Saltar para o conteúdo principal

Von der Kaschemme in die Bibliothek

Spätestens beim Ansehen des dokumentarischen Films „Palette revisited“ wird man zum Fan von Hubert Fichte. Der Schriftsteller, Schauspieler und Schafhirte hat sich nicht nur viel in der legendären Kellerkneipe aufgehalten, sondern auch einen Roman über „Die Palette“ geschrieben (hier ein Auszug im Rahmen einer Lesung (Abre numa nova janela)). Bereits in den 50er Jahren hatte sich dieser besondere Ort in der Hamburger Neustadt zu einem Anziehungspunkt für unangepasste Jugendliche und sympathisch verirrte Lebenskünstler entwickelt.

Mittendrin Hubert Fichte, der in diesen Tagen seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Doch er wurde nur 51 Jahre alt, auch die Palette wurde 1964 geschlossen, von den Behörden, die mit dieser nonkonformistischen Art einer Gaststätte und ihren Besuchern, damals noch „Gammler“ genannt, nicht umgehen konnten. Heute würde man von Subkultur sprechen.

Zum Glück leben die Geschichten aus dieser Zeit weiter und tauchen nun in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek in einer Ausstellung wieder auf. Zu sehen gibt es teilweise noch nie zuvor veröffentlichte Fotos, Gegenstände und Briefe aus Fichtes Nachlass. Geblättert werden kann zudem in seinen Büchern mit so schönen Titeln wie „Ich beiße Dich zum Abschied ganz zart“.

Hinzu kommt ein umfangreiches Begleitprogramm (Abre numa nova janela) mit Filmabenden und Buchvorstellungen in der Bibliothek im Hamburger Univiertel. Alles zusammen ergibt ein lebendiges Bild von einem Menschen, der stets damit gerungen hat, seinen eigenen Platz in einer für ihn schwierigen Welt zu finden.

Wer die freiberufliche Arbeit für “Unter der Wolkendecke” finanziell unterstützen möchte, kann hier gerne einen Beitrag dazu leisten. Jeder Support hilft, diesen Newsletter am Leben zu halten und wachsen zu lassen.

0 comentários

Gostaria de ser o primeiro a escrever um comentário?
Torne-se membro de Unter der Wolkendecke e comece a conversa.
Torne-se membro