Welche Blumen sind für den Balkon geeignet? Was ist zu beachten, wenn es am Standort besonders sonnig und zugleich windig ist? Diese Fragen und mehr beantwortet die Floristin Solveig Kelber im Nord.Post-Gespräch. Sie gibt auch Tipps, wo man in der Gegend Jungpflanzen kaufen kann, welche Bücher einen beim Garteln unterstützen und was man gegen Schädlinge machen kann, ohne Chemie anzuwenden.

Solveig Kelber kam erst nach ihrem Studium der Germanistik, Politologie und Psychologie zur Floristik. Nach einer Lehre und zahlreichen Zusatzausbildungen betreibt sie in Wien-Leopoldstadt die Werkstatt "Asthaus", wo sie auch Workshops gibt.

Hier gibt es den Podcast vorab, bevor er am 1. Mai erscheint:

Folgend findet ihr die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

  • Eine große Rolle spiet die Größe der Töpfe, vor allem bei Gemüse. Hier lohnt es besonders, sich an die Angaben auf dem Beipack-Karton zu halten oder kurz im Internet zu recherchieren. 
  • Sonniger, windiger Standort: Hier ist vom Apfelbaum bis zur Geranie viel möglich. Besonders geeignet sind mediterrane Kräuter (Salbei, Thymian), Bohnenkraut oder Rosen.
  • An Insekten denken: Lieber "ungefüllte" Blumen ansetzen, bei denen der Stempel sichtbar ist. So können Bienen und andere Insekten die Blumen gut anfliegen.
  • Was immer funktioniert: Wiesenblumen.
  • Gießen: Die Fingerprobe zeigt, ob die Erde trocken oder feucht ist. Gießen muss man erst, wenn die Erde trocken ist.
  • Buchtipp: Andrea Haistinger: Handbuch Bio-Balkongarten
  • Eine Straße unter dem Balkon muss uns nicht davon abhalten, auch Gemüse zu pflanzen.
  • Welche Pflanzen lassen sich in einem Bett mischen? Grundsätzlich: alles, was denselben Standort (Sonne, Schatten) und den selben Wasserbedarf hat. Etwa Bohnenkraut, Lavendel, Rosen und Pelargonien kann man nebeneinander setzen. Wichtig ist aber, den Platzanspruch der Pflanzen (Beipackzettel!) zu beachten. So hat etwa die Rose einen hohen Platzanspruch.  Auch die Pflanztiefe spielt eine wichtige Rolle (ja, genau: Beipackzettel!)
  • Dünger: Solveig schört auf Regenwurmhumus der Firma Vermigrand
  • Wichtig beim Gärtnern ist das Substrat und auch, nicht jedes Jahr dasselbe in die vorhandene Erde zu pflanzen.  
  • Komposterde gibt es auch gratis bei der Stadt Wien (hier ist Solveig etwas skeptisch, die Erde gilt als sauer, weil nicht immer alles in die Bio-Tonne kommt, was auch hineingehört)
  • Blütenpflanzen muss man öfter düngen als Kräuter, die ersten 6 bis 8 Wochen nach Pflanzung gar nicht
  • Überwintern: im kühlen Keller oder abdecken (möglich bei u.a. Olivenbaum, Feige, Oleander). Solveig: "Eine Geranie würde ich so nicht durchbringen."
  • Pflanzen, die im nächsten Jahr wieder kommen: Rosen, Apfelbaum, Eukalyptus, Heuchera-Pflanze, Heloboris, Schneerose
  • Winter: je größer der Topf, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Pflanze einen Frost überlebt. Solveig: "Eine Geranie würde ich so nicht durchbringen."
  • Beispiele für sonnigen Standort: Kräuter, Petunien, Fette Henne, Weihrauch, Husarenknopf, Schwarzäugige Susanne, Seedorn, Osteospermum, Kapuzinerkresse
  • Beispiele für den Schatten: Efeu, Hostablätter, fleißiges Lieschen, Begonien, Fuchsien 
  • Pflanzen einkaufen: Jungpflanzenmarkt City Farm Augarten (1.5., 6. bis 8.5.), Arche Noah, Gärtnerei Ganger, Feigenhof oder Gärtnerei Bach
  • Erde einkaufen: Naturrein oder Vermigrand oder Sonnenerde
  • Buchtipp: Reinhard Witt: Wildblumen für Töpfe und Schalen 
  • Ungeziefer: BioHelp  - biologischer Pflanzenschutz, verkauft Nützlinge. 
  • Asthaus-Workshops: etwa am 11. Mai zum Thema Blütenkränze 

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NEU - In den kommenden Wochen gibt es in loser Folge Episoden zu Kindergärten und Volksschulen im und rund um den Nordbahnhof!

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