Die 10 wichtigsten Argumente, die du als Veganer/Vegetarier drauf haben solltest

Wenn man darauf verzichtet, Tiere zu essen, kommt man mit einem interessanten Phänomen in Berührung. Alleine dadurch, dass du deinem Gegenüber deine Ernährungsweise mitteilst, verspürt dieser den Drang, sich zu rechtfertigen und dir zu erklären, weshalb Fleisch essen gar nicht so schlimm ist - dabei brauchst du nicht einmal einen ethischen Vorwurf zu machen, die Rechtfertigungen kommen von ganz alleine. 

Woher dieser Rechtfertigungsdrang kommt, werde ich vielleicht mal in einem anderen Artikel beleuchten; im Folgenden soll es aber darum gehen, wie man als Veganer oder Vegetarier klug und simpel auf diese Argumente antworten kann. Du fragst dich vielleicht: "Wieso soll ich auf diese Argumente überhaupt eingehen?" Ganz einfach: Du wirst einen anderen Menschen nicht überzeugen können, in dem du ihm sagst, wie scheiße er ist oder wie unethisch er sich in deinen Augen verhält; das wird er gar nicht an sich heranlassen. Er muss selbst verstehen, dass die Sache, die er macht, nicht gut ist, und das kann nur gelingen, wenn man ihm die Argumente entkräftet, mit welchen er sich das Töten von Tieren schönredet:

1. Tiere zu essen, ist Tradition/ Kultur, wir haben das schon immer gemacht!

Wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft, wird man schnell feststellen, dass es bereits viele grausame Dinge gab, welche die Menschheit als "Tradition" und "normal" angesehen hat: Frauen und Kinder schlagen, Homophobie, Rassismus sind dabei die modernsten Beispiele. Ist es deswegen nicht gerade gut, dass es einige Menschen gab, die sich eben nicht mit diesem Argument der "Tradition" abgefunden haben und ethisch hinterfragt haben, was in der Gesellschaft als "normal" gilt? Ist Tradition möglicherweise überhaupt kein Indikator dafür, eine Handlung zu rechtfertigen?

2. Menschen sind Allesfresser und somit ist das Essen von Tieren natürlich!

Vollkommen richtig! Wir Menschen sind in der Lage, Tiere zu töten und sie danach zu verspeisen. Jedoch bedeuetet die Fähigkeit zu einer Tat nicht, dass sie auch moralisch ist. Der Mann ist der Frau im Durchschnitt körperlich überlegen, somit sind die meisten Männer auch in der Lage, Frauen Gewalt anzutun. Doch ist Gewalt gegen Frauen etwas, das in unserer Gesellschaft ZURECHT als ekelhaft und feige betitelt wird. Wieso ist es dann nicht ekelhaft, wenn man die Überlegenheit gegenüber Tieren ausnutzt?

3. Wir brauchen Fleisch für unsere Gesundheit und den Muskelaufbau!

Aus einer veganen Ernährung lassen sich alle wichtigen Nährstoffe sowie Proteinquellen gewinnen. Entscheidend ist - so wie bei jeder Ernährungsweise - die Ausgewogenheit. Richtig ist natürlich, dass Fleisch eine Proteinquelle ist. Falsch ist jedoch, zu behaupten, dass man diese nicht ersetzen kann, da einem beispielsweise durch Hülsenfrüchte eine sehr gute alternative Proteinquelle zur Verfügung steht. Ein Ergänzungsmittel braucht man als Veganer aber in der Tat: Das Vitamin B12. Das hat allerdings nichts damit zu tun, dass dieses Vitamin ausschließlich aus Tieren stammt, sondern weil die Tiere das Vitamin aus der Natur beziehen und schlussendlich auf die Menschen übertragen. Veganer sparen sich lediglich den Umweg des Tieres.

4.  Fleisch essen ist legal, also ist daran auch nichts verwerflich!

Fremd gehen, ist legal - Mobbing ist legal - sich nicht um sein Kind kümmern ist legal. Das Gesetz ist nicht die höchste moralische Instanz.

