Alle Beiträge

Alle Hochkulturen vor uns gingen unter! Wann gehen wir unter? ...

Hallo an Alle,

es ist übrigens nicht so, dass unsere akutelle Hochkultur nicht schon zig Untergänge gemeistert hätte. 

Und auch jeder einzelne von uns hat schon zig Untergänge gemeistert.

Wenn das Übergangsmanagement für uns gut war, ist der Untergang so schmerzfrei abgelaufen, dass wir ihn nicht mal als Untergang bemerkt haben. Allerdings sind geglückte Übergänge oft eher dem Zufall als einem bewusst durchdachten Übergangsmanagement zu verdanken ...

Untergangs-/Übergangsbeispiele: Übergang Mutterleib - Geburt, Übergang Zuhause - Kindergarten, Übergang Kindergarten - Grundschule, Übergang Grundschule - weiterführende Schule, Übergang weiterführende Schule - HartzIV/Ausbildung/Studium, Übergang Job 1 - Job 2, Übergang Job - Arbeitslosigkeit, Übergang Arbeitslosigkeit - Job, Übergang Arbeitsleben - Rente/Pension, Übergang Single - Paar, Übergang Paar - Single, Übergang Paar - Familie, Übergang Partner/Partnerin - Witwer/Witwe, Übergang Partnerschaft A - Partnerschaft B, Übergang Wohnort A - Wohnort B, Übergang Land A - Land B, usw.

Den finalen köperlichen Untergang - unseren Tod - können wir nicht abwenden, alle anderen Untergänge können wir mit einem guten Übergangsmanagement so abfedern, dass es sich nicht nach einem Untergangserlebnis anfühlen muss. Übrigens den Tod können wir nicht abwenden, die Angst vor diesem Übergang hingegen schon. Für manche Übergänge haben wir Traditionen/Rituale ins Leben gerufen, aber nicht für alle Übergänge und für manche sind sie nicht ausreichend. Ist das Übergangsmanagment mittelmäßig bis schlecht, gerät der Untergang zur empfundenen Katastrophe, die nicht selten eine lange Erholungsphase nach sich zieht und im schlimmsten Fall auch zu einem frühzeitigen Ableben führen kann.

Das gilt für unser Leben, Unternehmen, Vereine, ... und auch für (Hoch)Kulturen! Und seit einigen Jahrzehnten knarzt und scheppert es dermaßen in unserem Hochkulturgebälk, dass uns eigentlich schon die Ohren weh tun müssten. Das Übergangsmanagement tendiert immer häufiger Richtung mittelmäßig und steuert auf schlecht zu! Das auch unsere Hochkultur viel erreicht hat, steht für mich ganz außer Frage! Schaue ich mir aber die vorauseilenden Signale der bereits untergegangen Hochkulturen an, die sich zu einem Muster zusammenfügen, dann sehe ich diese Signale auch bei uns! Es wird Zeit! Der Aufbau bis zum Kipppunkt zieht sich, ist aber der Kipppunkt erreicht, geht es ruckzuck. Dann kann man es nur noch nehmen wie es kommt ...

Sollte es zum Untergang unserer Hochkultur kommen wird es diesmal nach meinem Dafürhalten ein anderes Ausmaß haben. Wenn damals eine Hochkultur unterging, wirkte sich das nicht gleich auf die gesamte Menschheit aus. 

Al Gore hatte in seinem Buch "Eine unbequeme Wahrheit - Die drohende Klimakatastrophe und was wir dagegen tun können" folgende Formel aufgestellt:

alte Gewohnheiten + alte Technologien = vorhersehbare Konsequenzen

alte Gewohnheiten + neue Technologien = dramatisch veränderte Konsequenzen

Jede alte Technologie war irgendwann auch mal eine neue Technologie, so hinken wir wohl schon immer dem Erfassen der Konsequenzen hinterher und mit jeder neuen Technologie scheinen die Konsequenzen drastischer zu werden. Dass es uns so schwer fällt die Konsequenzen zu erfassen, scheint mir ist der Problematik geschuldet wie wir versuchen Komplexität zu erfassen. Es gibt einen Trick wie Komplexität seinen Schrecken verliert und plötzlich ganz einfach erscheint!

Bezgl. der Auseinandersetzung mit Komplexität gefallen mir die Ausführungen von Frederic Vester (Auszug aus seinem Buch "Die Kunst vernetzt zu denken - Ideen und Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität):

 ... "Die Scheu, mit „weichen“ Daten umzugehen, ist weit verbreitet. In ihr spiegelt sich eine weitere Angst im Umgang mit Komplexität wider: Man fürchtet durch Einbeziehung qualitativer Faktoren wie subjektiver Meinungen, Antipathie, Prestige, Attraktivität, Schönheit, Konsensfähigkeit, Sicherheitsgefühl und Ähnlichem den „sicheren“ Boden wissenschaftlicher Betrachtungen zu verlassen. 

