August der Starke

Von Ausstellungen, einem holprigen Kunstkurs und der phantastischen FaRK-2019

Der wortwitzgewaltige Titel dieses Beitrages ist wohl der unerträglichen Hitze der letzten Tage zu verdanken, dennoch neigt sich der Sommer allmählich dem Ende zu und ich blicke auf einen starken August zurück:

Vernissage im Urban Shit

Das Urban Shit ist ein Gemeinschaftsbüro, das ursprünglich aus der Not heraus entstand, einen externen Arbeitsplatz zu haben. Nicht für jedermann ist das Homeoffice die beste Lösung. So auch im Falle von Ted, Julia, Richard und Co. Insgesamt nutzen inzwischen sechs Personen den Raum als Arbeitsplatz und schätzen es sich gemeinsam auszutauschen und gegenseitig zu helfen. Das bietet sich auch an, denn sie arbeiten alle in sehr unterschiedlichen Branchen oder stecken teils noch im Studium. Allen gemein ist dabei nicht nur das Interesse an gemeinsamen Austausch, sondern auch an einer kulturellen Belebung der eigenen Räumlichkeiten und der Stadt. Quasi ein Freiraum der viele Kompetenzen bündelt, zugleich Kulturraum ist und so Menschen zusammenbringt.

Dabei ist der Raum noch recht frisch. Nach Marius Rehwalt bin ich der zweite Künstler der im Urban Shit ausstellen darf. Die Vernissage am 1.August verlief zunächst etwas zäh. Um 19 Uhr wollte sich kaum jemand blicken lassen. Ob dies an den parallel stattfindenden Veranstaltungen wie Kaisermania am Elbufer und dem Palaisommer lag, wage ich zu bezweifeln, vielmehr vermute ich geheime Machenschaften des Sandmannes, der bekanntlich um diese Uhrzeit sein Unwesen treibt. Dennoch fanden sich im Laufe des Abends weit mehr verwegene Kunstliebhaber im Ausstellungsraum ein als ich erwartete und ließen sich für Bier, Poster und Postkarten meiner Werke und natürlich den Originalbildern, sowie der musikalischen Untermalung des Abends durch Christian Perle begeistern.

Inzwischen ist das Urban Shit auf der Suche nach einem neuen Namen, da es bereits in Hamburg eine etablierte Galerie gleichen Namens gibt. Um zukünftig Ausstellungen und Aktionen noch besser koordinieren und unterstützen zu können ist außerdem eine Vereinsgründung angedacht.

Nach Urban Shit folgt Urban Shop

Ein eintägiger Kunstmarkt mit Schwerpunkt auf Streetart und Textilkunst direkt vor der Scheune in der Dresdner Neustadt. Dabei ist die Scheune keine klassische Dorfscheune mitten in der Stadt, sondern eine etablierte Location für diverse Konzerte und Events. Der hübsch gestaltete Vorplatz ist ideal für einen kleinen Kunstmarkt. Durch Neustadtkünstler Thomas Schreiter wurde ich auf die Aktion aufmerksam und konnte mich gerade noch für einem Stand anmelden.

Kurz bangten wir noch mit dem Wetter, es war einer der unbeständigeren Sommertage: bedeckt, windig mit Hang zu Schauern, die zum Glück aus blieben und sobald sich die Sonne zeigte wurde es unerträglich warm. Eine kleine feine Veranstaltung, die ruhig stärker hätte besucht sein dürfen.

Kunstkurs: Fantastische Malerei

Die Vorbereitung des Kurses kostete mich mehr Zeit und Nerven als ich mir vorgestellt hatte. Mir war schlichtweg nicht bewusst, wie viel Arbeit so ein Kunstkurs mit sich bringt. Flyer verteilen, Infos und Werbeposts auf der Homepage und auf social Media einbinden, ein Lehrkonzept erarbeiten und zusehen, das alle benötigten Materialien vor Ort sind/eingekauft werden.

Als ich kurz vor dem Start des Kurses lediglich eine wage Anmeldung zu verzeichnen hatte, war ich hin und her gerissen den Mietvertrag zu den Räumlichkeiten nicht zu unterschreiben und das Ganze abzublasen. Ich entschied mich dann aber doch es zu wagen und dem Kurs eine Chance zu geben, schließlich braucht manches eben seine Zeit und der Urlaubsmonat August ist da sicher nicht der perfekte Startmonat. So verbrachte ich den ersten offiziellen Termin, trotz Anmeldung allein, was nicht gerade motivierend ist. Inzwischen läuft der Kurs aber an und ich bin zuversichtlich, dass er weiter wächst. So langsam spricht sich das Kursangebot herum und zieht auch weitere Kreise.

