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Acrylfarben

  

Acrylfarben

Oft werde ich gefragt mit welchen Farben ich male und welche denn zu empfehlen wären. Aktuell male ich vorrangig mit Acrylfarben. Acrylfarben sind wasserverdünnbar und nach dem trocknen wasserunlöslich. Ihr Bindemittel sind Kunststoff-/Acryldispersionen. Bei mir hat sich über die Jahre ein ganzes Sammelsurium an Acrylfarben verschiedenster Farbserien und Hersteller angesammelt. Da lohnt es sich mal einen Überblick zu geben und Erfahrungen weiter zu reichen. Grundsätzlich hat jede Farbe – sowohl die günstigeren Serien als auch die hochpreisigen – seine Berechtigung und seine Anwendungsbereiche.

Wer das Malen ein wenig ausprobieren möchte und noch nie einen Pinsel in der Hand hatte, der kann zunächst auf billige No-Name Farben zurückgreifen. Wer aber schon von vornherein weiß, dass er eine ernsthafte Leidenschaft hinter seinem Creativitätsdrang vermutet, der sollte sich diesen Umweg sparen und direkt in Farbsysteme namenhafter Hersteller investieren. Die ersten Malerfahrungen mit Billigen No-Name Farben können sehr frustrierend sein.

Wenn ich im Folgenden von Studiofarben spreche, dann meine ich Farben die schon sehr gute Maleigenschaften aufweisen, aber häufig noch ein gutes Stück günstiger sind als die hochwertigsten Künstlerfarben. Entsprechend haben sie leichte Defizite in der Farbbrillianz, Pigmentdichte und /oder Lichtbeständigkeit. Sie sind hervorragend geeignet für Einsteiger, angehende Kunst-Studenten und Hobbymaler, sowie sehr großflächigen Arbeiten, bei denen man evtl. aus Kostengründen auf höherwertigste Farben verzichten möchte.

Daler Rowney System 3

Das war tatsächlich meine erste Markenacrylfarbe die ich mir während des Abiturs für ein Bild gekauft habe. Ich habe sie lange nicht benutzt, da ich die Farbtöne (Schwarz, Chromgrün, Permanentgelb) kaum benötige bzw. auf entsprechende Alternativen zurückgreife. Die Tuben sind jetzt gut elf bis zwölf Jahre alt und noch immer intakt, lediglich das Schwarz ist inzwischen ein wenig angetrocknet. Von Haus aus haben die Farben eine angenehm buttrige Konsistenz und eignen sich daher hervorragend für den pastöseren Farbauftrag. 

Schmincke Akademie

Eine gute und günstige Studiofarbe. Ich nutze sie gern in den ersten Farbschichten in denen sich ein Bild langsam aufbaut.  Sie trocknet matt auf und hat einen gewöhnungsbedürftigen Nachteil: beim trocknen dunkeln die Farbtöne, wie bei einer Gouache-Malerei, merklich nach. Großes Plus: Für ihren günstigen Preis haben die Farbtöne der Serie bereits höchste Lichtbeständigkeit.

Schmincke Primacryl

Eine sehr hochwertige Künstlerfarbe mit höchster Farbbrilianz. Je nach Grad der Verdünnung trocknet sie Seidenmatt bis glänzend auf. Der hohe Bindemittelanteil sorgt für eine gute Vermalbarkeit und einem Erscheinungsbild, das dem der Ölfarbe ähnelt.

Neben höchster Lichtbeständigkeit und sehr hoher Pigmentierung hat die Farbe den Vorteil, dass der Farbtonunterschied von der nassen zur getrockneten Farbe sehr gering ist.

Lascaux Studio

Ein echter Alleskönner. Die Farben lassen sich sehr gut dosieren und vermalen. Für eine Studioqualität sind sie bereits sehr hoch pigmentiert. Meine ersten besseren Acrylfarben waren vor ca. 10 Jahren von dieser Serie, einige davon besitze ich noch immer und sie lassen sich einwandfrei verarbeiten. Ich finde die Farbe in Konsistenz, Deckkraft und Lasierfähigkeit sehr gut ausbalanciert. Sie trocknet matt bis seidenmatt auf. DIe Farbe ist verhältnismäßig teuer, aber ihr Geld auf jeden Fall wert.

Lascaux Artist 

Ich besitze nur einen unbedeutenden Erdton von dieser Farbserie . Außer einer höheren und feineren Pigmentierung, konnte ich bisher keinen merklichen Unterschied zur Studio Serie von Lascaux erkennen.

Talens Amsterdam

Diese Farben haben ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Aufgrund ihres hohen Bindemittelanteils und ihrer hohen Pigmentierung trocknen sie leuchtend und glänzend auf. Sie lassen sich sowohl lasierend als auch deckend gut verarbeiten. Der Farbtonunterschied von der feuchten zur getrockneten Farbe ist sehr gering. Nachteil: Mittlere Lichtbeständigkeit – ich benutze sie daher nur selten und wenn dann mit Bedacht für z.b. Studien. In hochwertigen Bildern haben sie nichts verloren. Die Farben lassen sich zudem nicht mit Spiritus verdünnen (was im Normalfall auch nicht nötig ist).

Flüssige Acrylfarben

(in meinem Fall Hansa pro Color, Createx Illustration Color, Molotow one4all)

Bei den Farben handelt es sich eigentlich um Airbrushfarben. Sie sind also sehr flüssig und extrem hoch pigmentiert, etwa vergleichbar mit einer Tinte. Ich greife gern auf sie zurück, wenn ich farbstarke Lasuren benötige. Beim Molotow one4all muss ich mich auf das Weiß beschränken: Es ist eines der bestdeckendsten, das ich kenne und daher hervorragend für Retuschen oder feine Weißhöhungen in der Illustration geeignet.

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