Dabei wird vergessen, dass Aussagen über ein System, die wesentlichen Teile von ihm unberücksichtigt lassen, weit unwissenschaftlicher sind. 

Damit treffen wir auf einen der Kardinalfehler in der Beurteilung dessen, was für die Erfassung von Komplexität wichtig ist. Denn hier geht es um das „Gesicht“ der Wirklichkeit, um das Erkennen von Mustern:  pattern recognition – eine Form der Informationsverarbeitung, die Computerprogrammen noch äußerst schwer fällt.

Für die Mustererfassung sind nämlich gerade nicht die zahlenmäßig erfassbaren Messwerte hilfreich. Statt zu glauben, uns mit ihnen absichern zu können, sollten wir uns eher vor ihnen hüten. Warum? Weil sie uns „Verlässlichkeit“ vorspiegeln, obgleich sie als Messwerte von „Variablen“, also von veränderlichen Größen, in einem dynamischen offenen System nur eine vorübergehende Rolle spielen.

Als isoliert erfasste Messwerte können sie schon im nächsten Moment überholt sein, also falsch werden und, nimmt man sie als festen Wert, Fehler perpetuieren. Aussagekräftig für das Erkennen von Mustern sind weit eher die Beziehungen zwischen den Systemkomponenten, die, auch wenn die Komponenten selbst sich ändern, letztlich weiterhin das Bild bestimmen, also viel „verlässlicher“ als deren noch so exakte Messwerte sind." ... 

Harte Daten müssen um weiche Daten ergänzt werden und umgekehrt weiche Daten um harte. In diese Richtung gehend habe ich vor ein paar Wochen u. a. folgende Artikel geschrieben: "Die Unterschätzung der "weichen" Rendite!" oder "How dare you? Greta, es fehlt der Rahmen der Anpassungsflexibilität ermöglicht!"

Wenn ich die Komplexität dieser Menschheit auf einen ganz kleinen gemeinsamen Nenner bringen sollte, dann sind es für mich zwei Beziehungen über die wir alle miteinander in Verbindung stehen.

Unsere "harte" Beziehung: Geld! Unsere "weiche" Beziehung: Gefühle!

Arbeitsteilung und Geld haben uns in die Lage versetzt unser Leben kontinuierlich zu verbessern, wir werden immer älter, wirklich körperlich schwere Arbeit gibt es kaum noch. Eigentlich alles ganz gut, wenn ... ja wenn da nicht noch etwas wäre was das Leben ausmacht. Geld füllt den Kühlschrank, aber es wärmt uns nicht das Herz. Und so schön die Gefühle sind, die uns das Herz erwärmen, sie füllen keinen Kühlschrank. Wir brauchen Beides! Beides ist GLEICH WERTVOLL (Wichtig: nicht(!) gleich, sondern GLEICH WERTVOLL)! Fehlt das eine gehen wir körperlich kaputt, fehlt da andere gehen wir seelisch kaputt. Und wenn wir Geld und Gefühle nicht in Einklang bringen, dann sind wir immer ein bisschen kaputt. Ich glaube, mittlerweile ist es unübersehbar geworden, dass der Großteil von uns ein bisschen kaputt gegangen ist.

Wir sind in Schieflage und das merken wir auch! Die Gegensteuerung nimmt Fahrt auf: #metoo, #fridaysforfuture, #blacklivesmatter, #cancelculture, #AbleismTellsMe! Das ist gut! Aber haben wir ein Übergangsmanagement? Eins das wirklich greifen kann? Die "harte" und "weiche" Beziehung, die uns als gesamte Menschheit verbindet, muss sich im Übergangsmanagement widerspiegeln und meiner Meinung nach hälftig(!), sonst wuppen wir das nicht ...

Wisst Ihr wie mir das manchmal vorkommt, warum die Schieflage so schwer zu überwinden ist ... Geld kann man nicht essen, aber man kann sich damit etwas zu essen kaufen. Gefühle kann man auch nicht essen, aber leider auch nicht gegen etwas essbares eintauschen. Deshalb ist Geld auf kurze Sicht attraktiver. Und so hinkt unsere Seele ständig unserem Körper hinterher. Der Seele hängt schon die Zunge aus dem Hals heraus und ich hoffe sehr, dass sie eine bessere Langstreckenläuferin als Sprinterin ist.

Dadurch das Geld attraktiver wirkt, ist es umsetzungsschneller und so müssen wir sehr genau darauf achten, wo wir unser Geld investieren. Seit der Jahrtausendwende hat unsere Hochkultur ein Tool mit dem jeder Übergang sehr smart und schmerzfrei gelöst werden könnte. Noch ist es nur ein könnte, weil wir noch in unserer Schieflage festhängen.

