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Sonntags-Update #18

Viel zu lange war es still hier... Aber jetzt gibt’s ein kleines Update der letzten Wochen.

Spoiler vorweg: Wir sind wieder zurück in Österreich!

Aragonien

Bereits Mitte Februar haben wir uns nach einem Wochenende in Madrid langsam auf den Heimweg gemacht. Wir haben uns nicht stressen lassen und uns noch das ein oder andere Plätzchen angeschaut. Nach Madrid sind wir zunächst stundenlang bergauf gefahren, bis spät in die Nacht hinein. Am Wegesrand haben wir dann in Medinaceli einen tollen Stellplatz für die Nacht gefunden. Medinaceli ist ein nettes kleines Dorf, das früher eine Burg gewesen ist. Die ehemalige Burg liegt erhaben und vom Stellpatz aus sehen wir hinab ins Tal (und auf die Autobahn). Umgeben ist hier natürlich alles von Brachland. Die gesamte Landschaft ist scheinbar von anhaltender Trockenheit geprägt. Die nächste Stadt, durch die wir kommen, ist Zaragoza. Von dieser richtig schönen, historischen, aber dennoch jungen und lebendigen Stadt sind wir positiv überrascht. Am Fischmarkt trauen wir uns zum ersten Mal auch, selbst einen Fisch zuzubereiten. Wir kaufen eine Goldbrasse, die auch in unsere kleine Reisepfanne passt, und Lorenz probiert sich an dem Gericht. Gelungen ist das späte Mittagessen richtig gut.

Katalonien

Zurück in Katalonien machen wir nochmal einen Stopp in Barcelona und Girona. Diesmal haben wir den Fehler gemacht und sind tatsächlich mit dem Ducato in die Großstadt hineingefahren, nachdem wir das Wohnmobil für einen Besuch in die Umweltzone angemeldet haben. Mit der Parkplatzsuche waren wir dann länger beschäftigt als uns lieb ist. In Girona haben wir für meine ehemalige Au-pair-Familie Mohnnudeln gekocht, was zur Folge hatte, dass wir erstmal verzweifelt Mohn in der ganzen Stadt gesucht haben – wir sind dann auch tatsächlich am Markt fündig geworden. Mohn gehört definitiv nicht zu den Lebensmitteln, die in Katalonien konsumiert werden. Bei unseren Erkundigungen wurde mit einem Augenzwinkern auch tatsächlich vermutet, ob wir nicht vielleicht Opium herstellen wollen.

Heimwärts

In den letzten Tagen haben sich vermehrt Startprobleme eingeschlichen, die nun richtig schlimm wurden. Erst durch Anrollen ist der Ducato angesprungen, er lief danach super – das Fahren an sich war also nicht das Problem. Wir sind an einem Freitagvormittag also Richtung Frankreich, und als weiteres Ziel Österreich, gestartet. Da wir nicht sonderlich schnell unterwegs sind (maximal 100 km/h, aber auch nur dann, wenn es gerade nicht bergauf geht), ging es nur schleppend voran. Nachmittags sind wir über die riesige Brücke von Millau gefahren und wurden so für unseren Plan, die mautpflichtige Autobahn so gut wie möglich zu meiden, belohnt. An unserem ersten Reisetag haben wir es fast bis ins Städtchen Clermont-Ferrand geschafft und haben einige Kilometer außerhalb auf einem Stellplatz übernachtet. Der Vorteil des Stellplatzes: er hat eine recht steile Auffahrt, die uns am nächsten Morgen definitiv zu Hilfe kommt. Der Ducato wollte auch an diesem Morgen partout nicht anspringen. Es war aber auch die bisher kälteste Nacht, mit -4 °C Außentemperaturen, also hatten wir ohnehin nicht allzu große Hoffnungen. Nach vielem Herumprobieren und auf die Sonne warten haben wir uns dann ein paar tatkräftige Reisende organisiert, die uns beim Anrollen geholfen haben. Da wir in einer Wiese gestanden sind, hätten wir das zu zweit niemals geschafft, da sind helfende Hände einfach Gold wert. Es hat etwas Schwung gebraucht, aber unser Wohnmobil ist angesprungen und die Reise konnte weitergehen! Einmal quer durch Frankreich bis nach Deutschland, wo wir spät abends unser Nachtlager an einer Raststation aufschlagen – den Parkplatz wählen wir absichtlich so, dass wir am Morgen bergab rollen können und auch untertags haben wir bei obligatorischen Stopps den Motor lieber laufen gelassen. Nur leider nützt es nichts. Wir sind morgens allein und schaffen es trotz Gefälle nicht, den Ducato zum Laufen zu bringen, weshalb wir in einem Kreisverkehr nur wenige Meter unterhalt zum Stehen kommen. Als dann (als einziges Auto weit und breit) hinter uns die Polizei anhält und das Blaulicht einschaltet, ist das Desaster fast perfekt. Aber die Beamt*innen sind super freundlich und packen kurzerhand mit an, bevor sie im McDonalds zum Frühstücken verschwinden. Zu dritt konnten wir die notwendige Anrollgeschwindigkeit erreichen und weiterfahren. Aufgrund der Startschwierigkeiten legen wir überhaupt keine Pausen mehr ein, denn auch an den Tankstellen brauchen wir bereits jedes Mal Hilfe, um Ducato wieder zum Laufen zu bringen. Das ist ganz schön kräftezerrend. Nach nur drei Fahrtagen kommen wir nachmittags in Österreich an und sind überglücklich, es diesmal gemeinsam mit unserem Ducato zurück geschafft zu haben.

Das Startproblem ließ sich übrigens in den folgenden Tagen relativ einfach mit dem Drehen einer einzigen Schraube lösen. Wenn man nur vorher wüsste, wo man suchen muss...

Österreich

Die nächsten Wochen verbringen wir damit, wieder anzukommen. Genießen trinkbares Leitungswasser, warmes Duschwasser und überhaupt die Tatsache, dass immer unendlich viel Wasser verfügbar ist. Tagelang gibt es ausschließlich Essen aus dem Backofen, wir machen alles, was man eben nur mit Backofen machen kann: Pizza, Lasagne, Auflauf, Strudel, Ofengemüse, Bratkartoffeln, überbackene Knödel, Flammkuchen, oh, und natürlich Kuchen en masse! Und nicht zu vergessen: selbstgemachtes Brot. So richtiges Brot, dunkel und mit knuspriger Kruste. Denn auch wenn der Lidl ein Mischbrot für die deutschsprachigen Auswanderer anbietet, ist es eben nicht das gleiche, wie österreichisches Brot (mal von der Auswahl ganz abgesehen).

Und jetzt? Jetzt zittern wir gerade ums Pickerl. Lorenz war eigentlich sehr zuversichtlich, dass wir es gleich bekommen, und hat nach dem Beheben der Startprobleme den Ducato gleich zum ÖAMTC gestellt. Der erste Check hat aber so viele schwere Mängel ergeben, dass wir dafür nicht einmal einen offiziellen Bericht bekommen haben. Die Bremsen waren ebenso überfällig wie einige andere Sachen. Einiges richten wir selbst und anderes überlassen wir dann – samt Pickerl – einer Werkstatt. Bitte einmal Daumen drücken, dass das mit dem Pickerl bald was wird!

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