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Interaktiv Teil 2

Meine lieben Buddys, es ist Montag, und heute geht es weiter mit dem Projekt: „Interaktives Programmentwickeln“

Vorab wieder die wichtige Info: Mit dem Lesen dieses Artikels erklärst Du Dich einverstanden, den Text weder vollständig, noch auszugsweise an irgendwelche Dritte weiterzuleiten oder anderweitig zum Lesen zu geben! Was wir hier verzapfen, soll schön unter uns bleiben!

Und vielen Dank erstmal für die vielen und inspirierenden feedbacks auf Teil 1 letzte Woche. Ihr seid der Hammer!
Sodann folgt jetzt hier Teil 2 meines neuen Programms „der will nicht nur spielen“, und es handelt sich dabei um die Einführung in’s Thema. Bin gespannt, was Ihr dazu sagt.


So, und was ich Euch jetzt erstmal fragen möchte, kennt Ihr auch diesen Satz:
„Wer im Alter von 20 Jahren kein Revolutionär ist, hat kein Herz.“
Kennt Ihr, oder?
„Wer mit 20 kein Revolutionär ist, hat kein Herz.“
Das ist ja der Leitspruch der Jungen Union.

Ich mein, guck dir Phillip Amthor doch mal an… Ein Revolutionär aus dem Bilderbuch. Phillip Amthor erzählt heute noch gerne die Geschichte, wie er bei der Geburt von seinem Zwillingsbruder Che Guevara getrennt wurde.

„Wer mit 20 kein Revolutionär ist, hat kein Herz.“
Aber der Spruch geht ja noch weiter:
„Wer mit 20 kein Revolutionär ist, hat kein Herz.
Wer mit 40 immer noch ein Revolutionär ist, hat kein Hirn.“

Und guck dir Karl Lauterbach doch mal an.
Ein Bundesgesundheitsminister, der das von ihm ruinierte Gesundheitssystem
nach eigenen Worten „revolutionieren“ will. Ich weiss nicht, wie alt genau Karl Lauterbach so ist. Aber wer bei ihm Hirn findet, soll es bitte bei IKEA im Bällebad abgeben.

„Wer mit 20 kein Revolutionär ist, hat kein Herz.
Wer mit 40 immer noch ein Revolutionär ist, hat kein Hirn.“
Man weiss übrigens nicht, von welchem Philosophen dieser Spruch stammt.
George Bernhard Shaw, Theodor Fontane oder Oliver Kahn?

Als ich 20 war, war ich ein großer Revolutionär. Ich habe z B den Wehrdienst verweigert. Das war revolutionär. Als ich 20 war, gab es für junge Männer eine Wehrpflicht. Überleg mal: Man musste zur Bundeswehr, oder man konnte verweigern, aber dann musste man stattdessen Zivildienst machen.
Aber: Man musste. Das war eine Pflicht. Erzähl das mal heute 20-jährigen.
Wenn die das Wort „Pflicht“ hören, die müssen erstmal googeln.

Agnes Strack-Zimmermann (FDP), die Frau, die den Stahlhelm in ihre Frisur eingewoben hat, schlug mal eine Wiedereinführung der Wehrpflicht vor. Sogar auch für Frauen. Nur, weil sie selber es wohl kaum erwarten kann, endlich in’s Gefecht zu ziehen, das alte Schlachtross.
Parteikollege Christian Lindner nannte das ganze übrigens eine Gespensterdiskussion. Und wenn man sich Agnes Strack-Zimmermann mal ganz genau anguckt, würde ich sagen: Das Bild passt.

