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Die Welt der Klein-Verlage von gestern bis heute

 

Mitte der 90er Jahre, als ich – auf dem Verlagssektor noch völlig unerfahren, ich verkaufte die Bücher lediglich in meinem Laden – versuchte, mit meinen selbst geschriebenen Werken an den Autorenmarkt zu kommen, machte ich einiges an Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Verlagen. Damals schon sollte ich bei so manchem Verlag, bei dem ich mich bewarb, umgerechnet rund 5.000 € für die Publikation meines Werkes bezahlen. Dazu sollte ich mich verpflichten, jedes Jahr mehrere Hundert gedruckte Exemplare abzunehmen, um diese selbst zu verkaufen.

Es spricht meiner Ansicht nach nichts dagegen, wenn ein kleiner oder junger Verlag den Autor bei Ersterscheinen bittet, einige Bücher abzunehmen. Das sollte sich allerdings im Rahmen irgendwo zwischen 25 und 200 Büchern bewegen. Das ist für meine Begriffe durchaus legitim, denn es mindert das Risiko des Verlages und lässt den Autor auch ein klein wenig am anfänglichen Vertrieb teilhaben, was manchmal gar nicht so einfach ist, wie es für den Laien, der nur die Buchhandlung besucht und alle fertigen Werke bestaunt, aussehen mag.

Wenn man von Ihnen allerdings verlangt, 500 oder gar 1.000 (oder womöglich noch mehr …) Bücher als Erstabnahme abzunehmen, bewegen wir uns auf den Bereich zu, wo auch kalkulatorisch fast davon auszugehen ist, dass der Autor (fast) alle Vorlaufkosten – oder zumindest einen sehr, sehr großen Teil davon – allein tragen soll und der Verlag keinerlei Risiko mehr trägt.

Dies kann Ihnen von reinen Dienstleistungsverlagen angeboten werden. Ich befürchte, dass Sie bei diesen Verlagen dann zwar ihr Buch auf den Markt bekommen, wenn aber die allererste (minimale) Werbung gelaufen ist und das Buch nicht Fuß fasst, diesbezügliche Werbe-Aktivitäten sehr schnell eingestellt werden.

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Topic Bücher machen & KI

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