5.  Wenn kein Fleisch mehr gegessen wird, fallen Arbeitsplätze weg!

Das ist richtig, und es tut mir für jeden Menschen leid, wenn er arbeitslos wird. Jedoch sind wir uns einig, dass ein Leben mehr wert ist als eine Arbeitsstelle. Keiner trauert heute den Arbeitsplätzen im dritten Reich hinterher, sondern man ist froh, dass in Konzentrationslagern keine Menschen mehr umgebracht werden. Wenn wir uns für eine Kriminalität von 0 entscheiden könnten, würden wir dann ablehnen, nur damit Juristen und Polizisten weiterhin ihre Jobs behalten könnten?  Vermutlich nicht.

6. Tiere besitzen keine Intelligenz und nehmen ihre Welt nicht wahr!

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Tiere Schmerzen verspüren, einen Drang nach Freiheit haben und ein Bedürfnis besitzen, sich mit anderen Artgenossen zu umgeben. Wale gehören beispielsweise zu den sozialsten Lebewesen der Welt und sind in der Lage, bewusst Familien zu gründen. Natürlich sind sie jedoch nicht so intelligent wie wir, aber möglicherweise intelligenter als ein geistig eingeschränkter Mensch. Wäre es also in Ordnung diesen geistig eingeschränkten Menschen zu töten, zu quälen und zu essen, weil er nicht intelligent ist und die Welt um sich herum nicht realisieren kann? Oder haben wir nicht vielleicht gerade gegenüber diesen schwachen Lebewesen eine besondere Verantwortung? Ein einziges Gegenargument gäbe es da noch, mit welchem man jetzt begründen könnte, warum es in Ordnung ist, das Tier zu essen und den geistig Eingeschränkten nicht...

7. Menschen sind mehr wert als Tiere, denn wir sind die überlegene Spezies!

Stell dir vor,  Außerirdische würden die Erde überfallen - eine intelligentere und auch stärkere Spezies als wir selbst. Würdest du also behaupten, sie würden nichts Schlimmes tun, wenn sie deine Liebsten Töten würden, um sie zu essen oder Frauen Zwangsbefruchten würden, um an ihre Milch heranzukommen? Man könnte es ihnen ja nicht verübeln, schließlich sind sie die höhere Spezies. Oder würdest du dir wünschen, dass sie deine Liebsten verschonen und wir eine friedliche Koexistenz führen könnten, da Spezies nichts über einen Wert des Lebens sagt?

8. Pflanzen haben auch Gefühle!

Es gibt genügend wissenschaftliche Studien, die nahezu belegen, dass das Empfinden einer Pflanze nicht annähernd mit dem von Mensch und Tier zu vergleichen ist, aber nehmen wir doch mal gerne an, es wäre so und das Leben einer Pflanze wäre gleichwertig mit dem eines Tieres. Um das Fleisch eines einzigen Tiers zu verwerten, muss es über einen langen Zeitraum mit sehr vielen Pflanzen gefüttert werden. Wenn wir diese Pflanzen jedoch einfach selbst direkt essen würden, anstatt es Ewigkeiten in ein Tier reinzustopfen, würden man durch eine vegane Ernährung schlussendlich mehr Pflanzen und somit Lebewesen retten.

9.  Ich esse nur einmal in der Woche Fleisch!

Das ist ein typisches Argument, das Menschen bringen, um sich ihr Gewissen reinzuwaschen, da sie durch die Reduzierung ja mehr für die Tiere tun als viele andere, die täglich Fleisch konsumieren. Im Prinzip ist weniger natürlich besser, aber wenn man das auf andere Dinge überträgt, merkt man, dass es trotzdessen nichts ist, womit man zufrieden sein sollte. Ich meine, wir würden auch nicht einmal die Woche töten, einmal die Woche vergewaltigen und auch nicht einmal die Woche unser Haustier verprügeln. Klar, einmal in der Woche ist nicht so schlimm wie täglich, aber so wirklich besser ist es doch eigentlich auch nicht, oder?

10. Ich kann als einziger Mensch sowieso nichts verändern!

Jeder Deutsche isst im Schnitt 150 Tiere pro Jahr - als Veganer isst du diese 150 Tiere nicht. Aber selbst, wenn du keinen Unterschied machen könntest, ist es immer noch eine Frage der moralischen Haltung. Wenn zehn Leute einen Mann auf der Straße verprügeln, machst du dann mit, nur weil du zeitgleich nicht in der Lage bist, ihm zu helfen?  Vermutlich nicht.

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Das war's erst mal!

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