Optimismus vs. toxische Positivität
Die letzten Wochen waren wieder mal getreu unseres Familienmottos „So war das nicht geplant“. Nachdem wir schon zweieinhalb Wochen mit einem Infekt krank waren, dachte ich, jetzt sind wir aus dem Gröbsten raus. Aber da hatte ich falsch gedacht! Eine knappe Woche später lagen wir mit der Wiederholung des Infekts wieder flach. Aber immerhin geht es mir jetzt, nach 9 Tagen, schon wieder etwas besser.
Was ich noch gar nicht erzählt habe: Ich konnte mein Buch „chronisch optimistisch“ trotz Fieber und Husten zwischendurch veröffentlichen. Es ist natürlich kein Zufall, dass es genauso heißt wie dieser Newsletter, da dies einfach meine Lebenseinstellung ist! Wenn du mehr darüber erfahren möchtest und wo du ein kostenloses Probekapitel lesen kannst, klicke auf das Bild:

Hier im Newsletter möchte ich heute ein Thema aufgreifen, das mir besonders am Herzen liegt und das im Buch nur kurz vorkommt: Der Unterschied zwischen echtem Optimismus und toxischer Positivität. Denn ja, es gibt einen gewaltigen Unterschied!
🌟 Wenn Positivität zur Belastung wird
Kennst du das? Du bist traurig oder frustriert, und jemand sagt: „Kopf hoch! Es könnte schlimmer sein!“ oder „Sei doch einfach positiv!“ Und anstatt dich besser zu fühlen, möchtest du dieser Person am liebsten ... naja, du weißt schon. 😉
Das ist toxische Positivität in Reinform - und gerade für uns mit chronischen Erkrankungen kann das besonders verletzend sein. Denn hinter diesen vermeintlich gut gemeinten Ratschlägen steckt oft die unausgesprochene Botschaft: "Deine negativen Gefühle sind nicht okay."
Anzeichen für toxische Positivität:
Negative Gefühle werden unterdrückt oder ignoriert
Probleme werden mit Floskeln abgetan („Alles passiert aus einem Grund“)
Leiden wird mit anderen verglichen („Andere haben es viel schlimmer“)
Scham entsteht, wenn man nicht „positiv genug“ ist
Unangenehme Wahrheiten werden unter dem Deckmantel des Optimismus versteckt

😄 Echter Optimismus - mein Halt in stürmischen Zeiten
Echter Optimismus ist hingegen etwas ganz anderes. Er gibt uns auch in schwierigen Zeiten Halt - aber ohne die Realität zu verleugnen.
Bei echtem Optimismus geht es nicht darum, ständig zu lächeln oder so zu tun, als wäre alles perfekt. Es geht darum, die Realität zu akzeptieren und trotzdem nach vorne zu schauen. Es bedeutet, Schwierigkeiten als Teil des Lebens zu sehen und gleichzeitig an die eigene Fähigkeit zu glauben, damit umzugehen.
Was echten Optimismus ausmacht:
Akzeptanz der gesamten Gefühlspalette
Realistische Einschätzung von Situationen
Hoffnung auf Besserung, ohne Garantien zu erwarten
Die Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten kleine Lichtblicke zu finden
Raum für Trauer, Wut und andere „negative" Emotionen

💭 Meine persönliche Erfahrung
Als jemand mit chronischen Erkrankungen bin ich oft mit toxischer Positivität konfrontiert worden. „Du musst nur positiv denken, dann wird es besser!“ - wenn ich einen Euro für jeden dieser Sätze bekommen hätte, könnte ich mir wahrscheinlich eine kleine Insel kaufen. 😄
Aber echter Optimismus hat mir tatsächlich geholfen, mit meinen Herausforderungen umzugehen. Er erlaubt mir, an schlechten Tagen zu sagen: „Heute ist es schwer, und das ist okay" - und gleichzeitig zu wissen, dass nicht jeder Tag so sein wird.
💝 Praktische Tipps für gesunden Optimismus
Erlaube dir alle Gefühle: Schreibe sie auf, sprich sie aus, lass sie zu. Erst wenn wir unsere schwierigen Gefühle akzeptieren, können wir sie verarbeiten.
Schaffe Balance: Nimm dir bewusst Zeit für Dinge, die dir Freude bereiten, besonders an Tagen, die sonst von Schwierigkeiten geprägt sind.
Die Hoffnungsfrage: Statt „Wird alles gut?“ frage dich: „Was könnte mir helfen, mit dieser Situation umzugehen?“
Umgib dich mit echten Optimisten: Menschen, die sowohl deine Tränen als auch dein Lachen akzeptieren, ohne zu urteilen.
Kleine Anker finden: Entwickle Rituale, die dir Kraft geben - sei es der Morgenkaffee am Fenster, fünf Minuten Meditation oder ein Spaziergang.

☕️ Die kleine Auszeit
Nimm dir heute 5 Minuten Zeit und überlege: Wo in deinem Leben begegnet dir toxische Positivität? Und wo könntest du mehr echten Optimismus gebrauchen?
Denk immer daran: Es ist okay, nicht okay zu sein. Und es ist auch okay, trotzdem auf bessere Zeiten zu hoffen.
Bis in zwei Wochen - bleib optimistisch!
Liebe Grüße
Julia
Wer schreibt dir hier?
Ich bin Julia Stüber, Autorin, Bloggerin und chronisch optimistisch. Ich lebe mit meiner Familie und sechs durchgeknallten Wachteln im Siegtal. Nach Jahren als Leiterin von Selbsthilfegruppen widme ich mich nun meinen Büchern, um Menschen zu unterstützen. Auf meinem Blog schreibe ich über chronische Erkrankungen, Kreativität und meine Leidenschaft für Journaling. Meine Bücher sind Ratgeber, Trostspender und praktische Helfer – immer mit einem Hauch Optimismus.
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🌸 Optimismus trotz Herausforderungen
Echter Optimismus ist wie ein Muskel - er wird durch Übung stärker, besonders wenn wir ihn gegen Widerstand trainieren. Hier sind drei Übungen, die mir persönlich helfen, meinen Optimismus-Muskel zu stärken:
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