Good bye 'Isle of Peace'

Kommen wir nun zu den motivierenderen Ereignissen der letzten Wochen. Für meine Unterstützer und regelmäßigen Leser des Blogs hatte ich das Bildprojekt „Isle of Peace“ bereits im Juli angekündigt und vorgestellt. Vor zwei Wochen veröffentlichte ich es dann auch im Netz, wo sich bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung eine Interessentin bei mir meldete und das Bild kaufte.

Auf der Rücktour von der FaRK konnte ich es Ihr dann persönlich überreichen. Das Staunen über das Original war groß, denn es ist eben doch etwas anderes als es nur in digitaler Form zu betrachten.

FaRK 2019

„Es sind die Phantasten die die Welt verändern“ ist nicht nur ein Zitat von Sebastian Fitzek, sondern auch ein vielfach aufgegriffenes Motto der FaRK. FaRK steht für Fantasie und Rollenspiel Konvent und ist eine so wunderbare Veranstaltung, das es mir schwer fällt sie mit wenigen Worten zu beschreiben. Wie gut das es Menschen gibt, die was vom Filme machen verstehen, die die Atmosphäre des Events näher bringt, als ich es zu schreiben vermag:

(Film von Dave Movies)

(offizielles Video vom Veranstalter)

Für mich war es die dritte FaRK an der ich als Künstler teilnehmen durfte und zugleich die erfolgreichste. Dabei ging ich eher mit mäßigen Erwartungen in die Veranstaltung, lief sie vor zwei Jahren für mich doch eher mau. Der Hauptgrund warum die FaRK für mich aber Pflichtprogramm ist, ist der Spirit der Veranstaltung. Das Event ist nicht kommerziell geplant sondern sammelt Spendengelder für den guten Zweck, dadurch hat die FaRK weniger eine hektische Verkaufsatmosphäre, sondern vielmehr die eines großen familiären Treffens verschiedenster (verrückter) Menschen.

Ins Leben gerufen hat die Veranstaltung Benjamin Kiehn unter dem Verein Fit4Charity, der inzwischen mit einem Team aus über 200 ehrenamtlichen Helfern das Event auf die Beine stellt. Hinzu kommen zahlreiche Vereine die mit ihren Projekten, Kostümen und Camps die FaRK bereichern, außerdem Kleinverlage in der Phantastischen Bibliothek mit Lesungen, eine große Bühne mit Konzerten, Tanzeinlagen und Zaubershows, sowie Workshopangebote, Vorträge und viele weitere verrückte Dinge und Stände, die sich gar nicht unter einem Sammelbegriff fassen lassen.

(Bild: Zwei Besucher aus der Welt des Steampunks)

Gerade in diesem unglaublich breiten Spektrum der Phantasik kommen meine Bilder gut an und finden stets begeisterte Interessenten. So hatte ich viele nette Gespräche, einige Verkäufe und tolle Begegnungen. Ein Highlight war für mich das Wiedersehen der Familie Bronder, die mich über das Wochenende herzlich aufnahm und großzügig versorgte. Auf der letzten FaRK ersteigerten sie ein 1,5 x 1,5 m großes Trollbild von mir, das ich für den Spendenpott der Veranstaltung vor Ort versteigerte.

Da aus unserer Bekanntschaft nun eine Freundschaft geworden ist, hoffe ich, dass sie uns auch mal in Dresden besuchen werden, ehe ich 2021 wieder um Obdach bitten werde. Auch wenn die FaRK für mich auch eine anstrengende Veranstaltung war, schließlich musste ich gut zwölf Stunden am Tag meinen Stand betreuen, alles auf und abbauen und gut 1200 km Autobahn befahren, so ist sie für mich ein Highlight des Jahres, auf das ich noch lang zurückblicken werde. An dieser Stelle möchte ich auch meinem Vater danken, der mich über das Wochenende mit unterstütze.

So war verlief der Sommer für mich unerwartet gut, wenn man bedenkt, dass ich ursprünglich den Juli und August zum Malen neuer Bilder verplant hatte und das übliche Sommerloch erwartete. Da kommt es mir gelegen, das ich für den Herbst keine größeren Events angedacht habe. Für 2020 stehen hingegen schon einige wichtige Ausstellungen, für die ich dringend frische Bilder benötige.

Also ran ans Werk!

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