Als ich 16 Jahre alt war entschied ich mich für den kaufmännischen Weg über Höhere Handelsschule, Ausbildung zur Industriekauffrau, Diplom in Betriebswirtschaftslehre bis zu mehrjährigen Tätigkeiten in diesem Bereich. Aber ich hatte Fragen. Mir fehlte oft die Stimmigkeit! Der frühe und unerwartete Sekundenherztod meines Vaters ließ mich noch nachdenklicher werden. Einige Jahre nach seinem Tod begann ich dann mit mittlerweile 31 nach und nach mein Leben umzukrempeln. Anfangs noch mit einem Übergangsspagat entschied ich mich für den sozialen Weg über Ausbildung zum Naturtrainer, Sozialpädagogikstudium in den Niederlanden bis hin zur eigenen Firma mit sozialer Ausrichtung. Und jetzt hatte ich Antworten, aber neue Fragen. Wieder fehlte mir die Stimmigkeit! 

Beim kaufmännischen Weg fehlte mir das Soziale und beim sozialen Weg fehlte mir das Kaufmännische. 

Als Bettina Knierim bin ich nun ein halbes Jahrhundert auf diesem Planeten. Ich habe genügend Lebenserfahrung auf dem einen und auf dem anderen Weg gesammelt. Also Yin und Yang erlebt? Hm ... 

Bedeutung gemäß Wikipedia: "Yin und Yang sind zwei Begriffe der chinesischen Philosophie, insbesondere des Daoismus. Sie stehen für polar einander entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene duale Kräfte oder Prinzipien, die sich NICHT bekämpfen, sondern ergänzen.

Danach kann es Yin und Yang nicht gewesen sein ... Ich konnte keine Ergänzung, sondern nur Kampf sehen!

Harte Daten müssen hälftig durch weiche Daten ergänzt werden, Kaufmännisches muss hälftig durch Soziales ergänzt werden. Entgegengesetzte Pole die zusammen kommen, um sich zu ergänzen wie Tag und Nacht! Oder?

Wenn ich mir unsere Welt anschaue, entdecke ich viel Hälftiges. Blut besteht z. B. hälftig aus flüssigen und festen Elementen, die menschliche Population ist in etwa halb männlich und halb weiblich, ein Atom hat gleich viele Elektronen wie Protonen, Nord- und Südpol, usw.

Seit einigen Jahren reden wir von Spaltung, wenn wir auf unsere Nationen und unser Wahlverhalten schauen. Mir kommt es so vor, dass wir uns im Gesamten auspendeln in Richtung zwei Hälften. Allerdings im Kampfmodus! Und es geht eher um Vorherrschaft als um Ergänzung ...

Nur mal ein Gedankenspiel ... Wie wäre es wohl gewesen, wenn Barack Obama damals gesagt hätte er wolle sich das Amt mit einem Donald Trump teilen? Und tatsächlich hälftig! Kaum vorstellbar, oder?

Was wäre wenn Joe Biden sagen würde Kamala Harris soll nicht Vizepräsidentin werden, wenn er gewählt wird, sondern er teile sich dann das Amt mit ihr hälftig ... Ein klein bisschen vorstellbarer als das erste Gedankenspiel?

Und in Deutschland wie wäre es da mit Markus Söder und Sahra Wagenknecht als Doppelspitze Deutschlands?

Wie wäre es, wenn wir uns darauf einlassen könnten, dass gegensetzliche Pole sich zur Ergänzung hin auspendeln? Wie wäre es, wenn zwei an der Spitze vorlebten, das es ginge? Wie wäre es, wenn Gegensetzliches von Beginn an, schon in der Bildung (Schulbücher), hälftig vorkommen würde?

Mit meinem Friedensexperiment am 11.11.2020 will ich das Pendel mehr in Richtung Gefühl ziehen, weil ich glaube, dass es noch ein bisschen in diese Richtung gezogen werden sollte. Die beiden stärksten Beziehungen, die uns als Menschheit verbinden - Geld und Gefühl - könnten in Balance uns vieles leichter machen. Vor allem Übergänge!

Ich bin so oft nun schon gefragt worden, warum bei einer Idee wie dem Friedensexperiment Geld eine Rolle spielt. Neben der Tatsache, dass Geld Möglichmacher und Beschleuniger in einem ist, weiß ich, dass das Projekt zwei Dimensionen hat. Wenn unsere zwei stärksten Verbindungen - Geld und Gefühl - sich in diesem Projekt hälftig gegenüberstehen, dann durchbrechen wir ein erlerntes Muster. Ab und an machen wir das schon, aber noch viel zu selten und wenn dann eher als Spende. Besser wäre es, wenn wir mit dem Gefühl ein Investment zu machen unser Geld in "weiche" Ideen geben. Investment bedeutet Augenhöhe, Spende nicht.

Sind wir bereit für die nächsten Übergänge?

Ich freue mich, wenn ich es schaffe bis zum 11.11.2020 über 10.000 Menschen zum Mitmachen zu motivieren, wenn aber gleichviel Geld in diese Idee fließt wie Mitmachende, dann nimmt es eben wirklich eine andere Dimension an. Spannend! Schaun wir mal! ; )

Herzliche Grüße

Bettina

www.the-peace-experiment.rocks

Kommentare sind nur für Mitglieder zugänglich. Nimm an der Diskussion teil …