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She Drives Mobility Newsletter

Hinter mir liegt eine Woche, in der ich täglich Rad gefahren bin. Für einige von euch mag das jetzt nicht sonderlich erwähnenswert sein, ich, die ich immer noch mit ein paar Covid-Langzeitfolgen kämpfe, bin ganz schön stolz auf mich, die damit einhergehende Antriebslosigkeit täglich geschlagen zu haben :) Mich macht das Thema sehr nachdenklich, weil alle, denen ich davon erzähle, sehr viel Verständnis haben. Long Covid ist breit in den Medien. Doch schon vorher gab es sicher Menschen, die nach einer Grippe oder einer anderen Viruserkrankung schnell in den Alltag zurückgedrängt worden sind, obwohl sie dazu noch gar nicht die Kraft hatten. Vielleicht würde auch ich weniger auf meinen Körper hören und über ihn hinweggehen, wenn ich nicht um das Thema wüsste. Sagte ich schon, wie dankbar und demütig ich für das Leben bin, das ich wegen meiner Privilegien führen darf?

Daher passt es auch ganz gut zu diesen Gedanken, dass ich grad die aktuelle Folge #SheDrivesMobility hochgeladen habe, die sich damit beschäftigt, warum so viele Menschen Auto fahren. Meine These ist nämlich, dass viele es gar nicht unbedingt wollen, sondern nach etwas Nachdenken über diesen Fakt sagen:

Ich MUSS Auto fahren, weil – mir Alternativen fehlen – ich mich im öffentlichen Raum nicht sicher fühle – mir zu viele Hindernisse im Weg stehen

Hört mal in die halbe Stunde rein, die ich im Monolog und Sinnieren über Ableismus, Sexismus und Rassismus sowie das Patriarchat gestaltet habe. Wenn ihr mögt, beurteilt meinen Podcast auch gern auf den entsprechenden Plattformen, damit er Reichweite gewinnt.

https://katja-diehl.de/warum-unser-system-sehr-viele-ins-auto-zwingt-eine-episode-ueber-das-sexistische-ableistische-rassistische-verkehrssystem/

Sehr viel Aufmerksamkeit erhielt ein Tweet von mir, in dem ich fragte, ob ein Unternehmen innerhalb eines Wahlkampfes so parteiisch agieren darf. Ich erntete viel Hohn und Spott, weil ich - zugegebenermaßen in der ersten Wut - eine wichtige Tatsache nicht sofort dem Tweet angehängt und damit nur in meinem Kopf hatte. Aber, ihr kennt Twitter, natürlich wurde die Korrektur nicht ansatzweise so genussvoll angeschaut wie dieser erste Hinweis.

Denn:

Am Tag, als die Kampagne gegen Baerbock startete, floss auch diese krumme Summe (ggf. ausgezahlt in Autos?) an die CSU. Und DAS finde ich enorm irritierend. Menschen aus anderen Ländern sagten zudem aus, dass es bei ihnen nicht erlaubt sei, Konzernausrichtung so eindeutig mit Wahlkampf zu verquicken. Aber ich erkenne nach der Häme aus allen Lagern an: Ich habe schlicht den Witz nicht verstanden und ein anderes Bild von Trennung zwischen Lobby und Wahlkampf :)

Dass Laschet sich zunehmend selbst als unwählbar outet, ist ganz gut. Dennoch bemühe ich mich, wie eine fleißige Putzhilfe, immer hinter ihm aufzuräumen, wenn er mal wieder Fake News verbreitet. Und manchmal macht er mich dabei einfach sprachlos. Er haut völlig überzeugt raus, dass Tempolimits nichts bringen - und zeigt damit, dass ihm Lobby über Fakten geht. Daher hier für euch vom VCD mal ein paar Fakten an die Hand, die er immer verwenden könnt, wenn mal wieder so ein Fossilhead euren Weg kreuzt.

Wenn es euch mal nicht so gut geht und ihr die Hoffnung verliert, dass das mit der Verkehrswende klappt, dann schaut mal in diesen Tweet von mir. Unter ihm sind ganz kleine feine, aber auch beeindruckend große Beispiele, dass es geht, wenn wir nur wollen. 

https://twitter.com/kkklawitter/status/1414625234649591812

Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie wir eine mächtige Union verhindern, und nach Ideen gesucht, wie ihr Oma und Opa oder auch eure Eltern umstimmen könntet, nicht wieder CDU/CSU zu wählen, denn sie sind nunmal die größte Wähler:innenkohorte. Und damit meine ich: Mit Argumenten überzeugen, nicht, wie von einigen missverstanden, "sie zu zwingen". :D Hier habe ich ein paar Links für euch:

Postkarten - for free oder gegen Spende:

https://politpostulate.de/

Ein vorformulierter Brief, der personalisiert werden kann:

https://yopad.eu/p/Brief_an_Verwandte-365days

Und hier jede Menge Infos:

https://wir-stimmen-zusammen.de/

Und zum Schluss noch ein Bild, das zeigt, dass Rasen keine Zeit bringt, dafür aber Unfälle - Darstellung, die auf der Tachoscheibe zeigt, dass der Zeitgewinn mit der  Geschwindigkeit abnimmt. Wenn du z. B. statt 100 km/h 120 km/h fährst,  sparst du EINE Minute auf zehn Kilometern ein, bei mehr Sprit, Bremsweg  und Lärm.

Und Städte, die autofrei sind:

https://www.fastcompany.com/90456075/here-are-11-more-neighborhoods-that-have-joined-the-car-free-revolution

Grüße aus dem sonnigen Hamburg, Eure Katja

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