mit den Muvits für lebensdienliche Mobilität steht. Es nutzt fossile Brennstoffe, hat kein zeitgemäßes Sicherheitsdesign, fährt nicht eigenständig und ist nicht vernetzt mit dem Ganzen. Es liegt nahe, bei dieser Verschwendung von persönlichen und kollektiven Energien sich das Ding höchstens als Liebhaberei für das Wochenende zu leisten. Warum also nutze ich das Fahrzeug als landwirtschaftliches Fahrzeug und opfere dafür monatlich viele Infois?

Bild: pixabay

Yon machte eine ausladende Geste, als wäre er ein Menty in einem Erklärvideo, sodass Kyara unvermittelt grinsen musste.
Nun, weil ich das Gefühl, es zu nutzen, für schützenswert halte. Nicht nur, es sinnlos durch die Gegend zu fahren, sondern, damit Wein, Holzpfähle und Gemüsekisten zu transportieren. Den schwergängigen Schaltknüppel umzulegen, wach zu sein, weil ich jederzeit einen Fehler machen könnte … Das Gefühl, zu bestimmen, wo es lang geht, der einzige lebendige Geist in diesem Fahrzeug zu sein, diesem Fahrzeug meinen Geist einzuhauchen … und das Gefühl, dass es zu mir gehört, zu mir allein, weil niemensch anderes es fahren kann oder will.
Yon machte eine Kunstpause.
Daher bitte ich den Mobilitätskreis, dies zu respektieren. Ich habe gegen keine Nurm verstoßen, war nicht in der Innenstadt unterwegs und immer nur auf den entsprechenden Spuren. Ich investiere meine persönlichen Infoi. Ich schütze ein Lebensgefühl vor dem Aussterben.
Sein Bild fror ein. Kyara sah es nachdenklich an. Meinte er alles so, wie er es sagte, oder machte er sich am Ende über den Mobilitätskreis lustig?
Kyara zögerte und schrieb dann:
Glaubst du, dass sie das überzeugen wird?

Utopisches Glossar*

*) Inspiriert heute von Ulrike Guéro (Opens in a new window)t und Robert Menasse.

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