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Der 24. Juni in der Geschichte

217 v. Chr. – Am Trasimenischen See warten zwei römische Heere darauf, dass Hannibal, der zuvor die Alpen überquert hatte, endlich vorbeikommt, um sich eine Abreibung zu holen. Allerdings ist Hannibal etwas schlauer als seine Gegenspieler. Er legt eine Falle und macht beide Armeen fertig. In Rom herrscht nun Panik und ein Diktator soll alles richten, aber Hannibal zieht einfach weiter durch Italien, als wüsste er nicht, wo Rom liegt. Vielleicht war er doch nicht ganz so schlau.

474 – Der Heermeister Julius Nepos sagt zum weströmischen Kaiser: »Du, sag mal, wie wäre es denn, wenn ich jetzt Kaiser bin und du ... fliehst ganz schnell oder so?«

Nepos wird so zum letzten weströmischen Kaiser, dessen Machtgebiet im Grunde sowieso nur noch Dalmatien umfasst.

1314 – Zweiter Tag der Schlacht von Bannockburn, die am Vortag schon schlecht für die Engländer angefangen hatte. Obwohl sie wesentlich mehr Truppen haben, wird den Engländern von den Schotten so der Hintern versohlt, dass sie diese die nächsten acht Jahre in Ruhe lassen.

1374 – In Aachen bricht die Tanzwut aus. Nein, da hat kein DJ »fette Beats« aufgelegt oder die Musik war total »lit«. Leute fangen einfach an zu tanzen, bis sie buchstäblich umfallen. Das konnte Tage, Wochen, sogar Monate gehen. Von hier aus breitet sich die »Plage« über Köln und Flandern bis nach Frankreich aus. Alle paar Jahre kommt es mal wieder zu Vorfällen der Tanzkrankheit, bis sie plötzlich im 17. Jahrhundert aufhört. Bis heute hat man keine stichhaltigen Beweise dafür, woran das lag.

1497 – Giovanni Caboto – von den Engländern, die ihn beauftragt haben, auch John Cabot genannt – erreicht den nordamerikanischen Kontinent und geht vermutlich irgendwo bei Neufundland an Land. Er ist damit der erste Europäer, der da seit den Wikingern vorbeischaut. Er ist aber in etwa so schlau wie Kolumbus. Während der glaubt, Indien erreicht zu haben, glaubt Caboto, in China zu sein.

1509 – Heinrich VIII. wird König von England und lässt ausnahmsweise mal niemanden hinrichten.

1947 – Der US-amerikanische Pilot Kenneth Arnold fliegt in der Nähe des Mount Rainier durch die Gegend, als er merkwürdige Flugobjekte sieht. Er bezeichnet die Form der Objekte später als »tellerartig« oder »untertassenartig«. Andere formen daraus den Begriff »Fliegende Untertasse«, der dann als Synonym für UFOs weltweit bekannt wird.

1952 - Die erste Ausgabe der BILD-Zeitung erscheint. Sie hat vier Seiten und wird gratis verteilt. Das ist in etwa der Umfang und die Masse an Geld, den die Zeitung heute haben bzw. bekommen sollte. Wenn überhaupt.

1982 – Die  Boeing 747-200 »City Of Edinburgh« von British Airways fliegt während der Rückkehr von Neuseeland in eine Wolke aus Asche, die der Vulkan Gunung Galunggung ausgestoßen hat. Die Triebwerke der Maschine machen in etwa ein vergleichbares Geräusch, wie wenn man den Namen des Vulkans auszusprechen versucht, und geben schließlich den Geist auf. Vierzehn Minuten lang gleitet das Flugzeug nur noch. Der Kapitän gibt wohl eine der berühmtesten Untertreibungen der Geschichte von sich, als er folgende Durchsage in der Kabine macht: »Meine Damen und Herren, hier spricht Ihr Kapitän. Wir haben ein kleines Problem. Alle vier Triebwerke sind ausgefallen. Wir geben unser Äußerstes, um sie wieder zu starten. Ich vertraue darauf, dass Sie nicht allzu beunruhigt sind.«

Wie durch ein Wunder, gelingt es den Piloten nach einer Weile zumindest wieder, zwei von vier Triebwerken in Betrieb zu nehmen und in Jakarta notzulanden. Weil die Asche die Frontscheiben derart »gesandstrahlt« hatte, dass man nichts mehr sehen kann, findet der Anflug nur durch Instrumente statt. Auch danach kann man das Flugzeug nicht zum Terminal rollen lassen, weil man schlichtweg nichts sieht. Später erhält das Flugzeug von der Reperaturmannschaft den Spitznamen »Der fliegende Aschenbecher« und einen Guiness-Rekord für den längsten Gleitflug eines nicht für den Segelflug konzipierten Flugzeuges, der allerdings 2001 überboten wurde.

1995 – Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude schließen die Verhüllung des Reichstages in Berlin ab, ein Projekt, an dem sie seit den 1970er Jahren arbeiten. Während einige darin eine die Wiedervereinigung unterstützende Maßnahme zu erkennen glauben, denken andere: »Ein Irrer wickelt Lappen um ein Haus.« Wie auch immer man dazu steht: Die Aktion wird ein Erfolg für die Künstler und die Stadt Berlin, die damit wieder ihren Platz unter den »Weltstädten« einnimmt.

2010 – Das längste Tennis-Match der Welt endet 11 Stunden und 5 Minuten reiner Spielzeit. Tatsächlich war das Match zwischen dem US-Amerikaner John Isner und dem Franzosen Nicolas Mahut aber zwei Tage lang und musste demnach zweimal vertagt werden. Es werden mindestens zehn Rekorde gebrochen, darunter:

1.) Das längste Match. Der vorherige Rekord lag bei 6 Stunden, 33 Minuten. Es ist also fast doppelt so lang wie der vorherige Rekordhalter.

2.) Der längste Satz. Mit 8 Stunden 11 Minuten länger, als das bisherige längste Match.

3.) Die meisten Spiele innerhalb eines Matches, nämlich 183.

4.) Die meisten Asse innerhalb eines Spiels. John Isner 112 hatte, Nicolas Mahut 103. Beide hatten damit über ein Drittel mehr als der vorherige Rekordhalter.

Gerade der letzte Punkt war Schuld daran, dass das Spiel kaum zu Ende kam. Beide waren als Aufschläger so gut, dass selbst Roger Federer erstaunt war. Die Anzeigetafeln liefen verkehrt, weil in der Programmierung so ein Fall schlichtweg nicht vorgesehen war. Berühmte Tennisspieler äußerten sich begeistert über beide Athleten.

Am Ende hatten beide Spieler innerhalb des einen Matches mehr Zeit verbracht, als die Vorjahressiegerin des Turniers, Serena Williams, im gesamten Turnier.

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