Die 10 nervigsten Marketingfehler

Marketing ist wichtig – schließlich will man Aufmerksamkeit, Mitarbeiter & Kunden überzeugen. Einen guten Eindruck machen. Attraktiv sein. 

Marketing ist uralt – und kommt aus der Natur. Pflanzen & Tiere sind äußerst einfallsrfeich, wenn es ums "Anlocken" geht. Farbenfrohe Blüten, buntes Gefieder oder die Demonstration von Größe & Stärke – aktives Marketing ist in der Balz- & Brunftszeit total angesagt. Ein Erbe, das auch in uns Menschen wirkt. Nicht nur bei der Partrnersuche, sondern ebenso – und vor allem – im Business. Doch – Marketing im Business erscheint zunehmend einfallsloser. Vieles wiederholt sich, Kampagnen gleichen einander & so manches ist einfach total überholt. Zeit, mal auf die 10 nervigsten Marketingfehler zu schauen. 

1. Von sich selbst reden

Beliebt & echter Nerv-Klassiker. Die ganzen „Wir-machen-, tun-, können-, lieben-blablabla-Botschaften“ sind so was von ätzend. Unkreativ. Selbstverliebt. Angeberisch. Und schon der Volksmund weiß: „Der Esel nennt sich immer zuerst“. Das ist doch deutlich. Nur eine Rock’n-Roll-Ikone wie Little Richard durfte sagen: „Ich bin nicht eingebildet, ich bin von mir überzeugt.“ Abgesehen davon, Hand mal aufs Herz: Wie oft lädst Du Bekannte ein, die nur von sich erzählen? Eben. 

2. Betonen, dass der Kunde im Mittelpunkt steht

Hä? Wie bitte? Aber hallo! Wenn man DAS betonen muss, hat man eigentlich schon verloren!

Heute bekam ich wieder eine Hochglanz-Broschüre auf den Tisch. Erster Satz: Wir sind für unsere Kunden da! Oh, mein Gott – für wen denn sonst? Ihr müsst das nicht an die große Glocke hängen. Ich kann jeden Kundenmittelpunktbetoner beruhigen: Der Kunde geht davon aus, dass er wichtig ist. 

3. Mehrwert-, Qualitäts- & Service-Gesülze

Ist ja bestimmt ehrlich gemeint. Und garantiert auch so. ABER: Das erzählen doch alle. Permanent. Entweder glaubt’s keiner mehr oder es geht unter. Oder es wird als Standard einfach vorausgesetzt. Deshalb: Neue Platte auflegen. Eine ORIGINELLE.

4. Slogans nicht in der Muttersprache

Nur weil Englisch schick & international daherkommt, heißt das nicht, dass es im Kopf des jeweiligen Kunden Eindruck macht. Mittlerweile weiß man, dass nur die Muttersprache die stärksten Empfindungen & Assoziationen im Hirn auslöst. 

Also: Slogans für jedes Land. Das müssen einem die Menschen im jeweiligen Markt schon wert sein. Oder?

5. Kopieren

In der Kommunikations-, Werbe- & Marketingwelt klingt vieles ähnlich, oft sogar gleich. Klar, man schielt auf die anderen, schaut, was man sich abgucken kann. Herdentrieb eben. Menschlich. Verständlich. Aber nicht wirklich erfolgreich. Und absolut einfallslos.

VIEL BESSER: Mut zum eigenen Weg. Schon Kierkegaard sagte: "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." Und Udo Lindenberg singt: "Mach Dein Ding." Also. 

6. Nicht re- oder interagieren

Ob unbeantwortete Mails oder fehlende Reaktionen auf Social-Media-Kommentare – leider immer noch an der Tagesordnung. Massenhaft. Ist einfach nur unhöflich. Und gaaaaaaaaanz schlecht. 

Denn: INTERESSE WECKT, WER INTERESSE ZEIGT.

Und nicht vergessen: Interessen sind nicht der Plural von Interesse. Zumindest nicht der moralische. 

7. Floskeln benutzen

Kommt immer noch häufig vor – in der Korrespondenz, im Marketing, beim Recruiting und so weiter. Beispiel? „Aufgrund unseres derzeit hohen Anfrageaufkommens kann die Beantwortung Ihrer Frage einige Tage Zeit in Anspruch nehmen.“ Wie bitte? Falsch organisiert, oder? Zeigt einfach, dass man kein Interesse hat. Ist zudem unpersönlich. Unprofessionell. Und unehrlich. Kotz. ' Ebenso verhält es sich mit Höflichkeits-Floskeln. Oder Slogans. "Sie sehen heute aber wieder gut aus" ... unterirdisch. "Wir lieben dies oder jenes" ... he, wer glaubt das schon? Eben. 

8. Immer auf den Preis

Klar, der Preis entscheidet – wenn man keine anderen Argumente hat. 

Und: Etwas besitzt einen Wert oder nicht. Punkt. 

Ständig an der Preisschraube zu drehen, macht unglaubwürdig. Erzieht den Kunden zu jenem Schnäppchenjäger, über den sich alle beschweren. Das gilt übrigens auch für nervige Best-Preis-Garantien, die ständig auf der Homepage aufpoppen.

Lösung: Preisdiskussionen hat man immer. Gehört zwar nicht zu unserer Kultur, hat sich aber eingebürgert. Einen Rabatt raushandeln hält der Kunde für einen persönlichen Sieg. Preisdiskussionen lassen sich aber vermeiden, wenn Du was anbietest, was der Kunde WILL. Dann zahlt er alles. Freiwillig. Marketing ist Begierde-Management. 

9. Künstliches Marken-Getue

Marken sollen eine bestimmte Unternehmenseigenschaft oder -fähigkeit mit einem Image verbinden. Meist als Ideal stilisiert. Mit jeder Menge Superlativen. Doch unpersönliche Super-Duper-Marken haben ohnehin keine Chance mehr. Schon gar nicht mit und nach Corona – es gilt, Marken menschlich zu machen.

Heißt: MARKE = HALTUNG.

10. Nicht tun, was man sagt

Ein uralter Hut. Und doch aktuell. Denn das kommt ständig vor. Versprechungen, Verheißungen, in Aussicht stellen – und dann Schweigen im Walde. 

Ehrlichkeit muss man ernst nehmen & leben. Nicht behaupten.

So, das war’s mal.

Hätte nicht gedacht, dass ich im 21. Jahrhundert darüber noch schreibe.

Nun, DU WILLST WIRKLICH ANDERS SEIN? Originell? Einzigartig? „Out of the box“ denken, wie man heute so schön sagt? Dann suche Dir einen Künstler und tausche Dich mit ihm aus. Das wird Dein Marketing bereichern.

Euer Schwarzmann Teaserbild & Illustration: Jan Antonin Kolar/unsplash

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