Und Boris Pistorius will die Anzahl der deutschen Soldaten erhöhen und dafür an alle Wehrpflichtige Fragebögen verschicken mit Antwortpflicht. Da steht dann drin:
Würdest Du für Volk und Vaterland in den Krieg ziehen? Bitte ankreuzen:
() Ja () Nein () Vielleicht

Aber als ich 20 war, gab es keine Wahl: Entweder man musste zum Bund, oder zum Zivildienst. OK, es gab noch eine dritte Möglichkeit. Männer, die ihren Wohnsitz in Berlin hatten, die mussten weder noch. Die mussten gar nix. Wer also absolut Null Bock auf rein gar nix hatte, der ist damals nach Berlin gezogen.
Und heute sitzen diese Leute in Berliner Ämtern und Behörden, und verwalten die Stadt.

Ich bin mit 20 nicht nach Berlin gezogen, sondern zu Hause geblieben, und zu Hause, das war: In Gelsenkirchen.
Gelsenkirchen, diese blühende prosperierende Luxusoase für Wellnessverwöhnte.
Was das heißt, ein ganz einfaches Beispiel, kein Scherz:
Wenn die Primarkfiliale schließt, weil sie zu wenig Umsatz macht, dann bist du in Gelsenkirchen.
Gelsenkirchen ist keine Stadt, sondern eine Ganzkörperthrombose.
Ohne Stütze läuft nichts.

Und da hab ich den Wehrdienst verweigert und stattdessen Zivildienst gemacht. Und zwar in der mobilen sozialen Altenhilfe. Das heißt, ich bin zu alten Leuten in deren Wohnung gefahren, und hab denen geholfen, ihren Haushalt zu schmeißen. Einkäufe, Geschirr spülen, Putzen, so Sachen.
Der Sinn war, dass die Alten dadurch in ihrer gewohnten Umgebung bleiben konnten. Alte Leute, die nicht ins Heim abgeschoben werden.
Da sage heute noch mal einer, das sei nicht revolutionär gewesen.

Und auch, wenn dieser Pflichtdienst für mich damals keine Spaßveranstaltung war, so hab ich dadurch viel fürs Leben gelernt. Zum Beispiel, wie dankbar alte Leute sind, wenn man ihnen ein bißchen hilft, ihren Alltag zu erleichtern.

Einmal zum Beispiel bin ich zu einem alten Mann, der war so um die 80 und bettlägrig. Und dem hab ich die Fenster geputzt, und plötzlich sagte der zu mir:„Nehmse ma da unten am Bett den Eimer wech und schütten den ins Klo.“

 Und dann nehm ich den Eimer so in beide Hände, heb den hoch, uns stelle fest:
Der Eimer, das war sein Nachttopf. Der war voll mit allem, was man normalerweise, also wenn man noch aufstehen kann, also normalerweise in die Toilette.. Also ….groß und klein…Und Klopapier. Und zur Abrundung des Aromas noch ein paar Mandarinenschalen.

Und als ich diesen vollen schweren Eimer dann zum Klo bringen wollte…, und …..bisken mit dem Brechreiz kämpfen musste, und während ich damit also vorsichtig Richtung Toilette balanciere, rief dieser Mann mir in tiefster Dankbarkeit hinterher:

„Nä, jetz wärnse do lieber zum Bund gegangen, nä?

 Und so wird man in Gelsenkirchen Kabarettist.

Oder noch ein Beispiel für Gelsenkirchener Humor.
Ich bin im Supermarkt an der Kasse. Und der nächste hinter mir in der Schlange, der dran is, is son Rentner. Richtig alter Kumpel. Bis obenhin randvoll gepackter Wagen. Fängt ganz langsam an, so den ersten Artikel aufs Laufband zu legen, dann langsam den zweiten, langsam den dritten,
da stellt sich son junger Schnösel hinter ihm an. Und hat nur eine Flasche Bier in der Hand. Der Oppa sieht das und fragt ihn verständisvoll: Na? Is das alles, was du has?
Der Junge antwortet verlegen: „Ja“.
Worauf der Oppa sagt: Na, dann hasse ja jetz viel Zeit zu überlegen, oppe nich noch was vergessen has.“

Und mit diesem Cliffhanger entlasse ich Euch in die Restwoche.
Bis nächsten Montag,
Euer HG



Kategorie Wöchentliches Zeug

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